Festspiele auf der Zielgeraden

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Intendant Joern Hinkel sieht seiner ersten Spielzeit mit Vorfreude entgegen – und hat auch schon große Pläne für die Zukunft.

Festspiel-Intendant Joern Hinkel eröffnet das Strandkorb-Geplauder zur Festspiel-Saison 2018.

Bad Hersfeld. Die Festspiele stehen vor der Tür – das heißt, es ist wieder Zeit für das Strandkorb-Geplauder. Als erstes nahm in diesem Jahr Intendant Joern Hinkel im KA-Strandkorb Platz.

Kurz vor dem Beginn seiner ersten Spielzeit als Intendant herrschen bei Joern Hinkel gemischte Gefühle vor: „Im Moment wechseln sich den ganzen Tag über Aufregung und Phasen der Beruhigung ab“, sagt er. Insgesamt sei er aber sehr zuversichtlich und mit dem Fortgang der Proben zufrieden: „Ich freue mich schon sehr auf das, was unsere Zuschauer schließlich zu sehen bekommen. Ich bin eher aufgeregt wie ein Kind vor der Bescherung an Weihnachten – wenn die Tür aufgeht und man schon den Baum sieht, während wir noch dabei sind, ihn zu schmücken.“ Mit der Tätigkeit des Intendanten sei er zwar seit über zehn Jahren vertraut, doch nun selbst die Entscheidungen zu fällen anstatt dabei zu beraten, sei „ein Unterschied wie Tag und Nacht“. Und alleine wäre es wohl sehr schwer gewesen, wie er betont. „Zum Glück habe ich ein fantastisches Team aus Leuten, die ich schon seit Jahren kenne“, bekräftigt er. Die kurzfristige Übernahme der Intendanz sei für ihn weniger ein berufliches als ein emotionales Problem: „Wenn das eigene Glück auf dem Unglück eines anderen aufbaut, ist das ein seltsames und bedrückendes Gefühl“, sagt er im Hinblick auf die Ereignisse, die zu Wedels Rücktritt führten. Nichtsdestotrotz widmet er sich nach dem Wechsel der Intendanz seinen neuen Aufgaben mit voller Energie und der Unterstützung des gesamten Teams. Dies schlägt sich auch im Vorverkauf nieder, mit dem Hinkel bislang sehr zufrieden ist: „Die Zuschauer sind weiterhin neugierig auf die Festspiele.“ Und bei aller Gegensätzlichkeit der Charaktere teilt er doch mit seinem Vorgänger die Überzeugung, dass Theater ein möglichst breites Publikum ansprechen soll: „Wir wollen Theater nicht nur für Intellektuelle oder nur zur Zerstreuung machen, sondern ein Theater, das alle mitnimmt und unterhält.“ Gerade in dieser Hinsicht sei „Peer Gynt“ ein hervorragendes Stück. „Es ist ein ganz außergewöhnliches, traumhaftes Stück mit großen Bildern“, schwärmt er. Es sei eine der großen Abenteuergeschichten der Weltliteratur und auch gerade wegen seines Themas, der Suche nach sich selbst, in einem Sakralbau wie der Stiftsruine hervorragend aufgehoben. Eventuelle Bedenken angesichts des etwas sperrigen Originalstoffs kann er zerstreuen: Die Inszenierung setzt auf zeitgemäße Übersetzungen, „humorvoll, frech und modern“ – und natürlich auf ein hervorragendes Ensemble, das auch diese anspruchsvolle Vorlage meistern werde. Außerdem wird die Inszenierung durch viel Musik und Gesang – und sogar Puppenspiel – bereichert. „Wir setzen alle Mittel des Theaters ein, um ein unvergessliches Erlebnis zu bieten“, verspricht Hinkel den Festspiel-Besuchern.

Und da Hinkel auch schon für das kommende Jahr unter Vertrag ist, hat er auch schon weitreichender Pläne: An­- lässlich des Hessentages ist bereits ein Stück über den „Retter von Hersfeld“, Johann Baptist Lingg von Linggenfeld in Arbeit. Dieses soll sowohl bei den Festspielen 2019 als Auftaktstück in der Stiftsruine gespielt werden als auch während des Hessentags die Besucher unterhalten. Dabei ist geplant, Ausschnitte aus dem Stück in der Stadt an den originalen Schauplätzen zu spielen, und zwar unter Beteiligung der Hersfelder selbst. Vereine, Schulen und Chöre sollen eingebunden werden und am besten solle einfach die ganze Stadt mitspielen, meint Hinkel. „Ich hoffe, wir können damit dem Hessentag ein ganz besonderes Profil verleihen, wie man es bei einem Hessentag noch nie erlebt hat“, erläutert er. Bis dahin wartet natürlich noch eine Menge Arbeit auf ihn, aber: „Man muss 120 Prozent träumen, damit am Ende vielleicht 100 Prozent herauskommen“, so seine Überzeugung.

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