Ein Ghostwriter für Doktor-Arbeiten ist kein „Marktführer”

Unser „interessantes Urteil“ bekommen wir von der Deutschen Anwaltshotline AG in Nuernberg...
+
Unser „interessantes Urteil“ bekommen wir von der Deutschen Anwaltshotline AG in Nuernberg...

Nürnberg. Ein Ghostwriter wissenschaftlicher Arbeiten, der seinen Auftraggebern gegen deftige Bezahlung für die Öffentlichkeit verborgen unter die

Nürnberg. Ein Ghostwriter wissenschaftlicher Arbeiten, der seinen Auftraggebern gegen deftige Bezahlung für die Öffentlichkeit verborgen unter die Arme greift, darf sich nicht auch noch dreist als "Marktführer” titulieren.

Wirbt er in dieser Weise öffentlich für seine ebenso heimliche wie verbotene Dienstleistung, outet er sich quasi nach dem Vorbild seiner Kunden als Hochstapler und hat wie diese mit schmerzhaften Sanktionen zu rechnen.

Das geht passend zur derzeitigen deutschlandweiten Plagiats-Debatte aus einer gerade rechtskräftig gewordenen aktuellen Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf hervor (Az. I-20 U 116/10).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.anwaltshotline.de) berichtet, verlangte der Betroffene auf seiner Internetseite pro zu erstellender Dissertation je nach Umfang zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Er sei laut Eigenwerbung "einer der Marktführer” im Bereich des wissenschaftlichen Ghostwritings. Und natürlich beinhalte sein Angebot nur wissenschaftliche Ausarbeitungen für Übungszwecke, die vom Kunden - ganz gesetzeskonform - nicht als eigene Arbeiten bei einer Hochschule einzureichen wären.

Eine offensichtliche Schutz-Erklärung, für deren Glaubhaftigkeit die erfahrenen nordrhein-westfälischen Oberlandesrichter aber nur ein müdes Lächeln übrig hatten. "Es ist lebensfremd, dass jemand mehr als 10.000 Euro für einen bloßen Übungstext zahlt”, erklärt Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute) den Düsseldorfer Richterspruch. Es gehe also ausschließlich um verbotene Abschlussarbeiten zum Erwerb akademischer Grade für Dritte - für die es nun mal keinen Markt, sondern lediglich einen Schwarzmarkt gäbe. Als "Schwarzmarktführer” habe sich der Betroffene allerdings nicht bezeichnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Klinikum und KKH vereinbaren Kooperation

Geplant ist, ein neues kardiologisches Zentrum einzurichten.
Klinikum und KKH vereinbaren Kooperation

A7: Wohnwagengespann kracht in Schutzplanke

Neu gekauft und schon ein Totalschaden: Wohnanhänger schaukelte sich bei Überführungsfahrt auf der Autobahn zwischen Hersfeld und Kirchheim auf.
A7: Wohnwagengespann kracht in Schutzplanke

Grillfürst als Kundenkönig und bester Online-Shop gekürt

Kundenzufriedenheit steht an erster Stelle: Grillfürst erhielt kürzlich die Auszeichnung „Kundenkönig 2020“.
Grillfürst als Kundenkönig und bester Online-Shop gekürt

Ehrung für langjährige Pfarrerinnen und Pfarrer

Berufung statt nur Beruf: Ordinationsjubiläum in der Stadtkirche Bad Hersfeld.
Ehrung für langjährige Pfarrerinnen und Pfarrer

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.