Fast fertig: Einblicke in die Notunterkunft im Herkules-Markt

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Innerhalb von nur sieben Tagen trugen 700 Ehrenamtler dazu bei, aus dem Herkules-Markt eine Notunterkunft zu machen.

Bad Hersfeld. Der ehemalige Herkules-Markt in der Bad Hersfelder Innenstadt ist nicht mehr wieder zu erkennen. Zumindest von Innen. ­Innerhalb von einer Woche haben 700 ehrenamtliche Einsatzkräfte unterschiedlicher Hilfsorganisationen und aus der Bevölkerung es geschafft, das leerstehende Gebäude in eine Notunterkunft für ungefähr 600 Flüchtlinge umzubauen. Landrat Dr. Michael Koch rechnet damit, dass in der Nacht von Mittwoch auf ­Donnerstag 300 Personen in das seit September 2014 leerstehende Gebäude einziehen werden. Obwohl die Flüchtlinge zwar nicht alle auf einmal untergebracht werden müssen, wird es wohl nicht die einzige Notunterkunft im Kreis bleiben.

Teamwork vom Feinsten

Während des Umbaus wurde im Team und im Zweischichtensystem gearbeitet. Von täglich 8 bis 22 Uhr stellten die Helfer unter großem Zeitdruck insgesamt rund 6.000 Quadratmeter OSB-Platten so auf, dass kleine Wohneinheiten (18 Quadratmeter groß) entstanden. Nach derzeitigen Planungen sollen sich bis zu sieben Menschen ein "Zimmer" teilen. Diese sind karg eingerichtet – mit Stock- und Feldbetten und einem Vorhang als Sichtschutz. "Es ist eben nur eine Notunterkunft", betonte der Landrat am Montagnachmittag mehrfach.Trotzdem haben die Organisatoren gut mitgedacht: Jeder Raum wurde mit einer Steckerleiste und Ablagemöglichkeiten ausgerüstet, damit die Bewohner ihre ­Handys jederzeit aufladen können.

Natürlich werden die Flüchtlinge nach Geschlechtern ­getrennt untergebracht. Für Frauen und Kinder gibt es ­einen gesonderten Bereich, der aus alten Beständen sogar noch über einen Teppichboden verfügt. Diese Regelung gilt auch für die sanitären ­Anlagen. Abgesehen von 14 Dixi-Toiletten im Außenbereich gibt es in der unteren Etage insgesamt 28 Dusch-möglichkeiten und ein paar wenige weitere Toiletten.Außerdem können die Bewohner in einem unmöblierten Raum beten – auch hierauf wurde geachtet.

Im unteren Bereich des ehemaligen Einkaufsmarkts wurden bislang 50 Garnituren aufgestellt; hier wird das ­Essen ausgegeben und es besteht die Möglichkeit zum Aufenthalt. Um die Verpflegung der Flüchtlinge soll sich schnellstmöglich ein eigenständiger Caterer kümmern.

"Wirklich nur Notunterkunft"

Derzeit befinden sich die ­Arbeiten auf einem zufriedenstellenden Stand, wie Landrat Dr. Michael Koch mitteilte. Kleinere Schritte werden jetzt – nachdem die Ehrenamtler alles in ihrer Macht stehende getan haben – von Fachfirmen erledigt. Koch merkte an, dass es sich bei dem umgebauten Herkules-Markt wirklich nur um eine Notunterkunft handele. Die dort untergebrachten Menschen werden lediglich zwischen 24 Stunden und zwei Wochen in Bad Hersfeld leben. Ziel ist es, so Koch, die Menschen mit einem Dach über dem Kopf, Essen und Trinken sowie aus medizinischer Sicht zu versorgen."Es ist eine Situation, die für die Stadt Bad Hersfeld verkraftbar sein wird", ist sich der Landrat sicher.

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