Erneut Warnstreik bei Amazon – Politiker zu Gespräch eingeladen

Bad Hersfeld. Der Arbeitskampf bei Amazon geht weiter. Am Mittwoch hatte die Gewerkschaft Ver.di abermals zu einem zweistündigen Warnstreik aufgerufe

Bad Hersfeld. Der Arbeitskampf bei Amazon geht weiter. Am Mittwoch hatte die Gewerkschaft Ver.di abermals zu einem zweistündigen Warnstreik aufgerufen. Anlass war eine Gesprächseinladung der Amazon-Ge­schäfts­füh­rung an Politiker der Region, um sich vor Ort über das Unternehmen zu informieren – der Betriebsrat war zu diesem Gespräch allerdings nicht eingeladen. Vor dem Haupttor versammelten sich daher trotz des Regenwetters über 100 Beschäftigte (darunter auch Mitarbeiter vom Standort Eichhof), um den Gästen auch ihre Perspektive zu vermitteln und nochmals auf ihre Forderung nach einem tarifvertrag hinzuweisen.

Einige der Politiker nahmen das Angebot an, mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Johanna Scheringer-Wright, Direktkandidatin der Linken, versprach, die Forderungen der Beschäftigten direkt an die Geschäftsleitung weiterzutragen. Torsten Warnecke, Jörg Althoff und Dieter Franz erklärten sich ebenfalls solidarisch mit den Streikenden, während Bernd Böhle, Helmut Heiderich und Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke an den Streikenden vorbei zum Haupttor gingen.

Jürgen Lenders, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, liess sich hingegen dazu bewegen, das Wort an die Amazon-Mitarbeiter zu richten. Er erklärte, er finde es gut, dass die Arbeitnehmer für ihre Rechte eintreten und trat für eine Wiederherstellung der Tarfeinheit ein. Allerdings müsse sich seiner Ansicht nach die Politik aus der Tarifautonomie heraushalten.

Während des zweistündigen Warnstreiks informierten Mitglieder des Betriebsrates und der Tarifkommission über die aktuellen Ereignisse in Leipzig, wo die Beschäftigten in dieser Woche ebenfalls gestreikt hatten.

Zum Abschluss sprach Stefan Körzell, DGB-Vorsitzender des Bezirks Hessen-Thüringen, zu den Streikenden. Es sei inakzeptabel, dass sich Amazon dem Branchentarifvertrag verweigere, denn dieser sei dazu da, damit überall gleiche Löhne herrschen: "Amazon versucht, sich einen Vorteil auf dem Rücken der Kollegen bei anderen Versandhändlern zu verschaffen." Denn wenn Amazon damit durchkomme, müssten auch diese mit Lohnkürzungen rechnen.

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