Würdiger Festspiel-Abschluss

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In der großen Abschluss-Gala wurden noch einmal alle Register gezogen.

Bad Hersfeld. Das war ein würdiger Abschluss für eine tolle Saison: Mit der so gut wie ausverkauften Abschluss-Gala in der Stiftsruine setzte Dieter Wedel abermals ein Zeichen, was er unter Festspielen versteht. Eine Saison wie diese einfach mit der letzten Vorstellung ausfasern zu lassen erschien ihm ebenso wenig angemessen wie die Verleihung des Zuschauerpreises im Anschluss an die Vorstellung, quasi als nachgeordneten Tagesordnungspunkt. Das neue Format vereint beides zu einem stimmungsvollen Event – und nach dieser überaus erfolgreichen Premiere wird man sich die Festspiele wohl kaum mehr ohne diesen fulminanten Schlusspunkt vorstellen können. Das lag natürlich auch an dem Programm, das zum großen Teil von Publikumsliebling Helen Schneider gestaltet wurde. In einfühlsamen, persönlichen Liedern, immer wieder ergänzt um Erinnerungen und Anekdoten, verlieh sie ihren Gedanken ums Älterwerden Ausdruck. Unterstützt von Songwriter Jo Ambros an der Gitarre sowie Solisten des Festspiel-Orchesters bekam das Publikum Ruhiges und Beschwingtes aus dem ereignisreichen Leben der Grande Dame zu hören – natürlich stets getragen von ihrer einzigartigen Stimme. Einen ersten Höhepunkt bildete dann die Begleitung durch das Festspiel-Orchester unter der Leitung von Christoph Wohlleben, wofür zwei Songs eigens für das große Orchester arrangiert worden waren. Von da an der eigentliche Star des Abends (und deshalb diesmal extra auf der Bühne präsent), legte das Orchester gleich mit der Ouvertüre zu „Candide“ nach, bevor dann die lang ersehnten Musical-Hits folgten. Nach „Wein’ nicht um mich Argentinien“ aus Evita wurde Helen Schneider von weiteren beliebten Musicaldarstellern der zu Ende gehenden Saison unterstützt; Rasmus Borkowski präsentierte eindrucksvoll „Sunset Bulevard“ und Kristin Hölck beeindruckte mit ihrer stimmgewaltigen Untermalung von Ennio Morricones „Es war einmal in Amerika“. Gunther Emmerlich schließlich fiel die Ehre zu, neben seiner Darbietung des Tevje aus „Anatevka“ den Zuschauerpreis zu verleihen. Robert Joseph Bartl, der für seine Rolle des Cajetan ausgezeichnet wurde, erhielt diesmal nicht nur den von Matthias Laufer-Klitsch gestifteten Ring, sondern obendrein eine vergoldete Lutherstatue – „kein goldener Oskar, sondern diesmal ein goldener Martin“, scherzte Emmerlich, und Bartl sicherte zu, die Trophäe Zuhause prominent zu platzieren, trotz der Hürden, die dies in seiner bayrisch-katholischen Heimat mit sich bringen wird. Sichtlich gerührt dankte er allen Mitwirkenden der Festspiele, ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre und besonders herzlich dem Publikum: „Ohne Sie wäre es kein Theater. Ich danke jedem Einzelnen von euch.“

Zum endgültigen Abschied von der diesjährigen Saison hallten schließlich noch einmal die wehmütigen Klänge von „Gute Fahrt, Titanic“ durch die Stiftsruine, begleitet von einem fulminanten Feuerwerk, bevor die endgültig letzte Festspiel-Fanfare die 67. Bad Hersfelder Festspiele beschloss.

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