Falsche Kriminalbeamte wollten dreist ältere Dame abzocken - wir haben Tipps, wie Sie sich schützen können

Am Mittwoch versuchten falsche Polizeibeamte telefonisch eine ältere Dame um 10.000 Euro zu betrügen - als die Frau skeptisch wurde, ging sie sofort zur Polizei.

Bad Hersfeld. Seit Montagabend 23. April, haben bei älteren Mitbürgern im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in mindestens neun Fällen wieder falsche Kriminalbeamte angerufen.

So zum Beispiel am Mittwochmorgen, 25. April, rief gegen 10 Uhr ein angeblicher Kriminalbeamter der Polizei in Bad Hersfeld bei einer 74-jährigen Bad Hersfelderin an. Der falsche Kriminalbeamte erzählte der Frau von einer angeblichen Festnahme eines Mannes vor ihrem Haus und fragte, ob sie nichts mitbekommen habe.
Sie verneinte und wurde dann an einen angeblichen Kommissar Klein verbunden. Dieser erzählte ihr wiederum, dass ihr Name in dem Notizbuch des Festgenommenen gestanden habe. Im weiteren Gesprächsverlauf teilte er noch mit, dass er von einer Bankangestellten wüsste, dass sie, die Hersfelderin, ca. 10.000 Euro auf dem Sparbuch habe und nannte ihr auch ihren ungefähren Girokontostand. Dies stimmte zufällig annähernd mit den tatsächlichen Kontoständen überein. Sie solle dann die Beträge erst einmal abheben und das Geld nach Hause holen. Er würde er sich wieder melden. Die Rentnerin fuhr dann zur Bankzentrale in die Stadt und hob ihr Geld komplett ab. Als sie das Geld schließlich hatte, kam ihr die ganze Sache doch sehr seltsam vor und sie ging zur Polizei. Eine erfahrene Kriminalbeamtin nahm sich der Rentnerin an und begleitete die Frau nach Hause. Dann rief der falsche Kriminalbeamte wieder an.
Sie habe von ihrer Bank Falschgeld erhalten. Dies müsse in einem Kriminallabor untersucht werden und sie solle das Geld über einen Paketshop in Bad Hersfeld als Dokument in die Türkei überweisen. Weiterhin suggerierte der falsche Kriminalbeamte der Rentnerin, dass ihr Telefon von der Polizei abgehört werde.
Diese ganze Geschichte war natürlich von den falschen Kriminalbeamten frei erfunden.  In Begleitung einer echten Kriminalbeamtin des Betrugskommissariats der Hersfelder Kripo zahlte die Rentnerin im Anschluss ihr Geld wieder sicher bei der Bank ein. Die Rentnerin hatte durch die ganze Geschichte einen riesigen Schreck bekommen. Sie wurde von der Kripo betreut. Weitere Anrufe hatte die Rentnerin in der Zwischenzeit keine mehr erhalten und fühlt sich mittelprächtig.

Bei anderen Anrufen wurden die Betrugsmaschen etwas verändert. Grundsätzlich wird die Lage als immer äußerst dringlich dargestellt. Am Telefon wird versucht, die vermeintlichen Opfer unter verschiedensten Vorwänden dazu zu bringen, Geld- und Wertgegenstände im Haus oder auf der Bank an einen Unbekannten zu übergeben, der sich ebenfalls als Polizist ausgibt. Dazu behaupten die Betrüger beispielsweise, dass Geld- und Wertgegenstände bei ihren Opfern Zuhause oder auf der Bank nicht mehr sicher seien oder auf Spuren untersucht werden müssten. Dabei nutzen die Täter auch eine spezielle Technik, die bei einem Anruf auf der Telefonanzeige der Angerufenen die Polizei-Notrufnummer 110 oder eine andere örtliche Telefonnummer erscheinen lässt. Grundsätzlich wird bei der Polizei kein Anruf über den Notruf 110 getätigt.

Tipps der Polizei

Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
Fordern Sie den Dienstausweis der Amtsperson.
Rufen Sie bei dem geringsten Zweifeln die Behörden an.
Lassen Sie den Unbekannten in der Zwischenzeit vor der Tür warten - die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
Geben Sie über das Telefon keine Auskünfte über Geldbeträge preis.
Legen Sie auf, wenn Sie unter Druck gesetzt werden. 

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