Festspiele: Peer Gynt statt Don Karlos

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Bürgermeister Thomas Fehling, Joern Hinkel und Andrea Jung erläuterten die Änderungen für die Saison 2018.

Wegen Wedels Rücktritt muss der Spielplan 2018 abgeändert werden.

Bad Hersfeld.  Wie geht es nach Dieter Wedels Rücktritt als Intendant mit den Festspielen weiter? Hierzu nahmen am Montag der kommissarische Intendant Joern Hinkel, die kaufmännische Leiterin der Festspiele Andrea Jung und Bürgermeister Thomas Fehling Stellung. Die letzten Wochen seien für das Team der Festspiele sehr schwierig gewesen, bekannte Hinkel. Dabei würdigte er noch einmal ausdrücklich Wedels Bemühungen für die Festspiele. Daran gelte es nun anzuknüpfen und die Festspiele in eine weitere erfolgreiche Saison zu führen. Bürgermeister Fehling versicherte, dass die Stadt Bad Hersfeld voll hinter dem kommissarischen Intendanten stehe und auch das Land Hessen seine Unterstützung zugesagt habe. Die wichtigste Änderung im Spielplan: Die von Wedel geplante Aufführung „Das Karlos-Komplott“ wird nicht stattfinden. Für dieses Stück hatte Dieter Wedel das Schauspiel „Don Karlos“ von Friedrich Schiller umgearbeitet und sollte es ursprünglich auch inszenieren. „Ein Wedel-Stück ohne Wedel ist in der kurzen Zeit einfach nicht umsetzbar“, erklärte Hinkel. Außerdem habe das Stück nach den Ereignissen der letzten Wochen kaum eine Chance auf eine objektive Betrachtung. Stattdessen wird „Peer Gynt“ von Henrik Ibsen gezeigt. Mit dem zeitlosen Stück um den charmanten Aufschneider Peer Gynt sei bewusst ein ganz anderes Stück als der eher politische „Don Karlos“ ausgewählt worden, nämlich „ein Theaterfeuerwerk voller Wärme und Humor“, wie Hinkel ausführte. Außerdem eigne sich die Stiftsruine besonders gut für dieses Stück, das filmisch konzipiert sei und viele Parallelhandlungen aufweise. Wer bei dem Stück Regie führen wird, steht noch nicht fest. Bei der Besetzung werde man versuchen, den Schauspielern, die für „Das Karlos-Komplott“ vorgesehen waren, andere Rollen zu geben. Die Schauspieler hätten Verständnis für die Absage gezeigt und würden nichtsdestotrotz gerne bei den Festspielen dabei sein, sagte Hinkel.

Der Vorverkauf für „Peer Gynt“ startet am 1. Februar, allerdings wird es zunächst eine zehntägige Umtauschphase geben. In dieser Zeit können diejenigen, die bereits Karten für „Das Karlos-Komplott“ gekauft haben, diese gegen Karten für „Peer Gynt“ oder ein anderes Stück umtauschen. Gerade bei den Frühbuchern gebe es viele Kunden, die ganz bestimmte Plätze haben wollen, erläuterte Andrea Jung. Diese sollen eine Chance erhalten, gleichwertige Karten für eine andere Aufführung zu erhalten, bevor die Karten für alle Besucher freigegeben werden. „Wir hoffen, damit den treuen Besuchern einen besonderen Service zu bieten, weil sie sich frühzeitig die Mühe gemacht haben, Karten für ihre Lieblingsplätze zu bekommen“, so Jung. Selbstverständlich können Karten für „Das Karlos-Komplott“ auch zurückgegeben werden. Bisher laufe der Vorverkauf gut und auch in den letzten Wochen habe es keine veränderung gegeben,. „Das ist der Vertrauensvorschuss, den wir uns erarbeitet haben: Die Leute glauben an die Festspiele“, sagte Jung. Von den rund 82.000 Karten, die für die schon feststehenden Stücke angeboten werden, ist gut die Hälfte bereits verkauft.

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