"Enkeltrick"-Betrüger erbeutet 19.000 Euro

Eine 83-jährige Bad Hersfelderin wurde Opfer der miesen Betrugsmasche.

Bad Hersfeld. Opfer eines sogenannten Enkeltricks wurde am Donnerstagnachmittag, 22. November eine 83-jährige Bad Hersfelderin. Sie wurde am Vormittag von einem Mann angerufen. Die Frau glaubte ihren Cousin am Telefon zu haben. Er sei in Fulda und wolle ein Haus kaufen. Seine Bank könne ihm das Geld erst am Freitag geben, er bräuchte es aber sofort. Eine Viertelstunde später erschien die Rentnerin bei ihrer Bank und wollte 15.000 Euro von ihrem Konto abheben. Der Berater der Bank sprach die Frau mehrmals anhand eines Fragebogens der Polizei auf mögliche Betrüger und auch den "Enkeltrick" an. Die Rentnerin verneinte alle Fragen und bekam das Geld. Zuhause angekommen tat sie noch 4.000 Euro dazu. Zu diesem Zeitpunkt bekam sie weitere Anrufe von dem angeblichen Cousin, der zur Eile drängte. Schließlich tat sie das Geld in einen Briefumschlag und ging gegen 13 oder 13.30 Uhr zur Ecke Lullusstraße/Wigbertstraße.

Dort übergab sie den Briefumschlag mit dem Geld an eine junge Frau. Diese hatte der Anrufer beschrieben. Die junge Frau hatte es auch sehr eilig, nahm den Umschlag und lief gleich weg, da sie mit ihrem Auto im Halteverbot stehen würde. Auffällig bei der jungen Frau sollen lila geschminkte Lippen gewesen sein. Sie trug offene, schulterlange Haare, war ca. 1,65 Meter groß. Wer hat diese junge Frau am Donnerstagmittag im Bereich der Lullusstraße / Wigbertstraße in Bad Hersfeld wahrgenommen? Wer kann Hinweise auf einen möglichen männlichen Begleiter oder ein verdächtiges Auto geben? Hinweise bitte an die Polizei in Bad Hersfeld, Telefon: 06621/9320 oder im Internet unter www.polizei.hessen.de - Onlinewache.

Das Polizeipräsidium Osthessen weist aus diesem aktuellen Anlass noch einmal auf ihre Seniorenpräventionskampagne im Internet, www.senioren-sind-auf-zack.de, besonders hin. Polizei warnt nochmals ausdrücklich vor Betrügern: Der so genannte Enkeltrick ist eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, der für Opfer oft existenzielle Folgen haben kann. Sie können dadurch hohe Geldbeträge verlieren oder sogar um Ihre Lebensersparnisse gebracht werden.

Mit den Worten "Rate mal, wer hier spricht" oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei meist älteren und allein lebenden Personen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, ein Auto- oder Computerkauf. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt.

Sobald das Opfer zahlen will, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt. Hat der Betroffene die geforderte Summe nicht parat, wird er gebeten, unverzüglich zur Bank zu gehen und dort den Betrag abzuheben. Nicht selten ruft der Täter sogar ein Taxi, wenn das Opfer den Weg nicht mehr zu Fuß bewältigen kann. Auf diese Weise haben Enkeltrick-Betrüger in der Vergangenheit bereits Beträge im fünfstelligen Eurobereich erbeutet.

Tipps der Polizei gegen den Enkeltrick:

Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.

Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.

Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.

Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahestehende Personen. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.

Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110. Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.

Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom.

Bewahren Sie Ihre Wertsachen, wie höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände nicht zuhause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach.

Rubriklistenbild: © dpa

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