"Gigantische Wind-Energiegebiete nicht hinnehmen!"

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KA-Leser Klaus Momberger wendet sich im Auftrag der BI "Rettet den Buchwald" an den zukünftigen Landrat Waldhessens Dr. Michael Koch.

Waldhessen. Im Auftrag für die Bürgerinitiative "Rettet den Buchwald" wendet sich Klaus Momberger in einem Offenen Brief an den Wahlsieger der Landratswahl, Dr. Michael Koch.

Sehr geehrter Herr Dr. Koch,wir dürfen Ihnen zur Wahl als künftiger Landrat für unseren Landkreis ganz herzlich gratulieren und wünschen Ihnen einen erfolgreichen Start in Ihr neues Amt.Der Erfolg Ihrer Arbeit für unseren Kreis wird auch von einer realistischen Energiepolitik abhängen, die bezahlbaren Strom, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit gewährleistet. Wir, die Bürgerinitiative "Rettet den Buchwald", teilen Ihre Einschätzung, dass die Energiewende mit Augenmaß gestaltet werden muss.Es zeigt sich jedoch in Hessen und insbesondere auch in unserem Landkreis, dass ein ausgewogenes Handeln fehlt. 37 ausgewiesene Vorranggebiete für Wind-energienutzung, die überwiegend in zusammenhängenden und intakten Waldgebieten liegen und der geplante Bau von weit über 300 Windkraftanlagen in unserem unmittelbaren Umfeld lassen kein Augenmaß erkennen. Die Umwandlung unserer Naturlandschaft in ein gigantisches Windenergiegebiet können wir nicht hinnehmen. Gegen diese zerstörerischen Eingriffe in unsere Natur müssen wir entschieden entgegen treten. Angesichts von über 2.500 Windkraftanlagen in Hessen ist die Grenze der Belastbarkeit menschlicher und natürlicher Lebensräume längst erreicht. Solange es keine wirtschaftlichen Speicher gibt, fordern wir einen sofortigen Stopp des Ausbaus der Windkraft.Das Umweltbundesamt (UBA) stellt in einer Machbarkeitsstudie fest, dass die Indizien für gesundheitliche Gefahren von Infraschall-Emissionen ernst zu nehmen sind und dringend besser ­erforscht werden müssen.Deshalb fordern wir auf der Basis der Länderöffnungsklausel gemäß § 249 BauGB vorerst den Min-­destabstand von Windkraftanlagen zu Wohnsiedlungen – auch Splittersiedlungen – analog der Regelung in Sachsen und Bayern auf das zehnfache der Gesamthöhe, mindestens jedoch 2.000 Meter, anzuheben. Darüber hinaus halten wir regionale Kompetenzzentren für "Naturschutz und Energiewende" für erforderlich, in denen Bürgerinitiativen und Naturschutzverbände gleichberechtigt mit Grundstückseigentümern, Betreibern und Investoren eingebunden sind.Über eine Kontaktaufnahme würden wir uns sehr freuen und gerne in einer kleinen Runde mit Ihnen über die Umsetzung der Energiewende im östlichen Landkreis Hersfeld-Rotenburg diskutieren. Lassen Sie uns gemeinsam unseren Lebensraum mit Vernunft und Maß gestalten.

mit freundlichen GrüßenKlaus Momberger

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