Festspiele 2013: Schweigen ist (nicht immer) Gold... ein KA-Kommentar von Rick Fröhnert

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KA-Redakteur Rick Froehnert. Foto: Archiv

Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Festspielzahlen seien dieses Jahr sehr positiv. Der ­Kartenumsatz habe sich seit der Premiere pro ­Woch

Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Festspielzahlen seien dieses Jahr sehr positiv. Der ­Kartenumsatz habe sich seit der Premiere pro ­Woche mehr als verdoppelt, heißt es seitens der Stadt. Das klingt positiv, ist es aber nur bedingt, denn: Angenommen  man hat vor der Premiere "sehr wenig" ­Karten verkauft und nun ­doppelt soviele, dann sind es ­immer noch "wenig" verkaufte Tickets. Und: Selbst auf Nach-­frage werden keine ­aktuellen ­Zahlen genannt. Wäre man mit den Zahlen zufrieden, würde man sie sicher auch nennen. Fest steht nur: Vor ­Beginn der 63. Festspielsaison fehlten rund 450.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Augenscheinlich wecken die Festspiele also bei immer weniger ­Besuchern das Interesse. Und so-­lange man nichts am inzwischen etwas angestaubten Festspiel-Konzept ändert, wird dieser Abwärtstrend nicht mehr zu stoppen sein. Die Festspiele müssen dauerhaft "jünger und ­attraktiver" ­werden, sonst verliert man die kommenden Genera­tionen – eben das Publikum von morgen.

Auch das Festspiel-Marketing ist verbesserungswürdig. Getreu dem Motto "Und täglich grüßt das Murmeltier" ist es hier jedes Jahr das Selbe. Es fehlt der Mut, neue Wege zu gehen – vielleicht mit einer großen Kampagne ­die auf junge Leute ausgerichtet ist – inklusive Ver­losungen von Eintrittskarten – es ­sollten ja genug übrig sein!

So würde man es schaffen, neue Generationen in die Stiftsruine zu locken und ihnen zu zeigen, das Kultur nicht langweilig sein muss. Denn über die Qualität der Festspiele braucht man nicht zu diskutieren, die ist über jeden Zweifel erhaben. Doch sind es am Ende des Tages eben nicht die ­positiven Stimmen im Feuilleton, die die Kassen füllen.

Man sagt "Kultur hat ihren Preis". Das mag sein, doch ist auch das der falsche Weg. Wieso gibt es keine vergünstigten Tickets an der Abendkasse – zumindest in den "schlechteren" Kategorien? Warum wird kein Familienticket an­geboten? Geht eine vierköpfige Familie ins Festspiel-Musical, sind locker 200 Euro weg. Ich kann es gut verstehen, dass das ­vielen schlicht und einfach zu ­teuer ist.

Besonders schlecht scheint es beim Familienstück zu laufen, "Der Sturm" habe nämlich nichtmal von den positiven Kritiken profitiert. Ich frage mich aber ­sowieso: Warum zeigt man im "Grimm-Jahr" kein grimmsches Märchen? Zu wenig Kultur im ­Vergleich zu Shakespeare’s Sturm? Vielleicht, aber sicher auch mehr verkaufte Eintrittskarten.

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