Vorsicht, Abzocke: Gewerbeamt der Stadtverwaltung warnt vor Abo-Falle

Mit einer dreisten Masche versucht ein gefaktes Unternehmen Gewerbebetreibenden in der Region ein Abo unterzujubeln. Foto: nh

Eine Abo-Falle ist im Umlauf: Das Gewerbeamt der Stadtverwaltung warnt vor neuer Betrugsmasche.

Bad Hersfeld. Vorsicht sollten in diesen Tagen Gewerbetreibende, Firmen, Ärzte und nicht zuletzt Mitarbeiter der Gemeindeverwaltungen walten lassen: Vor diversen Schreiben mit unangenehmen Folgen warnt derzeit das Gewerbeamt der Stadtverwaltung Bad Hersfeld. Bekannt geworden war zunächst, dass eine Firma mit dem Namen Zentrales Gewerbeverzeichnis – Region Bad Hersfeld aktuell Schreiben an zahlreiche Firmen, Ärzte und sogar Gemeindeverwaltungen und gemeindliche Einrichtungen versendet, mit der Bitte, die „vorhandenen Angaben zu ergänzen bzw. zu korrigieren“. Auf den ersten Blick sieht das Schreiben seriös und gar hochoffiziell aus, wie Gewerbesachbearbeiter Milko Fehling warnt: „Die Aufmachung dieser Schreiben erweckt bei Empfängern den Eindruck, sie mögen lediglich ihre Firmenangaben überprüfen und sie gegebenenfalls korrigiert und unterschrieben an das Zentrale Gewerbeverzeichnis zurücksenden“, so das Gewerbeamt.

Hintergrund der Schreiben sei lediglich die Gewährleistung der aktuellen Daten in einem Zentralen Gewerbeverzeichnis in Berlin welches es von offzieller Stelle so garnicht gibt! Hier ist größte Vorsicht geboten: Es handelt sich bei dem Zentralen Gewerbeverzeichnis aus Berlin nicht um eine ,Behörde oder staatliche Institution', die für die Registrierung oder Überwachung von Gewerbebetrieben zuständig ist, sondern um ein privates Marketingunternehmen, heißt es aus der Stadtverwaltung. Erst aus dem Kleingedruckten gehe hervor, dass mit der Unterschrift ein Zweijahresvertrag mit einer erheblichen Auftragssumme abgeschlossen wird. Bei Unterschrift und Rücksendung dieses Schreibens entsteht somit ein rein privatrechtlicher Vertrag mit der Folge, dass der Vertragsnehmer (also der Gewerbetreibende) eine Zahlungsverpflichtung für zwei Jahre eingeht. Von 780 Euro pro Jahr ist die Rede; weitere Details sind online unter http://zentrales-gewerbeverzeichnis.info zu finden. Schon beim Besuch der Internetseite fällt dem aufmerksamen Leser auf, dass das vorgeschriebene Impressum fehlt und kein weiterer Hinweis, etwa auf den Betriebssitz der Betreiberfirma oder ein Handelsregistereintrag vorhanden ist. Seriöse Firmen hingegen haben diesbezüglich nichts zu verbergen und achten auf solche wichtigen rechtlichen Aspekte.

Die Stadtverwaltung Bad Hersfeld rät allen Betroffenen daher zu einer genauen Prüfung der Notwendigkeit eines solchen Vertrages. Auch verschiedene Polizeibehörden warnen inzwischen vor dubiosen Schreiben und empfiehlt, die Inhalte eines solchen Briefes genau zu prüfen. Im Zweifel sollten die Empfänger stets bei den zuständigen Gewerbebehörden ihres Betriebssitzes nachfragen und bei Verdachtsfällen sofort die Polizei verständigen.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Qualifikation ehrenamtlicher Helfer des Hospizverein Bad Hersfeld

Nach einer intensiven Schulung zum Umgang mit Tod und Sterben und praxisbezogenen Einsätzen erhielten ehrenamtlicher Hospizhelferinnen ihr Zertifikat.
Qualifikation ehrenamtlicher Helfer des Hospizverein Bad Hersfeld

Herkules-Center macht dicht!

Bad Hersfeld. Das Bad Hersfelder Herkules-Center schließt seine Türen am 27. September dieses Jahres. Alle Mitarbeiter sollen versetzt werden.
Herkules-Center macht dicht!

Feuerwehr in Bad Hersfeld sucht Brandquelle während Frau mit einer Zeitungsfackel herumgeistert

Die Bad Hersfelder Feuerwehr muss ein Mehrfamilienhaus wegen Rauchgeruch durchsuchen. Eine Wohnung wird sogar aufgebrochen. Doch die Ursache geistert im Keller umher.
Feuerwehr in Bad Hersfeld sucht Brandquelle während Frau mit einer Zeitungsfackel herumgeistert

Corona-Tests für alle

Teststation eröffnet in Bad Hersfeld.
Corona-Tests für alle

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.