Frühstücks-Talk: Intensive Musical-Reise

Beim Frühstücks-Talk über „Goethe!“, die Festspiele und ihre Zeit in Bad Hersfeld plauderten Abla Alaoui und Philipp Büttner mit Redakteur Christopher Göbel.
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Beim Frühstücks-Talk über „Goethe!“, die Festspiele und ihre Zeit in Bad Hersfeld plauderten Abla Alaoui und Philipp Büttner mit Redakteur Christopher Göbel.

Beim Plausch am Café-Tisch stellten sich die Musicalstars Abla Alaoui und Philipp Büttner, die als Johann Goethe und Charlotte Buff im diesjährigen Erfolgs-Festspielmusical auf der Bühne stehen, unseren Fragen.

Bad Hersfeld. Abla und Philipp sind sich nicht in Bad Hersfeld zum erstren Mal begegnet, denn vor sieben Jahren spielten sie im Musical „Bonnie Clyde“ bereits ein Bühnenpaar. Für beide war es also ein freudiges Wiedersehen, denn „wenn man schon sehr vertraut miteinander ist“, sagt Philipp. „Wir haben ein sehr inniges, berufliches Verhältnis“, fügt Abla hinzu. Für sie war es schon immer ein Traum, in Bad Hersfeld zu spielen, denn in der Musicalszene seien die Festspiele ein Begriff. „Es ist ein echter Place to be“, sagt sie.

Philipp stand bereits beim Tryout im Jahr 2016 als Gast in der Titelrolle in Essen auf der Bühne, Abla war damals im Ensemble dabei. „Für die Welt-Uraufführung hier in Bad Hersfeld wurden einige Änderungen vorgenommen. Es kam beispielsweise das Lied mit dem Brautkleid hinzu“, sagt Philipp. Das Stück war beiden also bereits bekannt, ehe sie es auf der großen Bühne spielten und sangen. Es ist laut Abla etwas ganz Besonderes, einer Rolle bei der Uraufführung eine erste Verkörperung zu geben. Vor allem das Ensemble, die Regiearbeit von Gil Mehmert und das große Festspielorchester begeistern die beiden.

Fesselnd von Anfang bis zum Ende

Und natürlich das Musical selbst, das Mitwirkende und Publikum von Anfang bis Ende fesselt. „Es gibt kein Musical, bei dem es so wenig Gefahr gibt, abzuschweifen, wie ,Goethe!‘“, sagt Abla voller Überzeugung. Das hohe Tempo erzeuge „einen Sog, einen Fluss“, fügt Philipp hinzu. Auch dass das Musical coronabedingt ohne Pause gespielt wird, sei von Vorteil: „Man bleibt die ganze Zeit in der Geschichte“, so Abla. „Die Intensität der Reise ist dadurch extrem.“

Stimmlich ist „Goethe!“ für das gesamte Ensemble sehr anspruchsvoll und benötige viel Energie. „Es geht bis an den Rand des Leistbaren und ist eine Herausforderung“, fasst Philipp zusammen. Und man brauche eine gute Kondition. Dass sie diese Leistung bringen können, zeigen sowohl die Kritiken als auch das Publikum. „Wir hören nur Positive Stimmen“, sagt Abla. Eine Zuschauerin habe sogar gesagt, dass „Goethe!“ das beste Stück sei, das sie jemals gesehen habe. „Manche Leute weinen sich ihre Masken nass“, sagt sie. „Beim Bäcker hat mir eine Dame neulich viel Glück für den Zuschauerpreis gewünscht. Das sind sehr berührende Worte.“

Beide bedauern sehr, dass es nun bereits in die Schlussphase der Saison geht. Die Zeit, die sie ohne Proben und Aufführungen haben, nutzen beide, um beispielsweise per Internet Gesangsunterricht zu geben. Abla schreibt auch noch an einem Roman und hat für die Hochwasser-Spenden-Auktion der Festspiele ein Bild gemalt.

Für Abla Alaoui und Philipp Büttner ist die Verkörperung der Rollen Lotte und Johann in der Welt-Uraufführung etwas ganz Besonderes.

Philipps Lieblingslied in „Goethe!“ ist Ablas Solo „Irgendwann“. Abla freut sich bei jeder Aufführung auf die Szenen mit Familie Buff, auf das Interagieren mit den anderen Darstellern. „Die Arbeit mit Regisseur Gil Mehmert war sehr angenehm, Er ist sehr zielstrebig, lässt sich aber auch von Ideen und Impulsen des Ensembles überzeugen“, sagt Philipp. „Was Gil anfasst wird gut“, zeigte Abla sich schon beim Probenbeginn überzeugt. Und wie man sieht, hat sich diese Überzeugung bestätigt.

Nach der erfolgreichen Spielzeit geht es für beide an andere Theater, Abla spielt beispielsweise bald in Wien „Miss Saigon“. Beide würden aber gerne wieder zu den Bad Hersfelder Festspielen kommen – und es wird bereits gemunkelt, dass „Goethe!“ auch im Jahr 2022 wieder auf dem Spielplan stehen könnte. Und vielleicht – ganz vielleicht – wird es das Musical dann auch mit der Welt-Uraufführungsbesetzung als CD geben. „Wir werden oft danach gefragt“, sagt Philipp. Doch ob sich dieser Wunsch der beiden und zahlreicher Zuschauer erfüllen wird, ist noch nicht klar.

Doch nun freuen sich Abla und Philipp auf die noch anstehenden Aufführungen in der Stiftsruine, für die es dank der 300 zusätzlichen Plätze auch noch Karten gibt. Und vielleicht gibt es wirklich ein Wiedersehen mit dem – temporären – Traumpaar der 70. Bad Hersfelder Festspiele im kommenden Jahr.

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