Ein Frühstück mit... Nico Kleemannx

Nico Kleemann im Gespräch mit KA-Redakteur Philipp Ling.
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Nico Kleemann im Gespräch mit KA-Redakteur Philipp Ling.

Für den Hersfeldpreisträger sind die Festspiele eine besondere Erfahrung.

Am Frühstückstisch mit dem Kreisanzeiger sitzt heute der frischgebackene Hersfeldpreisträger Nico Kleemann.

Nico Kleemann fühlt sich in Bad Hersfeld sehr wohl. Kein Wunder, denn für den Nachwuchsschauspieler sind die Festspiele ein besonderes Ereignis. Bisher war er meistens im Improvisationstheater aktiv und spielte überwiegend in kleinen Theatern. Auch seine Erfahrungen im Film sind kaum vergleichbar mit dem Spielen eines großen Stücks. „Einen Take kann man wiederholen, bis er perfekt ist, aber hier muss alles sitzen“, erläutert er. „Aber ich wusste, dass ich was kann, deshalb war ich zuversichtlich.” Und schließlich seien die Bad Hersfelder Festspiele eine große Sache – „da muss man natürlich sein Bestes geben.“

Bad Hersfeld bedeutet für den Düsseldorfer eine angenehme Abwechslung: „Ich finde es hier sehr schön und idyllisch, und weil es so klein ist, findet man sich gut zurecht.“ Die Schauspieler treffen häufig zusammen – anders als in der Großstadt, wo man sich nicht so oft über den Weg läuft. „So ist es viel angenehmer, als Gruppe zusammen zu finden”, erklärt er, und fügt hinzu: „Das Stück würde nicht funktionieren, wenn wir uns nicht so gut verstehen würden.“

Auch von der Stiftsruine ist er sehr beeindruckt. Das historische Ambiente passe nicht nur sehr gut zu dem Stück, sondern versetze einen auch gleich in eine andere Welt. „Das ist nicht wie auf einer kleinen Bühne, wo man sich alles vorstellen muss“, sagt er. Dennoch fühle man sich in dem riesigen raum nicht verloren, wozu vor allem das Bühnenbild beitrage, welches immer wieder kleinere, begrenzte Räume schaffe, wie etwa die Höhle der „toten Dichter“ oder den Klassenraum:

„So man kann sich dann gut aufs Spiel konzentrieren und diesen Raum gut ausfüllen.”

Als Todd Anderson spielt Kleemann einen sehr zurückhaltenden Schüler, der oft eher im Hintergrund bleibt. „Das hat mir den Zugang zu der Rolle erleichtert, denn dieses Beobachtende mag ich sehr.“ Dass er dafür auch mit dem Hersfeldpreis ausgezeichnet wurde, freut ihn natürlich sehr, doch er betont, dass dies eine Gemeinschaftsleistung des Ensembles sei. Genau wie er füllten alle ihre Rollen aus und gestalteten sie mit kleinen Veränderungen und eigenen Ideen weiter: „Es ist gerade bei diesem Stück super wichtig, wie wir miteinander spielen, uns die Bälle zuwerfen.“ Deshalb möchte er allen seinen Kollegen für diese tolle Zusammenarbeit danken.

Die Zusammenarbeit mit erfahreneren und berühmten Kollegen bereitet ihm keine Schwierigkeiten. . Seiner Erfahrung nach sei es eher so, dass die „Großen“ den Nachwuchs nicht von oben herab behandeln, sondern im Gegenteil auf ihn zugehen und unterstützen. Und gerade im „Club der Toten Dichter“ herrsche eine sehr offene Atmosphäre, es wird zu eigenen Vorschlägen und auch Kritik angeregt. „Ich finde es schön, wie hier alle gleich behandelt werden“, fasst er zusammen. Auf jeden Fall wird er aus Bad Hersfeld viele schöne und lehrreiche Erfahrungen mit nach Hause nehmen.

Einziger Wermutstropfen ist die Corona-Lage, denn gerne hätte er die Stiftsruine voll besetzt erlebt.

Andererseits: „So wie das Publikum reagiert, merkt man gar nicht, dass nur die Hälfte der Plätze besetzt ist.“

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