Die Grippe ist da

Erster Verdachtsfall Kreis sieht sich gut vorbereitet Waldhessen. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gibt es einen Verdachtsfall einer Erkrankung

Erster Verdachtsfall Kreis sieht sich gut vorbereitet

Waldhessen. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gibt es einen Verdachtsfall einer Erkrankung an dem aktuellen Schweine-Grippe-Virus. Bei einem knapp fnfjhrigen Kind aus dem Nordteil des Landkreises wurden entsprechende Symptome diagnostiziert. Das Kind war zusammen mit seinen Eltern vor knapp einer Woche aus Mexiko zurckgekehrt. Es leidet seit zwei Tagen an Fieber, Husten und Halsschmerzen, so dass nach den aktuellen Kriterien des Robert-Koch-Instituts von einem Verdachtsfall auszugehen ist, teilte das Landratsamt mit. Das Kind wurde nach den Informationen des Fachdienst-Leiters Gesundheit des Landkreises, Dr. Dieter Gobrecht, zwischenzeitlich in das Klinikum in Bad Hersfeld eingeliefert, wo es auf der Isolier-Station liegt und behandelt wird. Es wurden Schleimhaut-Proben aus dem Halsbereich genommen und zur Untersuchung nach Marburg gesendet, erluterte Dr. Gobrecht. Das Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Der Kreis sieht sich jedoch gut auf den Ernstfall vorbereitet. Seit Jahren gebe es Plne fr aus Krisengebieten zurckkehrende Urlauber. Durch die Vogelgrippe vor zwei Jahren sei man auerdem auf eine Grippe-Epidemie entsprechend vorbereitet. Die Krankenhuser halten Medikamente fr die sofortoge Behandlung bereit. Zudem hlt die Landesregierung ausreichend Medikamente fr 20 Prozent der Bevlkerung vorrtig. Alle niedergelassenen rzte und die Krankenhuser wurden mit umfangreichem Informationsmaterial versorgt. Darin werden unter anderem die Krankheitssymptome genau erklrt.

Ein Verdachtsfallmanagement fr Krankenhuser und rzte ist enthalten und es gibt detaillierte Anweisungen fr Behandlungsregime, Probeentnahmen, Meldewege und Reiseempfehlungen. Auerdem wird der Einsatz von Medikamenten erklrt, die nach derzeitigem Kenntnisstand auch bei dem aktuellen Erreger H1N1 wirksam sind.

Die Gesundheitsbehrden warnen allerdings vor einer Hysterie. Wir nehmen die Sache ernst, aber wir sollten jetzt keine Panik machen, besttigt Karla Krause-Heid vom Kreiskrankenhaus Rotenburg, und gibt zu bedenken: Immerhin sterben in Deutschland jedes Jahr an der normalen Grippe rund 15.000 Menschen.

Auch das Max-Planck-Institut in Berlin gibt Entwarnung: Das Virus sei zwar leicht von Mensch zu Mensch bertragbar, die Sterblichkeit jedoch sehr viel geringer als bei den aggressiveren Virentypen wie dem H5N1-Vogelgrippevirus. Da die bekannten Medikamente wirkten, und ein Impfstoff innerhalb der nchsten drei bis sechs Monate entwickelt werden knne, bestehe kein Grund zur Beunruhigung. (jpl)

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Schweinegrippe: Symptome und Schutz

Um einer Grippeinfektion vorzubeugen, wird empfohlen, Menschenansammlungen zu meiden und sich regelmig, besonders bei Kontakt mit potentiell Infizierten, grndlich die Hnde zu waschen. Keinesfalls sollte man selbst krank unter Leute gehen. Die Symptome der Schweinegrippe unterscheiden sich kaum von einer normalen Grippe: Die Krankheit beginnt sehr pltzlich mit hohem Fieber, Schttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, belkeit, Mdigkeit und Appetitlosigkeit sowie Erkltungssymptomen. Auch Erbrechen und Durchfall knnen auftreten. Beim Verdacht auf eine Grippe-Infektion sollte man sich vor einem Arztbesuch telefonisch anmelden, damit entsprechende Manahmen getroffen werden knnen.

EXTRA INFO

Schreckgespenst Pandemie 1918

Der Ausbruch der Spanischen Grippe im Frhjahr 1918 gilt als schwerste Grippe-Pandemie. Verursacht wurde sie durch eine besonders aggressive Variante des Grippevirus. Bis zu 50 Millionen Menschen starben damals. Die Situation 1918 ist natrlich mit heute nicht vergleichbar, denn wegen des ersten Weltkrieges fand das Virus extrem gnstige Bedingungen vor: Truppentransporter verbreiteten die Infektion schnell und unkontrolliert ber die ganze Welt, die Menschen waren bereits durch Krieg und Hunger geschwcht. Da das Gesundheitswesen ganz auf den Krieg ausgerichtet war, wurde die Pandemie auerdem viel zu spt bemerkt und auch die Mglichkeiten ihrer Bekmpfung waren stark eingeschrnkt. Bei einem zweiten Ausbruch desselben Virustyps im Jahre 1977 (Russische Grippe) waren deutlich weniger, rund 700.000, Opfer zu beklagen. Auch andere Pandemien aggressiver Grippeviren forderten selten mehr als 1 Mio. Todesopfer weltweit.

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LETZTE MELDUNG: Keine Infektion mit Mexiko-Grippe Bei Verdachtsfall in Bad Hersfeld nur normale Grippe-Infektion... Lesen Sie HIER

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