Elke Künholz zu Amazon: „Hemmnisse gemeinsam abbauen“

Bad Hersfeld. Zur aktuellen Debatte um Amazon hat jetzt die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz ein Positionspapier herausgegeben:+++ +++ +++ +++ ++

Bad Hersfeld.Zur aktuellen Debatte um Amazon hat jetzt die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz ein Positionspapier herausgegeben:

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Positionspapier der Ersten Kreisbeigeordneten Elke Künholzzur aktuellen Amazon- Diskussion

Grundsätzlich vorab:

1. Amazon, Libri, GLS und andere große Logistik-Unternehmen sind grundsätzlich große Arbeitgeber in der Region.

2. Die genannten Unternehmen sind auch große Arbeitgeber für Menschen ohne Bildungsabschlüsse.

3. Die großen Logistik-Unternehmen bieten Menschen eine Chance, mindestens zeitweise Arbeit zu haben als Alternative zu Hartz IV. Auch zahlreiche Dauer-Arbeitsplätze sind entstanden.

4. Besonders Amazon ist auch speziell für Alleinerziehende interessant, nicht zuletzt durch den benachbarten Kindergarten sowie die "Mütterschicht" (8. bis 15.30 Uhr).

5. Durch die großen Logistik-Unternehmen ist die Gründung des Studienangebots "Studium Plus" der THM in Bad Hersfeld erst ermöglicht worden.

Speziell zu Amazon und der Diskussion um das Unternehmen

Das kommunale Jobcenter besteht seit 2005 und arbeitet seit dieser Zeit auch mit der Firma Amazon zusammen. Vor der Reform der Arbeitsagenturen im Vorjahr war der Agenturbezirk Hersfeld eigenständig, jetzt ist er identisch mit den Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg. Ich selbst hatte eine enge Zusammenarbeit mit dem bisherigen Geschäftsführer der Arbeitsagentur. Dadurch, dass die Spitze der Agentur nun in Fulda sitzt, ist die Zusammenarbeit leider nicht mehr ganz so eng.Gemeinsam konnten viele Dinge zum Vorteil der Arbeitslosen und Arbeitsuchenden mit der Firma Amazon verändert werden.

Amazon ist ein Unternehmen, welches leider auch in Deutschland nach US-Amerikanischen Wirtschafts-Philosophien geführt wird. Beispielsweise werden dort Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gekündigt wenn sie länger erkrankt sind. Dies machen sie hier leider auch; allerdings ist auch eine Wiedereinstellung nach einiger Zeit möglich und schon geschehen.

Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit wurden enge und verbindliche Normen geschaffen, z. B.: eine deutliche zeitliche Reduktion von Probearbeit und Praktika Arbeitsuchender, aber auch Nachqualifizierungen von zu Amazon vermittelten Klienten mit anschließend garantierter und auch erfolgter WiedereinstellungDies ist insbesondere bei unserem Klientel aus dem Bereich des SGB II wichtig, welches oft viele Jahre ohne regelmäßige Arbeit ihr Leben gestalten musste. Dabei bauen sich für den einzelnen Menschen im Laufe der Zeit vielfältige Problemstellungen auf. Diese Hemmnisse müssen von uns gemeinsam mit den Klienten abgebaut werden. Fehlende Motivation, Arbeitsentwöhnung, Schulden, Sucht und Krankheit sind hier Schlagworte.

Amazon hat einen hohen Arbeitskräftebedarf insbesondere zu besonderen wiederkehrenden jährlichen Geschäftszeiten. Vor 2005 wurde dieser ausschließlich über die örtliche Agentur für Arbeit gedeckt. Danach auch von uns als Jobcenter und – wie wir wissen – von Jobcentern umliegender Kreise.  Wir als Jobcenter haben eine Regelkommunikation mit den beiden Geschäftsführern von Amazon.

Aufgrund der Konjunkturentwicklung – hier im Logistikstandort Hersfeld-Rotenburg zog diese bereits in der ersten Jahreshälfte 2010 und damit vor anderen Kreisen und Regionen deutlich an – fehlen Amazon regionale Arbeitskräfte zu Spitzenzeiten. Daher wohl der "internationale Deal" mit der Arbeitsagentur.

Bezüglich Unterbringung von Angeworbenen und Sicherheitsdienst kann der Kreis keine Angaben machen, da wir diesbezüglich nicht beteiligt waren.

ÖPNV ist hier im ländlichen Raum ein grundsätzliches Problem, welches nicht nur Arbeitnehmer bei Amazon betrifft, sondern auch in anderen Branchen auftritt.Wir vermitteln weitaus überwiegend direkt zu Amazon, Vermittlungen über Zeitarbeit sind sehr gering. Aufgrund unseres Auftrages zur Vermittlung unserer Klienten in Arbeit erfolgen jedoch auch Vermittlungen zu Zeitarbeitsfirmen.Die aktuell diskutierte Amazon-Problematik sehe ich darin, dass die Agentur für Arbeit Arbeitskräfte aus dem Ausland vermittelt, sie aber nicht bis zur Einstellung begleitet und zur Verfügung steht. Hieraus sind Lehren für die Zukunft zu ziehen. Dies ist aber ausschließliche Angelegenheit der Agentur für Arbeit.

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