E.ON-Mitte: FDP-Kreistagsfraktion sieht geplanten Erwerb der Anteile skeptisch

+
Jochen Paulus. Foto: Archiv

Waldhessen. Der Begeisterung, die Politiker aus der Region – vom (CDU-)Landrat bis zum DGB-Chef – für den geplanten Erwerb der E.ON-Anteile zeige

Waldhessen. Der Begeisterung, die Politiker aus der Region – vom (CDU-)Landrat bis zum DGB-Chef – für den geplanten Erwerb der E.ON-Anteile zeigen, können sich die Liberalen nicht anschließen.

"Wir sollten sehr genau darüber nachdenken, was die E.ON bewegt, ihre Anteile jetzt zum Verkauf anzubieten. Der Gedanke, dass es ein herausragend gutes Geschäft ist, drängt sich nicht unmittelbar auf, wenn der Verkäufer die Anteile unbedingt loswerden möchte", erklärte der Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion Jochen Paulus zu den Plänen den Landkreises, die Anteile an E.ON-Mitte AG zu erwerben, die der E.ON Konzern gern veräußern möchte.

"Es ist auch daran zu denken, dass der Landkreis das Geld für den Kauf gar nicht hat", gibt Jochen Paulus weiter zu bedenken. "Es passt einfach nicht zusammen, dass der Landkreis seinen Haushalt überarbeiten musste, um die Genehmigung des Regierungspräsidenten zu erhalten, außerdem erwägt, den kommunalen Rettungsschirm des Landes zur Schuldensenkung zu nutzen – und dann an eine solche Investition denkt. Eine Investition auf Pump in einem Bereich, der zweifelsfrei nicht zu den Kernaufgaben des Kreises gehört, halten wir für sehr bedenklich", so der FDP-Fraktionsvorsitzende.

"Ob es zudem sehr klug ist, wenn sich Kommunalpolitiker landauf landab schon im Vorfeld öffentlich dafür aussprechen, die Anteile zu erwerben, noch bevor die Voraussetzungen geprüft und die Bedingungen im Detail verhandelt wurden, darf zudem bezweifelt werden. Leider hat sich auch unser Landrat daran beteiligt. Den Verkäufer wird es freuen – denn der noch auszuhandelnde Preis dürfte natürlich höher ausfallen, je mehr der Verkäufer davon ausgehen darf, dass die Käufer einem möglichen Kauf gegenüber unkritisch positiv gestimmt sind", so Jochen Paulus weiter.

Paulus: "Die FDP-Fraktion spricht sich dafür aus, die möglichen Argumente, die für einen Erwerb sprechen könnten, sehr genau auf ihre Stichhaltigkeit zu überprüfen und die offenkundigen Argumente, die gegen den Erwerb der Anteile an E.ON-Mitte auf Pump sprechen, angemessen zu gewichten."

Zu bedenken sei insbesondere, dass die Gewinne, die in der Vergangenheit erwirtschaftet wurden, nicht unverändert in die Zukunft fortgeschrieben werden können.

"Bei der derzeit herrschenden Euphorie sehen wir – neben anderen Bedenken – deshalb auch die Gefahr, dass bei der Anteilsbewertung Fehler gemacht werden und in der Folge ein deutlich zu hoher Kaufpreis ausgehandelt wird. Die Gestaltungsmöglichkeiten, von denen der Landrat spricht, bleiben auch nach einer Übernahme der E.ON-Mitte durch die Landkreise überschaubar und dürfen nicht überbewertet werden. Fazit: Wir sehen den beabsichtigten Erwerb der Anteile an E.ON-Mitte sehr skeptisch", so Jochen Paulus abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Roth begrüßt Neuigkeiten zur Alheimer Kaserne

Allerdings dürfe der Ausbau in Rotenburg nicht zu lasten des Standorts Eschwege gehen.
Roth begrüßt Neuigkeiten zur Alheimer Kaserne

Bundespolizei kommt in die Alheimer-Kaserne

Endlich steht eine Nachnutzung für die Kaserne in Rotenburg fest.
Bundespolizei kommt in die Alheimer-Kaserne

Freunde des MC Hexenschuss treffen sich im Knüll

Bei Wind und Wetter trafen sich die Ganzjahres-Fahrer auf dem Knüllköpfchen.
Freunde des MC Hexenschuss treffen sich im Knüll

Fetzige Einlagen und volle Ränge bei Sport & Show in Rotenburg

Fetzige Einlagen und volle Ränge bei Sport & Show in Rotenburg

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.