DRF: Bundesweit 35.075 Einsätze für die Lebensretter aus der Luft

Waldhessen. Nie zuvor war die DRF Luftrettung bundesweit so stark gefordert wie 2011: Die Luftretter leisteten 35.075 Einsätze, drei Prozent mehr als

Waldhessen. Nie zuvor war die DRF Luftrettung bundesweit so stark gefordert wie 2011: Die Luftretter leisteten 35.075 Einsätze, drei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Bei rund 100 Einsätzen am Tag wurden die rot-weißen Hubschrauber häufig zur Rettung von Patienten mit Herzinfarkt und Schlaganfall alarmiert. In 16 Prozent aller Fälle brachten die Luftretter auch Opfern von Verkehrs- und Freizeitunfällen schnelle notärztliche Hilfe.

In der Notfallrettung zählt jede Minute. Ob Motorradunfall oder schwerverletztes Kind: Die Luftretter leisten am Einsatzort notärztliche Hilfe und bringen ihre Patienten schnellstmöglich in die zur Behandlung geeignete Klinik. Jeder dritte Notfallpatient muss inzwischen mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus transportiert werden – eine Folge der bundesweiten Spezialisierung von Kliniken.

Auch Kinder und Jugendliche waren 2011 auf die rot-weißen Lebensretter aus der Luft angewiesen: Im vergangenen Jahr versorgte die DRF Luftrettung 2.493 Notfallpatienten im Alter von 0-18 Jahren. Wie auch am 26. Mai 2011, als die Zwickauer Besatzung einen sechsjährigen Jungen vor dem Ertrinken rettete: Das Kind fiel beim Spielen in ein Schwimmbecken und trieb leblos im Wasser. Alarmiert durch die Rettungsleitstelle Zwickau landete "Christoph 46" nur acht Minuten später an dem ca. 26 km entfernten Einsatzort. Den Notärzten gelang es, den kleinen Patienten wiederzubeleben und zu stabilisieren. An Bord des Zwickauer Rettungshubschraubers der DRF Luftrettung wurde der Sechsjährige zur Behandlung in eine Klinik geflogen. Nur durch die schnelle notärztliche Versorgung vor Ort und den umgehenden Transport in ein Krankenhaus konnte das Leben des Jungen gerettet werden.

Vorreiter im Nachtflug

Notfälle passieren rund um die Uhr. Auch schwer kranke Patienten müssen nachts zwischen Kliniken transportiert werden: An den acht Stationen der DRF Luftrettung im 24-h-Betrieb wurde jeder fünfte Einsatz nachts geleistet. Als einzige Luftrettungsorganisation bundesweit setzt die DRF Luftrettung bei Einsätzen in der Dunkelheit Nachtsichtbrillen ein. Diese Innovation hilft den Piloten Hindernisse wie Strommasten oder Nebelfelder besser zu erkennen. Damit wird die Luftrettung bei Nacht noch sicherer.

Ranking der Bundesländer

Baden-Württemberg war im vergangenen Jahr das einsatzstärkste Bundesland der DRF Luftrettung: Die sieben Luftrettungsstationen leisteten insgesamt 9.128 Einsätze, gefolgt von Bayern mit 5.802 Einsätzen (fünf Stationen), gefolgt von Thüringen mit 3.440 Einsätzen (drei Stationen) und Sachsen-Anhalt mit 3.313 Einsätzen (zwei Stationen).

Allgemeine Informationen zur DRF Luftrettung

In Deutschland hat jeder Betroffene Anspruch auf den Einsatz eines Rettungshubschraubers, wenn dies medizinisch erforderlich ist. Die örtlichen Rettungsleitstellen disponieren nach Eingang des Notrufs den schnellsten Notarztzubringer. Während Rettungsfahrzeuge nach festen Pauschalen bezahlt werden, rechnet die DRF Luftrettung nur die geleisteten Flugminuten mit den Krankenkassen ab. Das deckt im bundesweiten Durchschnitt nicht vollständig die Kosten der Luftrettung: "Zum Wohle der uns anvertrauten Patienten investieren wir fortlaufend in die Optimierung medizintechnischer Geräte, die Modernisierung unserer Flotte und die Fortbildung unseres Personals. Auch besondere Rettungsverfahren, wie die Wasser- und Windenrettung, bedeuten hohe Anschaffungskosten sowie kostenintensive regelmäßige Schulungsmaßnahmen. Diese vielfältigen Investitionskosten müssen wir als gemeinnützige AG selbst tragen", erklärt Steffen Lutz, Vorstand der DRF Luftrettung.

Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die DRF Luftrettung deshalb auf die Unterstützung von Förderern angewiesen. In vielen Orten informieren Außendienstmitarbeiter die Bevölkerung über die Arbeit der DRF Luftrettung, um Förderer für den DRF e.V. zu werben. Sie tragen Dienstkleidung und können sich ausweisen. Infotelefon: 0711-70072211.

DRF Luftrettung im In- und Ausland

2011 flog die DRF Luftrettung an 31 Hubschrauberstationen in Deutschland, Österreich und Dänemark täglich Rettungseinsätze, an acht Stationen sogar rund um die Uhr. Dabei wurden die rot-weißen Hubschrauber der DRF Luftrettung zu 28.483 Notfalleinsätzen alarmiert, 8.853 mal transportierten sie Intensivpatienten zwischen Kliniken.6 Ambulanzflugzeuge der DRF Luftrettung und der LAR (Luxembourg Air Rescue) wurden außerdem für weltweite Patientenrückholungen eingesetzt: 912 Patienten wurden aus dem Ausland in ihre Heimatländer transportiert, 100 Länder wurden angeflogen. Insgesamt leistete die DRF Luftrettung 2011 mit rund 660 Notärzten, 320 Rettungsassistenten und 160 Piloten 38.366 Einsätze. Mehr Informationen im Internet unter:www.drf-luftrettung.de

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