Etwa 100 Flüchtlinge kommen Montag an – 75 Arbeitskräfte gesucht

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Auf der Bürgerrunde am Mittwochabend verkündete Bürgermeister Christian Grunwald, am Montag kommen die ersten Flüchlinge und es gibt 75 freie Stellen.

Rotenburg. Am vergangenen Mittwoch organisierte Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald erneut eine Bürgerrunde zum Thema Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Alheimer Kaserne. Die Anwesenden hatten viele Fragen und die Sicherheit der Rotenburger war noch immer ein Thema.Nach dem Auszug der Bundeswehr im zweiten Quartal  2016 sollen bis zu 900 Personen, in einer vorgesehenen 75 Prozent-Auslastung der Kaserne, Unterschlupf finden. Letztendlich werde die Besetzung der Liegenschaft jedoch bei 1.000 Personen und mehr liegen, wie der Bürgermeister mitteilte.

Die ersten Flüchtlintge sollen bereits am kommenden Montag eintreffen. Der prognostizierte Zugang von Asylbewerbern in Hessen lag im Jahr  2014 bei 20.000 Personen. In diesem Jahr verdoppelte sich die Zahl. Das BAMF geht davon aus, dass es in 2015 über 40.000 Asylbewerber allein in Hessen geben wird, 450.000 in ganz Deutschland. Von Januar bis Juni dieses Jahres kamen 57,48 Prozent der Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea, Nigeria, Pa-­kistan und anderen Ländern. Die restlichen 42,52 Prozent kamen aus dem Kosovo, Albanien, Serbien und Mazedonien.

"Das sind Menschen in purer Not und Verzweiflung. Deshalb muss ihnen so schnell wie möglich geholfen werden", so Grunwald. Die Gemeinde brauche vorerst keine großen Veränderungen mit der Ankunft der Flüchtlinge.Wie schon in der Bürgerinformationsveranstaltung vor zwei Wochen äußerten die Anwesenden wieder ihre Bedenken zum Thema Sicherheit. Eine zusätzliche Präsenzstreife wird in Rotenburg unterwegs sein und 15 zusätzliche Kräfte der Hessischen Bereitschaftspolizei werden dem gesamten Landkreis zur Verfügung stehen, bestätigte Grunwald.

Künftig soll die Alheimer ­Kaserne etwa für die nächsten 10 Jahre eine feste, eigenständige Erstaufnahmeeinrichtung werden. Zur angemessenen Versorgung der Flüchtlinge sind vorerst noch etwa 75 Stellen zu belegen. Bis zur maximalen Besetzung der Alheimer Kaserne im nächsten Jahr wird es ungefähr 150 neue Arbeitsplätze geben.  ­Weitere Infos gibt es unter www.rotenburg.de.

Die erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz informierte diese Woche, dass sie eine Beschlussvorlage zur Entscheidung über eine mögliche Belegung des Hauses zwei am Kreisjugendhof Rotenburg mit dem Landkreis zugewiesenen Asylbewerbern vorlegen werde.

Grunwald wehrt sich gegen Flüchtlinge im Kreisjugendhof

In einem Anschreiben an den Kreisausschuss des Landkreises Hersfeld-Rotenburg fordert Bürgermeister Christian Grunwald, dem Beschlussvorschlag von Frau Künholz zur Unterbringung von Flüchtlingen im Kreisjugendhof in Rotenburg keine Mehrheit zu geben.Begründung: Dieses Vorhaben wäre ein Wort- und Vertrauensbruch gegenüber dem Land Hessen und der Stadt Rotenburg. Die Entscheidung über eine Unterbringung im Jugendhof habe massive Auswirkungen auf die gesellschaftliche Akzeptanz der Unterbringung von    Asylbewerbern und die Glaubwürdigkeit der  politi-schen Entscheidungsträger seitens der Bürger. Desweiteren würde der laufende Betrieb, der Kreisjugendhof als Falggschiff der Jugend- und Freizeiteinrichtungen, behindert werden.

Sollte der Beschlussvorschlag von Künholz im Kreisausschuss die Mehrheit erhalten, dann wäre es ein Zeichen dafür, dass das Wort eines ­politisch Verantwortlichen wertlos werden kann, erklärt Grunwald in seinem Anschreiben.

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