Ein Frühstück mit... Simon Stache

Der ehemalige Hersfelder Simon Stache hat viel zu erzählen.
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Der ehemalige Hersfelder Simon Stache hat viel zu erzählen.

Der ehemalige Hersfelder ist selbst ein „Toter Dichter“.

Simon Stache, der in „Der Club der Toten Dichter“ auftritt, ist in Bad Hersfeld aufgewachsen.

Simon Stache ist bereits beim Frühstück gut gelaunt, denn er kommt gerade von einem Vorsprechen: Für einen Historienfilm über den Großen Nordischen Krieg werden Darsteller für die jungen Könige aus jener Zeit gesucht. Gleich mehrere der Darsteller aus „Der Club der Toten Dichter“ sprachen für diese Rollen vor. Für den jungen Schauspieler, der heute in London lebt, ist das nicht ungewöhnlich, denn in seiner Wahlheimat Großbritannien ist er ein bekanntes Gesicht und erhält viele Anfragen, Drehtermine in Irland und in der Schweiz stehen an. Geboren ist er in Berlin, doch aufgewachsen ist er in Bad Hersfeld, seitdem die Familie 1993 nach Asbach zog. Und es war ein langer und gewundener Weg, der ihn nun wieder in seine alte Heimatstadt zurückführte. Schon in der Grundschule entdeckte er bei einem Vorlesewettbewerb ein Talent für Sprache und für das Vortragen. Selbstverständlich engagierte er sich in den schulischen Theater-AGs und stand schließlich auch als Statist auf der Festspiel-Bühne. Seine Eltern begrüßten sein Interesse an Kunst und Kultur, doch sie waren skeptisch, ob sich dies auch zur Berufswahl eigne. „Mir wurde das Gefühl vermittelt, dies sei kein richtiger Beruf sondern eher ein Hobby“, berichtet er. Also überlegte er, sein Sprachtalent zu nutzen, um Dolmetscher oder vielleicht sogar Diplomat zu werden und lernte fleißig englisch, französisch und japanisch. Das Erdbeben von Fukushima erschütterte auch seine Zukunftspläne: Er musste seinen Japan-Aufenthalt vorzeitig abbrechen und grübelte über seine Zukunft nach. Schließlich wagte er den Schritt ins Ungewisse: Er trat sein Studium der Japanologie nicht an und entschloss sich stattdessen, Schauspieler zu werden. Und da er die Anmeldefristen für Schauspielschulen in Deutschland versäumt hatte, verschlug es ihn nach London an die renommierte Royal Academy of Dramatic Art. Nach all den Veränderungen und dem Leben in einem zunächst fremden Land sei es sehr schön, wieder in die vertraute Heimat zu kommen, sagt er. Mit den Festspielen verbindet er aber nicht nur seine ersten Bühnenerfahrungen, sondern auch eine besondere Freundschaft. Durch Zufall traf er Markus Gertken wieder, denn er seinerzeit als Statist in „Die Jungfrau von Orleans” sehr bewunderte. Kurzerhand sprach er ihn darauf an und so wurde Gertken zu einem Mentor für ihn. „Es ist schon etwas besonderes, mit seinen Idolen zusammen zu arbeiten – und jetzt darf ich auch hier spielen, wo sie gespielt haben.” Angesichts seines Lebensweges ist es wohl nicht überraschend, dass „Der Club der Toten Dichter ihn besonders fasziniert – auch er hat mit Konformitätsdruck gerungen, bis er seinen Weg fand. „Ich glaube, ich war schon immer ein ‚Toter Dichter‘. Und ich merke, wie das Stück mich sehr beeinflußt auf meinem Weg“, erklärt er. Dazu trage allerdings auch Götz Schubert bei, der auch privat Züge von Mr. Keating habe. Er ermunterte die jungen Schauspieler, sich einzubringen, eigene Vorstellungen und auch Kritik zu äußern. Dies sei auch von Joern Hinkel so gewollt, dass die Schauspieler ihre Figuren mit gestalten. „Und wenn man dann sieht, wie das Publikum reagiert, wie gerührt die Menschen sind - das sind einfach unbeschreibliche Momente“, schließt er.

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