Ensemble der Bad Hersfelder Festspiele 2016 vorgestellt

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Auch in der kommenden Festspiel-Saison dürfen sich die Zuschauer auf einige große Namen freuen.

Bad Hersfeld. Großer Andrang herrschte wieder bei der Vorstellung des diesjährigen Festspiel-Ensembles. Im Hotel am Kurpark begrüßten Intendant Dieter Wedel, der künstlerische Leiter der Festspiele Joern Hinkel und Bürgermeister Thomas Fehling ihre Gäste, doch im Fokus der Aufmerksamkeit standen natürlich die Schauspieler. Festspiele sollten sich nach Wedels Überzeugung vom normalen Theater auch dadurch abheben, dass man dort die Möglichkeit bekommt, bekannte Schauspieler einmal live zu sehen – etwas, wofür sich eine weitere Anfahrt lohnt.

Dementsprechend wurde für das Premierenstück "Hexenjagd" mit André Hennicke ein äußerst renommierter und bekannter Schauspieler ausgewählt. Bekannt unter anderem für charaktervolle Bösewichte und Nazischurken, wird er die Rolle des Richters Danforth im Hexenprozess übernehmen.Mit Elisabeth Lanz in der weiblichen Hauptrolle wählte Wedel eine ungewöhnliche Besetzung. Elisabeth Proctor werde nämlich üblicherweise als kühle, verhärmte Frau dargestellt, während die als "Tierärztin Dr. Mertens" bekannte Schauspielerin eher eine warmherzige und sinnliche Frau verkörpere. Als Ensemblemitglied der Nibelungenfestspiele konnte sie ihre neuen Kollegen schon einmal auf die Zusammenarbeit mit Dieter Wedel vorbereiten: In der intensiven Phase könne es schonmal zu Reibereien kommen, das dürfe man dann nicht persönlich nehmen. "Aber ich liebe das, ich finde, dass daraus Energie entsteht", fügte sie hinzu.

Obwohl jung geblieben, kehrt mit Horst Janson ein "Alter Hase" auf die Festspielbühne zurück – 50 Jahre ist es her, dass er in einer viel beachteten Aufführung des "Sommernachtstraums" unter William Dieterle in der Stiftsruine mitspielte. 2016 wird der "jüngste 80-Jährige, den ich kenne" (so Wedel) den widerspenstigen Giles Corey spielen, der sich auch unter der Folter nicht beugt.

Eine weitere ungewöhnliche Besetzung ist Motsi Mabuse, die hauptsächlich als Profi-Tänzerin aus "Let’s Dance" bekannt ist. Für die Rolle der Tituba suchte Wedel explizit eine schwarze Schauspielerin, die ihren Text auch etwas radebrechen sollte – bei Profi-Schauspielerinnen, die natürlich auf korrekte Aussprache achten, ein schwieriges Unterfangen. Die in Südafrika geborene Mabuse hingegen überzeugte nicht nur mit ihrem Akzent, sondern auch mit ihrer Ausstrahlung, die sogar weitere Probeaufnahmen überflüssig machte. Ihrer neuen Herausfordeung sieht sie gelassen entgegen: Bei der Schauspielerei komme es schließlich, wie auch beim Tanzen, auf das Gefühl an, das man vermitteln müsse. Selbstverständlich wird sie in der Aufführung aber auch ihr tänzerisches Können unter Beweis stellen dürfen.

Für das Familienstück "Krabat" konnte Regisseur Joern Hinkel einen alten Bekannten vorstellen: Robert Joseph Bartl dürfte den Festspielbesuchern noch als Zirkusdirektor in der "Komödie der Irrungen" in bester Erinnerung  sein.  Er wird den Meister spielen, der Krabat in der Zauberkunst unterrichtet – eine anspruchsvolle Doppelrolle, wie Joern Hinkel anmerkte, denn der Meister ist seinen Schülern sowohl ein väterlicher Mentor als auch eine düstere Bedrohung.

Auch das Musical "My Fair Lady" stellte Wedel bei der besetzung vor Probleme: Ungewöhnlich für ein Musical enthält es sehr viel, zum Teil auch komplizierten, Text – was klassische Musicaldarsteller vor Probleme stellt. "Da gab es beim Casting schon mal Tränen" berichtet Wedel. Für ein solches Stück brauche man keine Sänger, die auch schauspielern können, sondern umgekehrt Schauspieler, die auch singen können.

Während die Hauptrolle der Eliza noch nicht bekannt gegeben werden konnte (hier sind derzeit zwei Kandidatinnen im Gespräch), war mit Gunther Emmerlich bereits ein passendes Multitalent gefunden. Entgegen der zu erwartenden Bestezung wird er aber nicht den Kutscher Doolittle spielen, sondern Oberst Pickering, einen Mann der feinen Gesellschaft (umgekehrt wird Ilja Richter, eigentlich für den Oberst prädestiniert, den Kutscher spielen). Dieser ‘Rollentausch’ gefalle ihm sehr, sagte Emmerlich dazu, und führte weiter aus: "Ich finde es gut, was Wedel gesagt hat, dass er darauf achtet, den Schauspielern keine Rolle zu geben, die sie schon oft gespielt haben. Das wird für mich eine neue Herausforderung." Und einen Oberst habe er immerhin auch schon im letzten Jahr bei den Opernfestspielen  gespielt, meinte er schmunzelnd.

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