DGB-Chef Körzell: „Unternehmerverband betreibt billige Polemik“ ...denn: „Jeder fünfte Hesse arbeitet im Niedriglohnsektor!“

Stefan Koerzell. Foto: Archiv
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Stefan Koerzell. Foto: Archiv

Nordhessen. Der DGB Hessen-Thüringen hat der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände Stillosigkeit vorgeworfen. Als Grund nennt der DGB die A

Nordhessen. Der DGB Hessen-Thüringen hat der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände Stillosigkeit vorgeworfen. Als Grund nennt der DGB die Art und Weise, wie die VhU eine Studie zum Niedriglohnsektor des Instituts für Arbeits- und Berufsforschung Hessen kommentiert hat.

Der Bezirksvorsitzende Stefan Körzell: "VhU-Geschäftsführer Fasbender betreibt hier billige Polemik gegen eine absolut untadelige wissenschaftliche Einrichtung. Er spricht unter anderem von ‚Vergaloppieren’."

"Es ist fraglich, wer sich hier vergaloppiert, wenn Fasbender sich anmaßt, dem IAB schwere Mängel, dürftige Grundlagen und Wertlosigkeit für die Praxis vorzuwerfen", so Körzell.

Das Institut für Arbeits- und Berufsforschung hatte vor drei Wochen eine Studie veröffentlicht. Darin wurde wissenschaftlich belegt, dass in Hessen jeder Fünfte Vollzeitbeschäftigte im Niedriglohnsektor arbeitet, also fast 20 Prozent der Beschäftigten. Besonders niedrig sind die Löhne laut der Erhebung im Dienstleistungssektor.

Körzell: "Diese Studie beschreibt eine Entwicklung, die wir schon lange mit großer Sorge beobachten und auch kontinuierlich kritisieren. Wenn Fasbender das in dieser Ungeschminktheit nicht wahrhaben will, verschließt er nur die Augen vor der Wirklichkeit. Weniger wahr wird es durch so ein Verhalten nicht."

Vielmehr zeige die Studie, so Körzell, "dass der Fahrstuhl aus der Arbeitslosigkeit im Niedriglohn steckenbleibt. Da klingt es wie blanker Hohn, wenn Fasbender von "Aufstieg in Arbeit" spricht."

Der DGB begrüße es ausdrücklich, dass der Chef der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, Dr. Martin, dieses Problem einmal klar und deutlich analysiert und angesprochen habe. Die VhU solle aufhören, mit schlechten Argumenten als Dauernörgler durch Hessen zu ziehen und beginnen, den Tatsachen ins Auge zu sehen, so Körzell. "Der DGB setzt sich dafür ein, dass die Entwertung der Arbeit entschieden bekämpft wird. Die Studie des IAB ist hierfür eine gute Handlungsgrundlage."

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