Franz zu G8/G9: Neuregelung verschärft hessisches Bildungschaos

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Der waldhessische SPD-Landtagsabgeordnete Dieter Franz. Foto: Archiv

Waldhessen/Wiesbaden. Der Landtagsabgeordnete Dieter Franz hat anlässlich der heutigen Debatte um die so genannte Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 dar

Waldhessen/Wiesbaden. Der Landtagsabgeordnete Dieter Franz hat anlässlich der heutigen Debatte um die so genannte Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 darauf hingewiesen, dass Schwarzgelb mit ihrem Gesetzentwurf den Eltern eine Wahlfreiheit vorgaukele, die sie nicht hätten. "Murks bleibt Murks. Dieser Gesetzentwurf kippt den Schulen die Versäumnisse und die Fehlentscheidungen der Landesregierung einfach vor die Tür. Wenn die Koalition meint, damit ein lästiges Problem im Wahlkampf loszuwerden, ist sie auf dem Holzweg. Die Neuregelung verschärft das Bildungschaos in Hessen nur", so der SPD-Politiker.

Insbesondere kritisierte er den geplanten Schulversuch, der G8 und G9 an einem Gymnasium ermöglichen soll. "Wenn die Schule nach zwei Schuljahren Belastung durch G8-Stundenpläne entscheidet, welche Schüler und Schülerinnen für den verkürzten Weg geeignet sind, dann hat das nichts mit Wahlfreiheit zu tun." Auch Grundschuleltern hätten weiterhin nur die Hoffnung, dass ein Gymnasium in der Nähe ihres Wohnorts sich für die Rückkehr zu G9 entscheide, die Wahlfreiheit in der Region ende schon, wenn dieses Gymnasium weiter entfernt sei als ein G8-Gymnasium und die Schülerbeförderungskosten für den Schulweg nicht erstattet würden.

Die Landesregierung solle endlich akzeptieren, dass hessische Eltern längst gewählt hätten. Laut der im September veröffentlichten repräsentativen Umfrage der Jako’o-Bildungsstudie seien 89 Prozent der Eltern für eine sechsjährige Mittelstufe.

"Wir wollen diese sechsjährige Mittelstufe wieder für alle Schulen einführen. Gleichzeitig nehmen wir ernst, dass Kinder nicht nur unterschiedliche Interessen und Talente haben sondern auch unterschiedlich schnell lernen. Mit einer modularisierten Oberstufe wollen wir erreichen, dass dieses unterschiedliche Lerntempo in der Schule berücksichtigt wird und Schüler und Schülerinnen nach zwei, drei oder auch vier Jahren zum Abitur kommen können", so Franz.

"Die hektischen Kurswechsel in der hessischen Bildungspolitik zielen einzig und allein auf die Landtagswahl ab – das Bildungschaos wird durch die Neuregelung jedoch weiter verschärft und der Elternwille wird massiv eingeschränkt!", so Franz abschließend.

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Und zum Landesschulamt meint Franz: "Standort Bebra verliert Kompetenzen und Zuständigkeiten"Der Landtagsabgeordnete Dieter Franz hat den heutigen Zank um die Debatte zum vermurksten Gesetz zur Reform der Schulverwaltung als "unangemessenes Spektakel" bezeichnet. "Schwarzgelb veranstaltet ein mords Zinnober um einen Gesetzentwurf, der in der Anhörung nicht eindeutiger hätte durchfallen können. Fast niemand möchte dieses Gesetz, außer der FDP. Selbst die CDU hat sich über dem Gesetzentwurf zerstritten. Die SPD hat eine Dritte Lesung beantragt und hat auch eine namentliche Abstimmung zum Gesetz gefordert", so der SPD-Politiker am Dienstag in Wiesbaden.

"Es ist leider nicht überraschend, dass die Abgeordneten von CDU und FDP aus der Region, Jochen Paulus (FDP) und Dirk Landau (CDU) bei dieser Abstimmung erneut gegen die Interessen unserer Region gestimmt haben!", kritisierte Franz.

Am neuen sogenannten "Schulverwaltungsorganisationsstrukturreformgesetz" kritisierte Franz, dass das Gesetz mit dem Monsterwort vor allem die Schaffung einer Monsterbehörde Landesschulamt zum Zweck habe, deren Sinn überhaupt nicht klar sei. "Wie durch eine zentrale Behörde die regionale Unterstützung vor Ort gestärkt werden soll, bleibt das Geheimnis der Regierungskoalition", sagte der SPD-Abgeordnete. Außerdem gebe es keinerlei Wirtschaftlichkeitsanalyse, die aber die Landeshaushaltsordnung zwingend vorschreibe.

Franz bezeichnete es als völlig unverantwortlich, das Gesetz nun im Turboverfahren durch das Parlament zu peitschen. "Im Rahmen der Anhörung wurde auch klar, dass die vielfältigen konzeptionellen und organisatorischen Vorüberlegungen und Vorarbeiten, die für eine gelingende Reform notwendig wären, noch viel Zeit bräuchten. Warum die Landesregierung sich diese Zeit nicht nimmt, verstehen wir nicht. Murks bleibt in der schwarzgelben Bildungspolitik eben Murks", so Franz.

"Der Standort des Staatlichen Schulamtes in Bebra wird zum Nachteil der Schulgemeinden in der Region geschwächt!", so Franz abschließend.

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