FWG/Linke zum Festspiel-Defizit: Kein "Weiter so"

Jürgen Richter, Fraktionsvorsitzender FWG/Linke.

"Systemfehler oder strukturelle Schwächen?“ fragt die FWG/Linke-Fraktion.

Bad Hersfeld. Wie viel Festspiele will und vor allem kann sich Bad Hersfeld leisten? Wie leistungsfähig ist unsere Stadt und viele weitere Fragen sieht die Fraktion FWG / Die Linke mit Blick auf die Spielzeit 2019 als dringenden Klärungsbedarf an. 600.000 Euro Defizit im Jahr 2017 bei einem Rekordzuschuss durch den städtischen Haushalt lassen Fragen aufgekommen, die aufgegriffen und klar beleuchtet werden müssen. „Wir haben als Stadtverordnete vielfältige Verpflichtungen gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürgern, die weit über die Festspiele hinausgehen. Das Produkt Festspiele ist im städtischen Haushalt ein Produkt von vielen, welches auch seinen Beitrag zum Gelingen und zur nachhaltigen Haushaltskonsolidierung leisten muss. Einschnitte bei den Leistungen, sowie die Erhöhung der Gebühren und Abgaben für unsere Bürgerinnen und Bürger, im Gegensatz jedoch ein ‘Weiter so’ bei den Festspielen, steht bei unserer Fraktion in einem klaren Widerspruch und wird definitiv keine Zustimmung mehr finden“, so Jürgen Richter. Können wir uns Festspiele in diesem Umfang überhaupt dauerhaft leisten? Stehen die Anzahl der Produktionen und die Länge der Spielzeit von 10 Wochen im angemessenen Verhältnis zur finanziellen Leistungsfähigkeit unserer Stadt? Im Vergleich hierzu dauern die Spielzeiten anderer renommierter Festspielorte deutlich kürzer. Bregenzer Festspiele vier Wochen, Nibelungen-Festpiele in Worms drei Wochen und Bayreuther Festspiele fünf Wochen, führt Fraktionsmitglied Michael Barth weiter aus und ist es erstrebenswert, eine vom Wetter abhängige Kleinbühne am Eichhof neben unserer Stiftsruine zu betreiben? Wäre eine Konzentration der Festspiele ausschließlich auf den Stiftsbezirk mit Ruine und Spielzelt nicht zukunftsfähiger und auch wirtschaftlicher? Sind unsere Eintrittspreise wettbewerbsfähig, oder wäre eine Anpassung im Verhältnis zu anderen Spielstätten angemessen und nicht zu Letzt, die Vielzahl von Rabatten die in Bad Hersfeld als Vergünstigungen angeboten werden. Alle diese Fragen müssen dringend besprochen werden. „Wir werden dazu zur nächsten Stadtverordnetenversammlung den Antrag stellen, die bestehende Festspielkommission um die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses und das Team um Herrn Dr. Wedel zu erweitern und anschließend darauf hinwirken, dass zeitnah zur ersten Sitzung eingeladen wird“, so Fraktionsvorsitzender Jürgen Richter. „Hohes Niveau, welches wir Dank Herrn Dr. Wedel haben, aber kürzere Spielzeiten, weniger Produktionen, Konzentration auf einen Ort und deutliche Einschnitte bei den Rabattsystemen, können nach unserer Auffassung die Festspiele zukunftsfähig und jährlich finanzierbar machen.“ Ein stetig steigender Zuschuss in ein System, welches strukturelle Schwächen aufweist, sei hingegen nicht im Sinne der Fraktion. Auch der Ruf alleine nach einer geänderten Organisationsform, löse nicht das wesentlichste Problem. „Eine weitere Schulden-GmbH braucht Bad Hersfeld auf keinen Fall! Großes Theater, mit einem großen Intendanten und seinem großartigen Team, eingebettet in starke und zeitgemäße Rahmenbedingungen, vielleicht dann auch in einer gGmbH, das könnten nach unserer Auffassung die Festspiele mit Zukunft werden“, so Richter ab-schließend.

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