Festspiele: Die Frau an Luthers Seite

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Elisabeth Lanz im Gespräch mit KA-Redakteur Philipp Ling.

Festspiel-Schauspielerin Elisabeth Lanz plaudert im KA-Strandkorb über ihre Rolle und was ihr an Bad Hersfeld so gut gefällt.

Bad Hersfeld. Schon seit ihrem ersten Engagement im vergangenen Jahr hat Elisabeth Lanz ein inniges Verhältnis zu Bad Hersfeld: „Ich bin hier einfach immer beglückt. Die Menschen in Bad Hersfeld sind so freundlich, man spürt die Freude der Bad Hersfelder über unsere Arbeit.“ Zwischendurch war sie auch schon in Bad Hersfeld zu Besuch und hat die Stadt außerhalb der Festspielsaison erlebt. „Da war es natürlich etwas ruhiger – es ist schön, zu sehen, wie wir mit unserer ­Arbeit alle gemeinsam etwas bewegen.“

Wie im letzten Jahr steht sie in „Hexenjagd“ in der Hauptrolle der Elizabeth Proctor auf der Bühne. Mit der Neuinszenierung bedeutet das noch einmal Einiges an Arbeit für die Darsteller: Drei Wochen Proben sind angesetzt, für die Schauspielerin ein sicheres Zeichen, dass Dieter Wedel umfangreiche Änderungen vorgenommen hat. „Ich bewundere Herrn Wedel dafür, welche Kräfte er mobilisiert“, sagt sie. „Selbst wenn ich bei den Proben gar nicht dran bin, sitze ich oft dabei und höre zu.“

Ihr gefalle seine Art, mit den Schauspielern zu arbeiten und ihnen anhand eindrücklicher Sprachbilder immer neue Facetten aufzuzeigen. Auch ihre neuen Rolle als Luthers Ehefrau Katharina von Bora in „Martin Luther – Der Anschlag“ hat sie eingehend beleuchtet. Sie sieht sie als Frau mit einem starken Willen und starker Absicht: „Sie hat sich für ein Leben mit Luther entschieden und dieses Ja zu einem bestimmten Leben immer wieder bekräftigt.“ Trotz seines widersprüchlichen Charakters blieb sie stets an seiner Seite. „Ich finde, dieses Spannungsverhältnis erhöht einen solchen Menschen“, erläutert Lanz, „denn große seelische Tiefe erreicht man nur im Ringen mit sich selbst.“

Bei Katharina von ­Bora kommt hinzu, dass sie dabei stets um das Leben ihres Mannes bangen musste – andere „Ketzer“ landeten auf dem Scheiterhaufen. „Das ist ein intensives Leben, jeder Tag ist für sie ein Geschenk. In einer solchen Situation muss man das Leben zutiefst be­jahen – das ist etwas, das ich mag.“ Eine solche Bedrohung sei für viele Menschen heute kaum mehr vorstellbar. „Wir haben uns heutzutage ganz gut eingerichtet und eine ­Liebe zum Jammern über Kleinigkeiten entwickelt. Da ist es spannend, Menschen zu erleben, die ein ganz anderes Leben geführt haben und eine ganz andere Einstellung ­hatten.“

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