Politische Ära geht zu Ende: KA-Gespräch mit Ralf Orth

Zwölf Jahre lang war Ralf Orth Bürgermeister in Philippsthal und leitete die Geschicke der Marktgemeinde.

Ralf Orth über seine Zeit als Philippsthaler Rathauschef.

Philippsthal. Nach 12 Jahren geht eine Ära zu Ende: Für Ralf Orth, Bürgermeister von Philippsthal, neigt sich die Zeit als Rathauschef nun dem Ende zu. Am Wochenende stehen die Bürgermeisterwahlen in der Gemeinde an – der 59-Jährige stellt sich aus privaten Gründen allerdings nicht zur Wiederwahl auf. Vor zwölf Jahren wurde Orth mit 55,1 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt und wurde Nachfolger von Hartwig Klotzbach. Heute, zwei Amtsperioden später, blickt er mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf seine Zeit zurück: „Ich habe viele neue Kontakte geknüpft und die Bürger liebgewonnen. Auch wenn ich Philippsthal verlasse, wird die Gemeinde ein Teil von mir bleiben“.

Ralf Orth kehrt nach seiner Amtsperiode zurück in seine Heimatgemeinde Breitenbach am Herzberg. Dort kam er auch im jungen Alter erstmals mit dem Beruf des Bürgermeisters in Kontakt, denn: Sein Vater Paul Orth war der Kopf der osthessischen Gemeinde. Ralf Orth selbst hat in seiner Jugend aber zuerst eine Lehre zum Bäcker gemacht. Mit 31 Jahren absolvierte er dann eine Ausbildung bei der Raiffeisenbank. „Ich habe mich Stück für Stück hochgearbeitet und bin auch mal Umwege gegangen. Doch mit einem Ziel vor Augen kommt man am Ende immer an“, so der heute 59-Jährige. In seiner Zeit als Bürgermeister hat er nicht nur Recht und Gesetz vertreten, sondern auch viele Projekte umgesetzt. So hat er sich nicht nur für die Grundsanierung von über 40 Straßen, sondern auch für die Wirtschaft eingesetzt. „Ich habe als Bürgermeister immer versucht, ein neutraler Vermittler zwischen Wirtschaft und Umwelt zu sein und Kompromisse zu finden“, blickt er zurück. „Natürlich gab es auch mal kleine Krisen und schlaflose Nächte, aber letztlich haben alle Projekte funktioniert“.

Aus gesundheitlichen Gründen und aus Fürsorge zu sich selbst hat Ralf Orth nun aber entschieden, sein Amt niederzulegen. Mit viel Engagement hat er sich für die Gemeinde eingesetzt – er hat es sich zur Aufgabe gemacht, stets auf Augenhöhe mit den Bürgern zu sein. „Auch als Bürgermeister können Ziele nur gemeinschaftlich erreicht werden“, weiß Orth. So habe man in der Vergangenheit gemeinsam dafür gesorgt, junge Leute in der Gemeinde zu halten: „Mit der Ortsjugendpflege Kuppen­­-Rhön gibt es für Kinder und Jugendliche regelmäßig ein buntes Programm. Außerdem bietet Philippsthal eine kostenfreie Kinderbetreuung an.“ Aber auch andere wichtige Vorhaben, wie zum Beispiel das neue Feuerwehrgerätehaus, wurden erfolgreich umgesetzt. Die Gemeinde habe bei all den umgesetzten Projekten außerdem kaum Schulden. Abschließend ist Ralf Orth sich sicher: „Ich habe mich bemüht so gut ich konnte“. Nach Beendigung seiner Amtszeit kann der Noch-Rathauschef sieben Tage die Woche Zeit mit seiner Familie verbringen – denn das stand bei all den Aufgaben, Terminen und Projekten oft hinten an.

Nun stehen die Wege für den neuen Bürgermeister oder die neue Bürgermeisterin bereit. „Ich bin im Austausch mit den Kandidaten und werde sie natürlich auch nach meiner Amtszeit unterstützen“, so Orth.

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