Vom HKZ hin zur eigenen Praxis: Chefarzt Vallbracht wechselt

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Mit einer ähnlichen Rotationsangioplastie oder einfacher „Dem Bohrer“ öffnete Vallbracht unter anderem mal ein Bein. Foto: Kolb

Chefarzt der Kardiologie, Dr. Christian Vallbracht, wechselt vom Herz- und Kreislaufzentrum in private Praxis.

Rotenburg. Der 65-jährige Prof. Dr. med. Christian Vallbracht hätte laut Vertrag noch bis 2018 im HKZ bleiben können. Doch erfüllt der Direktor der Kardiologie sich vorab den Wunsch, eine eigene Praxis zu eröffnen und hat daher den Vertrag gelöst. Bei einem Abschiedssymposium am vergangenen Freitag, 25. November, kamen einige Größen aus der Herz- und Gefäßchirurgie, Kardiologie und Angiologie.

In einem Vorabgespräch erinnerte sich Vallbracht an einige Momente seiner Laufbahn. Uniabsolventen hätten in der Regel viel Wissen im Kopf, doch fehle es an Praxiserfahrung. Einige Themen wurden in Vallbrachts Unizeit auch gar nicht thematisiert.

Dazu zählen die Kurzatmigkeit bei Kindern und wie man bei einer Geburt helfen kann. Mit letzterem wurde er bereits bei seiner dritten Schicht konfrontiert. "Ich bin losgefahren, ohne direkt zu wissen, um was es geht. Erst während der Fahrt wurden mir die Details bekannt", erinnert sich Vallbracht. Nach fast einer Stunde traf er bei der werdenden Mutter ein, 17 Jahre, Zwillinge, Heimgeburt.

Zudem gab es diverse Probleme sowie 17 Angehörige, die zusahen. "Zum Glück habe ich am Abend davor noch etwas über Geburtshilfe gelesen und konnte etwas vom Gelesenen anwenden. Es war eine schreckliche Situation, die irgendwie gelöst wurde", erinnert sich Vallbracht über das prägende Erlebnis.

Heute teilt er den Arztberuf in drei Kategorien ein: Die berechtigte Unsicherheit ist vorallem zu Anfang vorhanden und vieles wird mehrmals nachgefragt, da Fehler vermieden werden wollen. Am gefährlichsten ist die unberechtigte Sicherheit. Durch diesen Hochmut passieren die schlimmsten Fehler. Daraus kann die unberechtigte Unsicherheit entstehen, die alles Gelernte in Frage stelle. Als Nirvana bezeichnet Vallbracht die berechtigte Sicherheit, doch diese wird nie erreicht: "Als Arzt bewegt man sich eher zwischen den Stadien hin und her". Nach ihm gehört zur ärztlichen Intuition auch eine eigenartige Mischung aus allem möglichen. "Ein anständiger Arzt ist sich niemals sicher... leider", erwähnt Vallbracht. "Ich bin auch so ehrlich zu den Patienten, da gemeinsam eine Lösung für das Problem gefunden werden soll." Zudem witzelt er gerne mit Patienten, da sie bei seinen Behandlungen in der Regel wach sind.

Neben seiner Praxistätigkeit will Vallbracht auch weiter forschen. "Meine Kollegen meinten, dass meine Arbeit erstmal explodieren wird, aber das muss man erstmal abwarten. Mich kaputt arbeiten, will ich nicht", sagte Vallbracht mit freudigem Blick gen Zukunft.

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