Festspiel-Bilanz: Mehraufwand trotz Spitzen-Auslastung

600.000 Euro fehlen - "Systemfehler muss korrigiert werden"

Bad Hersfeld.  Trotz einer Spitzenauslastung von nahezu 100 Prozent und einem Besucherrekord von über 100.000 Zuschauern beträgt der Mehraufwand  der Bad Hersfelder Festspiele für die vergangene Saison rund 600.000 Euro. Das entspricht 7,7 Prozent des Gesamt-Etats, der sich auf 7,8 Millionen Euro beläuft. 

Dazu Andrea Jung, die Kaufmännische Leiterin der Bad Hersfelder Festspiele: „Unsere Analyse hat ergeben, dass die Rahmenparameter der Festspiele einfach nicht stimmen. Und das belegbar schon seit über zwölf Jahren unabhängig von der Intendanz.“  Denn immer mussten nach einer Festspielsaison von der Stadt Bad Hersfeld nachträgliche Mittel bewilligt werden, die im Schnitt 7,3 Prozent des jeweiligen Gesamt-Etats  ausmachten.

Bürgermeister Thomas Fehling spricht in diesem Zusammenhang von einem Systemfehler: „Wir können belegen, dass eine realistische Finanzplanung der Festspiele so nicht möglich ist.  Weil kommunale Richtlinien und die Art des modernen  Managements, die ein solcher Kultur-Event braucht, einfach nicht zusammen passen. So kann der Spielplan beispielsweise nicht synchron zum Haushaltsjahr geplant werden.“ Das zwinge die Festspiele dazu, schon finanziell relevante  Entscheidungen zu treffen, bevor die Mittel überhaupt bewilligt seien. Dadurch, so der Bürgermeister, gebe es kaum noch Korrekturmöglichkeiten, ohne den Spielbetrieb zu gefährden.    

„Egal, wie erfolgreich wir auch sind, kommen wir finanziell auf keinen grünen Zweig“, stellt Festspiel-Intendant Dieter Wedel besorgt fest. „Dies müssen wir ändern und neue Voraussetzungen schaffen, um den Festspielhaushalt solide aufstellen zu können.“ Das könne, so Wedel,  nur mit Hilfe der Politik passieren. Dazu würden gerade konstruktive Gespräche geführt.  „Man muss gemeinsam entscheiden, in welcher Größenordnung und unter welchen Bedingungen die Festspiele zukünftig veranstaltet werden. Ich bin optimistisch!“, sagt Dieter Wedel. 

„Klar ist, dass an der künstlerischen Qualität nicht gespart werden sollte, weil die Festspiele unter der Leitung von Intendant Dieter Wedel hervorragend von den Zuschauern angenommen werden, und wir diesen Erfolg sowie das überregionale Renommee nicht gefährden wollen“, erklärt Andrea Jung, die Kaufmännische Leiterin der Bad Hersfelder Festspiele.

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