Exklusives Interview mit Jürgen von der Lippe

Von DOREEN PFRTNER Waldhessen. In wenigen Tagen ist es soweit, dann steht der Entertainer Jrgen von Lippe in der Meirotels-Halle in Rotenb

Von DOREEN PFRTNER

Waldhessen. In wenigen Tagen ist es soweit, dann steht der Entertainer Jrgen von Lippe in der Meirotels-Halle in Rotenburg auf der Bhne. Am Samstag, 11. Oktober, heit es dann Das Beste aus 30 Jahren. Der Kreisanzeiger hat vorab mit dem Knstler ber seine Tournee und ber die unterschiedlichsten Hallen in Deutschland gesprochen.

Kreisanzeiger: Seit nunmehr 30 Jahren stehen Sie auf der Bhne. Haben Sie noch Lampenfieber?

Jrgen von der Lippe: Nein. Ich habe es noch nie gehabt. Von Anfang nicht. Also gut, der allererste Auftritt im Club. Das war sehr aufregend. Genauso wie das erste Mal Theater spielen aufregend war. Aber nachdem man dann begriffen hat, dass das eine Situation ist, die unheimlich viel Freude bringt, war das weg. Es gibt natrlich Situationen, wie eine Premiere, da ist man natrlich nervs, weil man nicht wei, wird das alles so funktionieren, wie man sich das ausgedacht hat. Das hat aber mit Lampenfieber nichts zu tun. Das ist ja die Angst vor Publikum zu treten und die kenne ich nicht.

Gibt es eine Manverkritik nach Ihren Auftritten?

Das Publikum ist der oberste Juror. Denn man merkt das ja, wenn irgendetwas nicht stimmt, wenn die Spannungskurve falsch verluft, wenn die Dramatogie nicht stimmt. Wenn irgendwelche Gags nicht znden, dann muss das nicht daran liegen, dass die Gags nichts taugen, sondern dass sie falsch platziert sind, dass sie schlecht vorbereitet sind oder mangelhaft prsentiert sind. Im Grunde arbeite ich bis zum letzten Tag, dreieinhalb Jahre lang arbeite ich an einem Programm. Es wird immer wieder, bis zum letzten Tag, was verndert, weil irgendetwas lsst sich immer verbessern.

Wann bezeichnen Sie fr sich einen Auftritt als gelungen?

Wenn das Publikum tobt, ganz einfach. Das muss aber nicht bei allen Gags sein. Die Leute sind nie gleich, sind nie gleich laut, sind nie gleich begeistert. Aber man wei am Schluss, am Schlussbeifall, wie den Leuten der gesamte Abend gefallen hat. Und das sollte eben so sein, dass man sagt Ja, da haste einen guten Job gemacht und diese Leute kommen beim nchsten Mal wieder. Das ist ja der Punkt.

Whrend Ihrer jetzigen Tournee treten Sie sowohl in greren Stdten als auch in kleineren Orten wie zum Beispiel Rotenburg auf. Wonach richtet sich die Auswahl der Orte?

Nach der Halle.

Nach der Hallengre oder welche Auswahlkriterien haben Sie?

Ja, auch. Aber es gibt auch Hallen, wo ich danach sage Hier komme ich nicht mehr hin. Wenn es einfach keinen Spa macht dort zu spielen. Das ist hufiger bei so Mehrzweckhallen oder neuen Hallen, wo Leute am Werk waren, die keine Ahnung haben, was das bedeutet, so eine Veranstaltung zu machen. Es gibt so Hallen, da kommt einfach keine Gemtlichkeit auf. Die haben keine Atmosphre. Das kann daran liegen, dass sie zu hoch, zu breit ist, dass die Leute sich einfach verloren vorkommen. Oder dass die Sthle nicht eng genug stehen. Da muss man sich mit den Ellenbogen so ein bisschen berhren. Das Ganze muss irgendwo was Gemtliches haben, damit es optimal ist. Ich sehe das jetzt natrlich ganz egoistisch, nur nach meinen Bedrfnissen. Es gibt natrlich auch Hallen, in denen wird auch Basketball gespielt und so eine Halle kann auch ganz toll sein.

Gibt es eine Halle, die Sie gar nicht mgen?

Der allerschlimmste Saal der Republik ist die Lichtenburg in Essen. Da hren Sie einfach das Publikum nicht.

In Ihren Tourdaten habe ich gelesen, dass Sie nahezu tglich an einem anderen Ort auftreten. Was machen Sie, wenn Sie mal Zeit fr sich haben?

Habe ich nicht. Jeder siebte Tag ist zwar kein Auftritt, aber das ist ein Reisetag, da wird das Hotel gewechselt.

Ist dann so eine Tour auch Stress fr Sie?

Nein. So schn das zwar ist, das ist schwere Arbeit. Ich meine, man haut abends zweieinhalb Stunden lang alles raus, was man hat. Das ist auch eine physische Leistung, die eine recht hohe Fitness erfordert. Dazu kommen auch einfach die Abnutzungserscheinungen. Es ist immer das selbe Team, immer die selben Gesichter, und immer die selben Vorgnge; rein ins Hotel, raus aus dem Hotel; da wird man dann auch so mit der Zeit ein bisschen dnnhutig und ein bisschen launisch, ein bisschen empfindlich. Das ist nicht so, dass man so eine Tournee auf einer Arschbacke ableistet. Und da ich das seit 30 Jahren in diesem Umfang mache, mssen die ueren Bedingungen schon gut sein,ssonst wird man da ganz schnell unleidlich.

Sie haben das Thema Fitness angesprochen. Vor zwei Jahren haben Sie im Interview gesagt, Sie seien zu dick, Ihr Arzt rt Ihnen abzunehmen. Ist das noch immer so?

Ich habe gerade rund sieben Kilogramm runter und werde noch etwas weiter daran arbeiten.

Wie lange werden wir Sie noch auf der Bhne sehen knnen?

Ans Aufhren denke ich noch nicht, aber es kann jederzeit etwas mit der Gesundheit sein. Und dann kann es auch sein, dass man trotz aller guten Vorstze sagt So, jetzt habe ich keine Lust mehr. Das kann man vorher einfach nicht wissen. Ich kann mir das nicht vorstellen, dass ich, solange der Krper mitmacht und das Publikum mich noch sehen will, dann sage Nee, jetzt mache ich das nicht mehr. Das kann ich mir nicht vorstellen, aber wissen kann man so was nicht.

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