E.ON Mitte: 180.000 Euro jedes Jahr für Rohrnetzüberprüfung

Rotenburg. Routiniert rollt Werner Kapell das moderne Gasspürgerät über die Straße. Von weitem sieht es so aus, als würde er die Straße mit eine

Rotenburg. Routiniert rollt Werner Kapell das moderne Gasspürgerät über die Straße. Von weitem sieht es so aus, als würde er die Straße mit einem Staubsauger reinigen. Seine Augen fixieren dabei den Monitor eines kleinen Laptops, den er vor seinem Körper trägt. "Keinerlei Undichtigkeiten in dieser Straße, die Gasleitungen sind alle in einem guten Zustand", sagt er nach einigen Minuten, ehe er weitergeht zur nächsten Straße. Werner Kapell arbeitet als geprüfter Gasspürer bei der Firma Sewerin aus Gütersloh - derzeit ist er in Rotenburg im Einsatz für die E.ON Mitte AG.

Dass er keinerlei Gaskonzentration in der Straße feststellt, freut vor allem Uwe Rodeck, Fachkraft Gas beim regionalen Strom- und Gasnetzbetreiber. Überrascht ist er vom Messergebnis allerdings keineswegs. "Das Erdgasnetz befindet sich in einem guten Zustand", sagt Rodeck. "Dennoch ist es nach dem technischen Regelwerk notwendig, dass wir das Netz regelmäßig auf mögliche Leckstellen überprüfen."

Rund 5.000 Kilometer umfasst das gesamte Erdgasnetz von E.ON Mitte, etwa 1.500 Kilometer müssen davon in diesem Jahr von Kapell und seinen Kollegen einer sogenannten Rohrnetzüberprüfung unterzogen werden. Allein in Rotenburg sind es in den Stadtteilen Rotenburg, Braach und Lispenhausen rund 60 Kilometer. Darüber hinaus werden in der Marktgemeinde Eiterfeld die Ortsteile Arzell und Leibholz überprüft, in Philippsthal die Ortsteile Heimboldshausen und Röhrigshof, in Wildeck der Ortsteil Obersuhl und der Haunecker Ortsteil Sieglos. Und das alles zu Fuß, lediglich ausgerüstet mit modernem Gasspürgerät, Laptop, GPS-Empfang und digitalem Kartenmaterial. Dabei steht er stets in engem Kontakt mit den vor Ort zuständigen Mitarbeitern von E.ON Mitte in Bebra, die ihn bei Fragen zum Gasnetz sowie in speziellen Situationen unterstützen, beispielsweise zur Absicherung in Gebieten mit besonders hohem Verkehrsaufkommen.

Das Gasspürgerät saugt mittels einer Sonde die Bodenluft über den in der Straße verlegten Gasleitungen an und analysiert diese auf möglichen Methangehalt. Bei geringsten Gaskonzentrationen ertönt ein akustisches Signal. Zusätzlich wird die gemessene Gaskonzentration angezeigt. Anschließend meldet Kapell den genauen Punkt der Messung an die Netzleitstelle von E.ON Mitte, damit eine mögliche Leckage umgehend durch die vor Ort zuständigen Mitarbeiter von E.ON Mitte behoben werden kann. Zusätzlich zu den Gasleitungen in der Straße werden auch die Hausanschlussleitungen überprüft.

"E.ON Mitte betreibt ein technisch hochwertiges und modernes Erdgasnetz", unterstreicht der Projektverantwortliche Thomas Dreer. "Daher stellen wir nur ganz vereinzelt kleine Undichtigkeiten fest." Diese stellen in der Regel allerdings keine Gefahr für die Anwohner dar. "Das Gasspürgerät misst bereits solch geringe Methankonzentrationen, die wir Menschen mit unserem Geruchssinn noch lange nicht wahrnehmen würden", sagt Dreer. Rund 180.000 Euro investiert E.ON Mitte jedes Jahr in die Rohrnetzüberprüfung.

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