Göbel und Saal versichern: Vitalisklinik „auf gutem Weg“

Bad Hersfeld. Spekulationen um die Vitalisklinik hatte es in der letzten Zeit zuhauf gegeben – jetzt versprachen die Verantwortlichen Aufklärung. I

Bad Hersfeld. Spekulationen um die Vitalisklinik hatte es in der letzten Zeit zuhauf gegeben – jetzt versprachen die Verantwortlichen Aufklärung. Im Vorfeld der morgigen Stadtverordnetenversammlung, auf der über die Ausfallbürgschaft der Stadt in Höhe von 3,5 Mio Euro entschieden werden soll, sollte heute auf einer Pressekonferenz Auskunft über die derzeitige Situation der Vitalisklinikerteilt werden.

Bevor es zur Sache ging, übte der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Rolf Göbel aber scharfe Kritik an den derzeitigen Gerüchten und Spekulationen. Aufsichtsrat und Betriebsrat vertreten hier eine einheitliche Position, erklärte er, nämlich dass diese Spekulationen völlig inakzeptabel seien. Hans-Wilhelm Saal sei als Geschäftsführer voll akzeptiert.

Anschließend fasste Dr. Göbel die derzeitige Situation zusammen: Man habe sich 2008 im Stadtparlament mit großer Mehrheit dafür entschieden, die am Boden liegende Klinik zu übernehmen. Nach nunmehr dreieinhalb Jahren befinde sich die Klinik auf einem guten Weg, wenn auch einige optimistische Prognosen nicht eingetreten seien.Saal vermeldete aber, dass das operative Ergebnis für die erste Jahreshälfte 2012 ausgeglichen sei und man bis Jahresende einen Umsatz in Höhe von 5,5 Mio. Euro anpeile. Die eher vorsichtige Prognose für die Belegung sei durchgängig übertroffen worden – derzeit habe man gerade einmal fünf Betten frei.

Die Entscheidung zum Kauf und der Sanierung der Klinik habe, wie der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Günther Exner betonte, aber von Anfang an nicht der Bereicherung der Stadt gedient, sondern dem Erhalt von Arbeitsplätzen und der Aufrechterhaltung und Stärkung des Gesundheitsstandortes. In den vergangenen Jahren seien deshalb insgesamt 8,5 Mio Euro an Investitionen getätigt worden, um die Klinik zu sanieren – sowohl baulich als auch betrieblich. Die jetzt diskutierte Ausfallbürgschaft sei lediglich eine weitere, zur endgültigen Sanierung der Klinik benötigte Investition, und zwar für Brandschutzmaßnahmen, die unter den vorherigen Betreibern aufgeschoben worden waren. Es stelle sich hier nur die Frage, ob man ein "Ende mit Schrecken" und damit die getätigten Investitionen abschreiben wolle, oder ob man das Projekt nun zu Ende führe.

Ohnehin arbeite man intensiv an der Ausgliederung der Klinik aus den Geschäftsbetrieben der Stadt und damit dem Ende der Subventionierung der Klinik: "Dann wird sich zeigen, ob die Vitalisklinik betriebswirtschaftlich überleben kann", so Exner.

In dieser Hinsicht konnte der ärtzliche Direktor Dr. Michael Keymling auf eine sehr positive Entwicklung verweisen. Man habe sich aus der schwierigen vorgefunden Situation zu einer Fachklinik mit einem eigenständigen Profil und einer guten Vernetzung entwickelt. In Kooperation mit dem Klinikum konnten einige unrentable Bereiche wie die Röntgendiagnostik aufgegeben werden, wohingegen das Kerngeschäft, die Gastroenterologie, gestärkt und um wichtige Bereiche wie Diabetologie und die Behandlung psychosomatischer Störungen ergänzt werden konnte.

Auch  die für eine Reha-Klinik ungewöhnliche Lage im Stadtgebiet wirke sich günstig aus. Wegen der schnellen Erreichbarkeit des Klinikums und der Kooperation der beiden Krankenhäuser können auch  komplikationsgefährdete Patienten aufgenommen werden, die im Notfall im Klinikum weiterbehandelt werden können. Die Fähigkeit, schwere Fälle zu handhaben, wirke sich wiederum auf das Renommee der Vitalisklinik aus, so dass die Überweisungen zunehmen.

Was den umstrittenen Fragenkatalog angehe, so erklärte Dr. Göbel, diesen habe man zur Prüfung an den Städte- und Gemeindebund geschickt, da die Fragen Betriebsinterna betreffen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind – so sei es leider zu einer Verzögerung gekommen. Allerdings hätten diese Fragen mit der Bürgschaft ohnehin nichts zu tun, denn diese ist ausschließlich für die besagte bauliche Sanierung vorgesehen. Ein Aufschieben dieser Investition würde den Weiterbetrieb der Klinik gefährden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

PKW-Fahrer aus Hohenroda kracht betrunken in Gegenverkehr und verletzt junge Frau

Ein Strafverfahren wegen Straßenverkehrsgefährdung hat die Polizei gegen einen PKW-Fahrer aus Hohenroda eingeleitet. Er krachte  betrunken und unkontrolliert in den …
PKW-Fahrer aus Hohenroda kracht betrunken in Gegenverkehr und verletzt junge Frau

Verkehrsunfallflucht in Bad Hersfeld: Polizei ermittelt Tatverdächtigen und sucht weitere Zeugen

Noch während der Unfallaufnahme konnte ein Tatverdächtiger ohne Führerschein, der seinen Pkw links neben der Geschädigte parkte, ermittelt werden. Am Pkw des Mannes …
Verkehrsunfallflucht in Bad Hersfeld: Polizei ermittelt Tatverdächtigen und sucht weitere Zeugen

Teuer ausgeparkt: Unfall mit 3.000 Euro Schaden vor Einkaufsmarkt

Zu einer Kollision auf dem Parkplatzgelände eines Einkaufsmarktes in Bad  Hersfeld kam es gestern Abend.
Teuer ausgeparkt: Unfall mit 3.000 Euro Schaden vor Einkaufsmarkt

Rote Ampel übersehen: Totalschaden an zwei PKW in Rotenburg

Ein geschätzter Gesamtschaden von 13.000 Euro und zwei zerstörte PKW ist die traurige Bilanz eines Unfalls in Rotenburg, wie die Polizei berichtet.
Rote Ampel übersehen: Totalschaden an zwei PKW in Rotenburg

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.