Fristlos gekündigt

Rotenburg. Seit bekannt wurde, dass die Gemeinschaftspraxis Drs. Flicker, Reh und Szabo die Radiologie des Kreiskrankenhauses Rotenburg bernimmt

Rotenburg. Seit bekannt wurde, dass die Gemeinschaftspraxis Drs. Flicker, Reh und Szabo die Radiologie des Kreiskrankenhauses Rotenburg bernimmt, hat Dr. Roland Fischer keine Ruhe mehr. Der ehemalige Leitende Arzt der Radiologie musste zunchst sein angestammtes Dienstzimmer im Krankenhaus rumen (der Kreisanzeiger berichtete). Dann der nchste Schock: Nach Betriebsbernahme der Gemeinschaftspraxis am 1. April sollte Fischer als Angestellter dort weiterbeschftigt werden. Daraus wurde nichts. Roland Fischer wurde, bevor er seine Stelle antreten konnte, fristlos gekndigt.

Fischer ist von der Unrechtmigkeit der Kndigung berzeugt und klagt. Am Dienstag wird der Fall im Arbeitsgericht in Bad Hersfeld verhandelt. Mit dem Kreisanzeiger spricht Roland Fischer vorab ber die Hintergrnde.

Herr Dr. Fischer stimmt es, dass Ihnen aufgrund einer Augenerkrankung fristlos gekndigt wurde?

Fischer: Es ist richtig, dass mir am 1. April, noch bevor ich meinen Dienst in der Praxis berhaupt antreten konnte, fristlos gekndigt wurde. Im Kndigungsschreiben wurde angegeben, dass meine Ttigkeit als Radiologe aufgrund meines Gesundheitszustandes berufshaftpflichtrechtlich nicht absicherbar sei und dass somit meine radiologische Ttigkeit fr die Praxis nicht zumutbar wre.

Hat man Ihnen zuvor signalisiert, dass die Praxis nicht die Absicht hat, Sie zu bernehmen?

Fischer: Ende Februar wurde ich von Dr. Johannes Flicker in Anwesenheit der beiden anderen Praxisinhaber darber informiert, dass ich in Krze ein Schreiben seines Anwaltes erhalten werde, dass sich die von ihm angefragten Haftpflichtversicherungen aufgrund der Eintragungen in meinem Schwerbehindertenausweis auer Stande shen, meine Ttigkeit in und fr die Praxis berufshaftplichtrechtlich abzusichern und dass ich somit nicht in der Praxis mitarbeiten knne. Dieses Schreiben erhielt ich allerdings erst am 26. Mrz.

Seit wann besteht die Schwerbehinderung und welche Auswirkung hat sie auf Ihre Arbeit?

Fischer: Die bei mir festgestellte Schwerbehinderung besteht bereits unverndert seit acht Jahren. Insbesondere weist diese Augenerkrankung seit 1998 keinerlei nderung auf. Aus Verantwortung meinen Patienten gegenber lasse ich die Augen regelmig fachrztlich kontrollieren. Smtliche Messwerte zeigen, dass durch diese Erkrankung keine Einschrnkungen in meinen radiologischen Ttigkeiten vorliegen.

Was ist Ihre Kritik an den Kndigungsgrnden?

Fischer: Nach meinem Kenntnisstand waren die Versicherungen nicht ber meinen aktuellen Gesundheitszustand informiert. Auch wurde die fr die Kndigung eines Schwerbehinderten erforderliche Zustimmung des Integrationsamtes nicht eingeholt.

Wie waren Sie denn bislang versichert?

Fischer: Fr meine bisherige Ttigkeit als Leitender Arzt bestand eine vom Kreiskrankenhaus Rotenburg abgeschlossene Haftpflichtversicherung. Herr Dr. Flicker hatte mir in einem Telefongesprch sogar mitgeteilt, dass die entsprechende Versicherungsgesellschaft mich auch weiterhin versichern wrde. Dies sei der Praxis aber nicht zumutbar.

War den Praxisinhabern Ihre Schwerbehinderung nicht bekannt?

Fischer: ber meine Schwerbehinderung habe ich den frheren Arbeitgeber bereits im Jahr 2000 informiert. Herr Dr. Flicker selbst sprach mich im Dezember 2004 auf meine Schwerbehinderung an.

War Ihre Augenerkrankung bereits in der Vergangenheit Streitthema?

Fischer: Ende September 2006, also kurz bevor ich erstmals von der Geschftsfhrung des KKH Rotenburg mndlich ber den geplanten Betriebsbergang informiert wurde, warf mir Geschftsfhrer Hans Jrgen Franke vor, dass durch meine Erkrankung die Gesundheit der zu behandelnden Patienten grundstzlich als gefhrdet anzusehen ist. Er bezeichnete ein Gutachten vom Mrz 2005 als nicht ausreichend und verlangte ein weiteres Gutachten. Ich habe ihm daraufhin drei augenrztliche Gutachten beigebracht, darunter zwei von Universittsprofessoren, die besttigen, dass eine volle Dienstfhigkeit besteht und dass seit 1997 keine Verschlechterung der Augenerkrankung eingetreten ist.

Welche Ttigkeit ben Sie jetzt aus? Knnen Sie schon Aussagen zu Ihrer beruflichen Zukunft treffen?

Fischer: Ich bin zurzeit arbeitslos. Eine solche Kndigung stellt immer einen Makel dar, so dass ich im Moment noch keine Zukunftsperspektive sehe.

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