Festspiele: Strandkorb-Geplauder mit Markus Fetter

Redakteur Philipp Ling im Gespräch mit Markus fetter.

Markus Fetter übernimmt in der Wiederaufführung von "Titanic" die Rolle des Funkers Harold Bride.

Bad Hersfeld. Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wurde das Musical „Titanic“ auch in dieser Saison wieder in den Spielplan aufgenommen. Einige Änderungen gibt es aber; so übernimmt in diesem Jahr Markus Fetter die Rolle des Funkers Harold Bride. Für den Nachwuchs-Star, der in diesem Sommer auch sein Studium an der Berliner Universität der Künste ab-schließt, ist Bad Hersfeld eine neue Erfahrung. „Ich bin eher der Großstadtmensch“, berichtet er. „Jetzt wohne ich direkt am Marktplatz, alles ist in der Nähe - das ist schon toll.“

Dabei verdankt er sein Engagement einem Zufall: Bei seiner Teilnahme am Bundesgesangswettbewerb befand sich unter den Juroren auch Stefan Huber. „Das war dann wie eine sehr intensive Audition. Einen Monat später hat er angefragt, ob ich nicht in Bad Hersfeld mitmachen möchte.“ Kennengelernt hat ihn das Publikum bereits in der Festspiel-Matinee – auch für ihn eine gute Gelegenheit, sich schon einmal mit der Stiftsruine vertraut zu machen. „Zunächst war ich ganz schön überwältigt von dieser riesigen Bühne“. Doch er hat sich schnell in das Ensemble eingefunden: „Man spürt einfach, dass es ein tolles, besonderes Stück ist – das beflügelt einen eher, als dass es einem Angst macht.“

Selbstverständlich sei es eine gewisse Herausforderung, eine Rolle in einer Wiederaufnahme von einem anderen Schauspieler zu übernehmen (2017 spielte Andreas Bongard die Rolle des Harold Bride). „Ich steige da in große Fußstapfen“, bekennt er. Dabei sei es aber auch hilfreich, auf die vorangegangene Arbeit zurückgreifen zu können: „Ich kann dabei Facetten mitnehmen, die schon jemand anderes herausgearbeitet hat. Gleichzeitig möchte ich als Künstler natürlich auch etwas von mir einbringen“, sagt er.

Harold Bride, der Funker, ist in dem Stück eher ein Außenseiter, berichtet Fetter über seine Rolle: „Am liebsten sitzt er in seiner Funkkabine. In diesem Rahmen fühlt er sich wie ein König, weil er etwas kann, was die anderen nicht können. Das war schließlich damals eine ganz neue Technologie.“ So sind die anderen auf ihn angewiesen und bitten ihn ständig, persönliche Mitteilungen zu versenden. „Dann öffnet er sich und das Publikum bekommt einen Einblick in seine Persönlichkeit“, so Fetter.

Wie die übrigen Rollen basiert auch Harold Bride auf einer realen Figur, dem echten Funkoffizier der Titanic, was wiederum verschiedene Vor- und Nachteile mit sich bringt: „Man hat natürlich mehr Material zum recherchieren und man will wissen, wer dieser Mensch war“, erzählt er. „Andererseits nimmt es einem auch ein stückweit den Spielraum, die eigene Rolle zu definieren.“

„Ich muss aber aufpassen, wie sehr ich das an mich ranlasse“, fügt er hinzu, schließlich zielt das Stück gerade auf die menschliche Tragik des Unglücks. Dies ist für Fetter auch einer der Vorzüge dieser Musicalfassung, dass der „Mythos Titanic“ etwas entzaubert und geerdet wird: „Natürlich weiß man schon im ersten Akt wie es ausgeht, doch keiner weiß, was wirklich passiert ist. Es erscheint so unwirklich – auch wenn man in den Nachrichten von einem Unglück erfährt, erscheint es fern von einem selbst und man kann es sich eigentlich nicht richtig vorstellen.“ Hier lernen die Zuschauer die Charaktere kennen, als „Menschen wie Du und ich“ und nehmen an ihren ganz persönlichen Einzelschicksalen teil. „Das hat mich wachgerüttelt“, sagt er nachdenklich, denn: „So etwas könnte uns auch jeden Tag passieren.“

Auf jeden Fall freut er sich aber auf das Ergebnis der Probenarbeit: „Wir haben ein tolles Ensemble, ein riesiges Live-Orchester, beeindruckende Kostüme – das wird auf jeden Fall für unsere Zuschauer ein toller Abend“, ist er sich sicher.

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