Wahrhaft bühnenreif: Entertainerin Dunja Raiter im Strandkorbgeplauder

Entertainerin Dunja Rajter plauderte im Strandkorb mit ­Redakteur Rick Fröhnert über ihr aufregendes Leben und ihren Auftritt am 5. August im Festzelt vor der Stiftsruine.

Dunja Rajter über ihre Rolle in Winnetou, die Ehe mit Les Humphries und ihren Liederabend in der Festspielstadt

Bad Hersfeld. Wenn Entertainerin Dunja Rajter beginnt, aus ihrem bewegten Leben zu erzählen, dann hört man ­gerne zu. So viel hat die ge­bürtige Kroatin zu berichten: Von den guten ­Zeiten, den ­goldenen Jahren im Showgeschäft und ihren großen Er­folgen in Musik- und Filmlandschaft – aber auch von den weniger schönen Seiten des Lebens, ihrer unglück­lichen Ehe mit Les Humphries und ihrem schweren Autounfall. „Dennoch würde ich alles wieder genauso machen“, sagt die 71-Jährige im Strandkorbgeplauder und weiter: „Denn all das macht mich zu dem, was ich heute bin.“

Obwohl sie bereits seit mehr als 50 Jahren auf der Bühne steht, ist Dunja Rajter immer noch vor jedem Auftritt ­nervös. „Das Lampenfieber gehört einfach dazu – sobald ich auf die Bühne komme, ist es im Nu vorbei.“ Ähnlich wird es ihr auch am 5. August ergehen, wenn Rajter im Festzelt vor der Stiftsruine zu ­einem großen Liederabend einlädt. „Himmel und Erde“ heißt das Programm, das sie aktuell direkt auf Bad Hersfeld abstimmt. „Ich werde passend zu dieser Spielzeit ­Zitate von ­Luther einbauen“, erklärt die Sängerin. Es werde nachdenkliche Lieder, aber auch fröhliche Folklore zum Mitklatschen geben.

„Wirrwarr an Sprachen“

Gut erinnert sich Dunja ­Rajter noch an eine ihrer be­kanntesten Rollen: Die Belle / Betsy in den Karl May Ver­filmungen von ‘Winnetou’ und ‘Unter Geiern’. „Ich bin sehr stolz, dass die Filme ­heute als wahre Klassiker ­gelten“, so Rajter. Zudem waren die ­Dreharbeiten damals durch die vielen unterschiedlichen Nationalitäten der Schau­spieler ­eine echte Heraus­forderung. So sprach der ­Apachen-Häuptling, Winnetou-Darsteller Pierre Brice, nur französisch, Lex Barker nur englisch und ­Bösewicht ­Mario Adorf deutsch.

„Es war ein Wirrwarr an Sprachen und man ­musste ­immer genau darauf achten, wann ein Satz beendet ist – man hat ja nicht verstanden was der Schauspieler gegenüber sagte“, lacht Dunja Rajter heute. Es folgten zahlreiche Erfolge in den ­Hitparaden – mit ­Schlagern wie „Was ist schon dabei“ oder „Salem Aleikum“ – aber auch viele Film- und Fernsehproduktionen wie beispielsweise „Salto ­Mortale“ und der mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Film „Der Beginn“.

Doch Dunja Rajter kennt nicht nur die Sonnenseiten des Lebens. Ein schwerer ­Autounfall in den Alpen hätte sie in den 70ziger Jahren fast das Leben gekostet. „Nur Dank der ­Wiederherstellungs­chirurgie ist mein Gesicht heute nicht entstellt“, erklärt sie offen. „Ich hatte damals Glück, dass das Krankenhaus erfuhr, dass ich eine Bekanntheit war“, erinnert sie sich. Statt einer großen Nadel zum Nähen wechselte der Arzt auf eine kleine und es wurde behutsam darauf geachtet, dass möglichst keine Narben zurückbleiben. „Für mich war es in dem ­Moment gut, aber eigentlich möchte ich nie eine Sonderbehandlung nur auf Grund ­meines Namens bekommen“, sagt Rajter ehrlich.

„Ich hatte eine tolle Kindheit, auch wenn wir arm waren. Es gab damals nicht viel, auch die Schau­fenster waren leer“, erinnert sie sich und weiter: „Als ich dann für die Dreh­arbeiten von ­Winnetou das ­erste Mal in Berlin war und die vollen Schaufenster sah, fühlte ich mich wie ‘Alice im Wunderland’.“ Auch heute erinnert sie sich ab und an zurück, wie es war, nicht viel Geld zu haben – „das ­erdet ­einen ungemein“.

Das Liebesglück gefunden

In der Liebe hatte die Entertainerin nicht immer Glück. Vor allem ihre Ehe mit ­Musiker Les Humphries sei schlimm gewesen. „Ich bin ­irgendwann nur mit einem ­Koffer und unserem kleinen Sohn Danny aus dem Haus geflüchtet“, erklärt sie im KA-Gespräch. „Dennoch musste alles genau so sein, denn sonst hätte ich meinen ­wundervollen Sohn nicht.“ Inzwischen ist Dunja Rajter sogar Großmutter: „Die Kleine ist so süß – ich bin eine ganz stolze Oma.“ Und auch in der Liebe hat sie ihr Glück längst gefunden. Mit Ehemann Michael ist sie seit 31 Jahren glücklich. „Das Rezept für eine gute Ehe ist vor allem Vertrauen“, weiß sie heute. Beruflich lässt es Dunja ­Rajter nun ruhiger angehen. „Ich ­mache das, worauf ich Lust habe – wie die Lieder­abende.“

Ein weiteres Wiedersehen mit Bad Hersfeld schließt sie nicht aus. „Ich bewundere Dieter Wedel sehr und würde gerne bei den Festspielen mitspielen – wenn die Rolle passt. Bad Hersfeld ist inzwischen ein Juwel in ­Hessen – und durch die Festspiele in aller Munde. Ich bin gerne ein Teil davon.“

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