Dieter Laser spielt in "Der Prozess"

Dieter Laser. Foto: Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)

Schauspieler Dieter Laser inszeniert bei den 69. Bad Hersfelder Festspielen den Advokaten Huld.

Bad Hersfeld. „Dieter Laser sah ich in den achtziger Jahren zum ersten Mal auf der Bühne, in einer Inszenierung von Rudolf Noelte, und wusste sofort: das ist ein ganz großer Schauspieler!“, sagt Festspiel-Intendant und Regisseur Joern Hinkel. „Ich war so gebannt von seiner kompromisslosen Darstellung, dass ich sie bis heute im Gedächtnis habe. Selten ist mir ein Schauspieler begegnet, der sich seine Rollen so radikal aneignet.“ Dieter Laser ist über das Angebot, in der Stiftsruine aufzutreten, glücklich: „Ich freu’ mich wahnsinnig, das erste mal an einem historisch so bedeutsamen Ort der Theatergeschichte wie Bad Hersfeld zu spielen. Ich bin total begeistert, mit einem von mir so hoch geschätzten, hoch professionellen und liebevollen Regisseur wie Joern Hinkel an einem so umwerfend komischen, geheimnisvollen und tragischen Stoff des hoch verehrten Franz Kafka zu arbeiten. Schöner kann ein Sommer nicht werden.“ Laser spielt in Joern Hinkels Fassung von Kafkas PROZESS für die Bad Hersfelder Festspiele den Advokaten Huld. Er gilt als der beste Anwalt der Stadt, die Prominenten stehen bei ihm Schlange, alle wollen sich von ihm verteidigen lassen, beeindruckt durch seine Redegewandtheit und Intelligenz, und merken viel zu spät, dass sie womöglich einem Schaumschläger aufgesessen sind, der mit möglichst wenig Zeitaufwand möglichst viel Profit für sich herausschlägt.

„Dieter Laser ist mit seiner raumgreifenden Persönlichkeit genau der Schauspieler, den ich mir für Huld vorgestellt habe“, meint Joern Hinkel. „Er ist in der Lage, Charaktere zu verkörpern, die ihren Mitspielern geheimnisvoll und verschlossen bleiben, deren Emotionen aber die Zuschauer geradezu anspringen.“ Dieter Laser spielte in 68 Deutschen und Internationalen Film- und Fernsehproduktionen mit Jürgen Prochnow, Bruno Ganz, Burt Lancaster, Julie Christie, John Malkovich, Glenn Close u.v.a.. In Kiel geboren und in Hamburg aufgewachsen, arbeitete Dieter Laser zunächst als Statist am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und wurde von Gustaf Gründgens, dem “König des Theaters“ im wahrsten Sinne des Wortes entdeckt, als sein Versteck hinter der letzten Parkettreihe aufflog, von wo aus Laser auf dem Boden kniend, täglich die Proben verfolgt hatte, völlig übermüdet von seiner nächtlichen Arbeit als Hoteldiener im Hotel Eden jenseits vom Schauspielhaus. Von Gründgens des Saales verwiesen, erklärte Laser zitternd und stotternd, dass er keine Statisterie mehr machen werde, wenn er die Proben nicht beobachten dürfe, denn er wolle Schauspieler werden. Diese “fürchterliche Drohung“ amüsierte den “König“ und er betraute Laser versuchsweise mit ersten kleinen Rollen, die nach und nach grösser wurden, bis er eines Tages mit einem Vertrag in der Tasche, aus dem Statisten-Saal in eine richtige Künstler-Garderobe umziehen durfte – er war tatsächlich Schauspieler geworden. Sein nächster großer Entdecker wurde Peter Stein. Die enge Zusammenarbeit dauerte sieben Jahre. Sie begann an den Münchner Kammerspielen, wurde am Schauspielhaus Zürich fortgesetzt und führte schließlich zur Mitbegründen der Berliner Schaubühne, in deren Direktorium Laser gewählt wurde. Neben zahlreichen Gastspielen an Bühnen wie Schillertheater Berlin, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Städtische Bühnen Frankfurt am Main, Düsseldorfer Schauspielhaus, Staatstheater Stuttgart, Münchner Kammerspiele, Zürcher Schauspielhaus, Theater Basel, Burgtheater Wien, Salzburger Festspiele etc.. spielte er in sehr vielen TV- und Kinorollen. Für die Titelrolle in seinem ersten Kinofilm JOHN GLÜCKSTADT erhielt Dieter Laser 1975 den Bundesfilmpreis Filmband in Gold. Es folgte 1976 die Nominierung zum Bundesfilmpreis für Bildreporter Werner Tötges in DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM. Für seine Rolle in dem Comedy-Horror-Thriller THE HUMAN CENTIPEDE erhielt er mehrere Preise.

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