Grunwald: Schließung der Dialysestation im HKZ ist nicht hinnehmbar

In einer Stellungnahme zur beabsichtigten Schließung der Dialysestation im Rotenburger Herz- und Kreislaufzentrum spricht sich Bürgermeister Christian Grunwald dagegen aus.

Rotenburg.  Bürgermeister Christian Grunwald spricht sich klar gegen die Schließung der Außenstelle für Dialysepatienten im Rotenburger Herz- und Kreislaufzentrum aus. Ein derartiger Schritt und großer Einschnitt für die betroffenen Menschen in der zurzeit ohnehin sensiblen Situation der Neustrukturierung der hiesigen Krankenhauslandschaft im Landkreis sei nicht nachvollziehbar.

Dies sei umso unverständlicher, zumal die Entscheidung ganz offensichtlich im fernen Neu-Isenburg im Zentrum des KfH ohne Beteiligung der regionalen Entscheidungsträger und im klaren Wissen um die deutliche Verschlechterung für die betroffenen Patienten gefallen sei. „Es ist nicht hinnehmbar, dass durch diese Nacht- und Nebelentscheidung Menschen, die durch ihre Krankheit ohnehin schon stark in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind, künftig dreimal wöchentlich neben der eigentlichen rund vierstündigen Blutwäsche jeweils noch mindestens eine Stunde zusätzliche Fahrtzeit aufgebürdet bekommen“, kritisiert Grunwald.

Gerade diese Menschen müssen Rahmenbedingungen haben, die ihnen trotz der lebenseinschränkenden Krankheit die Möglichkeiten für ein ansonsten selbstbestimmtes Leben geben. Vor allem im ländlichen Raum sind wohnortnahe Dialysezentren daher ein besonderer Standortfaktor, die Zumutung längerer Fahrtzeiten, so Grunwald, nicht hinnehmbar. „Diese Entscheidung ist ein Paradebeispiel dafür, wie in Neu-Isenburg das Großstadtdenken des Rhein-Main-Gebiets 1:1 auf den ländlichen Raum übertragen wird“, sagt der Bürgermeister. Das könne aufgrund der deutlichen Strukturunterschiede jedoch keinesfalls funktionieren.

Die KfH torpediere mit der Entscheidung zur Schließung der Dialysestation in Rotenburg die Bemühungen der Akteure im Landkreis Hersfeld-Rotenburg für eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung für die Menschen in der Region nachhaltig. „Die KfH muss wissen, dass wir diese mit niemandem vor Ort abgestimmte Entscheidung keinesfalls hinnehmen werden“, sagt Grunwald und dankt Landrat Dr. Michael Koch, dass er ebenfalls bereits klar Stellung bezogen habe.

Der Bürgermeister werde nun zusammen mit den Betroffenen und den politischen Vertretern der Region alle Hebel dafür in Bewegung setzen, dass das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e. V. seine Entscheidung gegen die Bürger zurücknehme.

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