28 Jahre Grenzöffnung zelebriert

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Zum feierlichen Anlass wurde unter anderem die Demokratie von den Bürgermeistern aus Philippsthal, Vacha und der Krayenberggemeinde bestärkt.

Philippsthal/Vacha. Mit Fackeln in den Händen zogen einige Philippsthaler am Donnerstag, 9. November, in Richtung Werrabrücke beziehungsweise Grenzbrücke auf, die nach Vacha hinüberführt. Denn wie jedes Jahr um diese Zeit wird der Tag der Grenz­öffnung gefeiert. Dabei wurden die rund 20 Teilnehmer von Bürgermeister Ralf Orth und der Feuerwehr begleitet. Ziel des rund 30-minütigen Weges am Donnerstagabend war ein gemeinsames Treffen mit den Bürgern aus Vacha und aus der Krayenberggemeinde, um der feierlichen Grenzöffnung vor 28 Jahren zu gedenken. Nach einer musikalischen Einleitung des noch kurzfristig gegründeten Trios Flink eröffnete Orth die Veranstaltung, zu der viele Bürger auch direkt kamen.

So tummelten sich rund 150 Gäste auf der Werrabrücke. „Es ist ein Tag der Freude, aber auch der Unmenschlichkeit und Nachdenklichkeit“, gab Orth zu bedenken. Weiter lobte Orth die Menschen, die den Mut hatten Grenzen zu überwinden und das geschafft haben, was vor 1989 noch undenkbar war. Zudem zitierte er Frank Walter Steinmeier vom 3. Oktober: „Die deutsche Einheit ist alltäglich geworden, aber seit dem 24. September sind neue Mauern entstanden: Arm – Reich; Stadt – Land; online – offline.“

Diese Mauern seien nicht so sichtbar, wie die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland, aber sie werden deutlicher. „Unter diesen Mauern wird tiefes Misstrauen geschürt. Alle, die sich der Demokratie abwenden, sind nicht gegen die Demokratie, aber sie fehlen der Demokratie.“ Mit dem Wunsch, dass sich Feindseligkeit nicht einnisten soll, beendete Orth seine Rede und gab das Wort an Martin Müller, Bürgermeister in Vacha, ab.

„Heute kann man nicht mehr erkennen, wo früher die Grenze verlief, wenn man nicht genau hinschaut. Dennoch ist es wichtig, den Menschen zu gedenken, die geflüchtet sind und ihr Leben verloren haben“, sagte Müller und weiter, „die Menschen hatten es satt, der staatlichen Willkür ausgesetzt zu sein.“ Zum Abschluss seiner Rede zitierte er Winston Churchill: „Demokratie ist nicht perfekt, aber sie ist besser als all die anderen Regierungsformen, die es über die Jahrhunderte gab.“ Abschließend bekräftigte Müller, dass es wichtig sei, den Gedenkfeiertag jedes Jahr zu feiern.

Auch der Bürgermeister der Krayenberggemeinde, Ingo Jendrusiak, schritt auf die Bühne und schloss thematisch an Müllers letzte Aussage an: „Eine Diktatur in Deutschland gibt es nicht mehr, aber an Erinnerung fehlt es oftmals.“ Zudem rief er den jungen Leuten zu, sich nicht abzuschotten und den eigenen Standpunkt zu verteidigen, wenn etwas in der Welt nicht so läuft, wie es sollte. Doch Jendrusiak wurde noch deutlicher: „Mit dem Ausruf ‘Heil’ ist in den letzten 100 Jahren keiner geheilt worden.“ So machten die Bürgermeister der drei Gemeinden in der Nähe der Werrabrücke ihre Standpunkte für die Demokratie deutlich und entließen nach der Deutschen Hymne die zahlreich erschienenen Gäste in die Feierstunde mit Speis und Trank auf der Werrabrücke.

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