DGB-Chef Körzell zu den Arbeitslosenzahlen: „Lieber Kurzarbeit als entlassen“

+
Stefan Koerzell, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thueringen. Foto: Archiv

Region. Der DGB Hessen-Thüringen hat besorgt auf die hessischen Arbeitsmarktzahlen reagiert. "Wie beim Wetter zeigt sich auch auf dem Arbeitsmar

Region. Der DGB Hessen-Thüringen hat besorgt auf die hessischen Arbeitsmarktzahlen reagiert. "Wie beim Wetter zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt in diesem Herbst ungewöhnliche Kälte. Das heißt, die europäische Krise schlägt zwischenzeitlich auf den hiesigen Arbeitsmarkt durch", so der aus Waldhessen stammende Bezirksvorsitzende Stefan Körzell.

Deshalb müssten jetzt so schnell wie möglich Krisenbewältigungsinstrumente entwickelt werden, die sich bereits in der letzten Krise bewährt haben. Körzell: "Kurzarbeit hatte sich als probates Mittel gezeigt und sollte auch jetzt benutzt werden, um der aufziehenden Krise zu begegnen. Andere europäische Länder haben uns in der Vergangenheit um dieses Instrument beneidet, wenn sie gesehen haben, dass in Hessen Arbeitnehmer im Betrieb gehalten und nicht sofort entlassen wurden."

Körzell forderte die Bundesregierung auf, den Bezugszeitraum der Kurzarbeit wieder auf zwei Jahre heraufzusetzen. Er war zuletzt auf sechs Monate reduziert worden. Außerdem müsse, so Körzell, auch diesmal die Kurzarbeit erneut auf die Beschäftigten der Leiharbeit ausgeweitet werden.

"Es geht darum, die Beschäftigten in den Betrieben zu halten. Kurzarbeit sollte zudem kombiniert werden mit Qualifizierung. Auf diese Weise können Betriebe gestärkt aus einer möglichen Krise hervorgehen, denn sie haben dann hervorragend qualifizierte Mitarbeiter und müssen sich nicht erst kosten- und zeitintensiv wieder neue Beschäftigte suchen", so Körzell.

Für Hessen regte Körzell an, das Programm "Bildung in Zeitarbeit Hessen", BinZ.he, aus dem Jahr 2009 zu reaktivieren. Dabei handelte es sich um eine gemeinsame Initiative von DGB, IG-Metall Bezirk Mitte, den beiden Arbeitgeberverbänden der Leiharbeit und der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit. Körzell: "Leiharbeiter sind immer die ersten, die eine Krise zu spüren bekommen. Deswegen ist es wichtig, sie im Betrieb zu halten und ihr Qualifikationsniveau zu steigern."

Außerdem schlug Körzell vor, Konjunktur belebende Maßnahmen im Umweltbereich voranzubringen, um der wirtschaftlichen Entwicklung wirkungsvoll entgegenzutreten. Hierzu nannte er den Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die energetische Gebäudesanierung. Körzell: "So können wir eine mögliche Krise gewinnbringend nutzen: einerseits die Energiewende vorantreiben und andererseits für Beschäftigung sorgen."

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Auffahrunfall auf der A5

Am heutigen Samstag kam es zu einem Auffahrunfall auf der A5 bei Bad Hersfeld.
Auffahrunfall auf der A5

Täter zerkratzt Audi in Bad Hersfeld

In der Nacht zum heutigen Sonntag wurde ein Audi in Bad Hersfeld zerkratzt.
Täter zerkratzt Audi in Bad Hersfeld

Ein Abend für Poesie und Musik

Eine Hommage an die jüdische Dichterin Rose Ausländer gestaltete Sabine Kampmann in Wort und Ton am Samstagabend in der Bad Hersfelder Martinskirche.
Ein Abend für Poesie und Musik

Erlebnisreiche Nacht in den Bad Hersfelder Museen

Zahlreiche Besucher nahmen an der ersten Bad Hersfelder Museums- und Erlebnisnacht teil und erlebten ihre Stadt aus einem neuen Blickwinkel.
Erlebnisreiche Nacht in den Bad Hersfelder Museen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.