Zum Haare raufen

Ronshausen. Als Personalleiter beschftigt man sich mit Personalfragen logisch. Und wenn in einem Unternehmen Fragen zu den Beschft

Ronshausen. Als Personalleiter beschftigt man sich mit Personalfragen logisch. Und wenn in einem Unternehmen Fragen zu den Beschftigten auflaufen, gilt es, diese zgig zu klren auch klar. Schlielich soll ja alles mglichst reibungslos laufen im Unternehmen.

Simple Frage?

Ja natrlich, antwortet Ehrenfried Schorn auf die Frage, ob er auch weiterhin Hartz IVer einstellen will. Natrlich? Natrlich ist gar nichts daran, nach den Erfahrungen, die Schorn mit der deutschen Brokratie gemacht hat.Aber zurck auf Start: Ehrenfried Schorn ist Personalleiter fr die Thorsten Hellwig Neukauf-Mrkte. In dieser Funktion erhielt Schorn dieser Tage eine augenscheinlich simple Frage aus der Zentrale: Wie lange drfen Hatz IV Empfnger pro Woche arbeiten? Eine berechtigte Frage, wenn man als Unternehmen Hartz IV Empfnger einstellen mchte.

Ein Anruf gengt?

Fr den Personalleiter eine klare und schnelle Sache. Er wendet sich ans Landratsamt. Schlielich ist der Kreis Optionskommune und somit fr die Belange der Hartz IV Empfnger verantwortlich. Es soll ja auch zgig Klarheit geschaffen werden im Unternehmen.Die Antwort ist unmissverstndlich. Nur bis zu 15 Stunden pro Woche sind erlaubt. Damit htte der Fall abgeschlossen sein knnen. Htte! Denn Schorn hatte zwischenzeitlich auch mit dem Landratsamt in Bad Salzungen telefoniert. Klare Ansage von dort: Mehr als 15 Stunden pro Woche sind erlaubt. Nochmal beim Landratsamt in Bad Hersfeld nachgehakt. Ja, es drfen nur 15 Stunden sein. Jedoch erhielt Schorn jetzt noch den Zusatzhinweis, er knne sich an die Krankenkasse wenden, die mssten es ja wissen.

Und weiter gehts

Ehrenfried Schorn ist keiner der aufgibt. Als Personalleiter hat man Personalfragen zu klren. Er greift wieder zum Hrer und fragt bei der Krankenkasse nach. Die Krankenkasse ist an der Fragestellung nicht interessiert. Beschftigungsverhltnisse mit einem monatlichen Entgeld von unter 400 Euro, damit beschftige man sich nicht. Aber Schorn legt den Hrer nicht mit leeren Ohren auf. Er wird an die Arbeitsagentur verwiesen, die mssten es ja wissen. Da steh ich nun ich armer Tor und bin so klug wie nie zuvor, schiet Schorn das Faust-Zitat durch den Kopf. Und er hat eine Frage zu beantworten: Wie lange darf ein Hartz-IV Empfnger pro Woche arbeiten? Auftrag noch nicht ausgefhrt. Also der Anruf bei der Arbeitsagentur. Auch hier eine klare Antwort, die allerdings auch nichts bringt. Die Arbeitsagentur sei nicht zustndig, weil wir ja Optionskommune sind, erfhrt der Personalleiter.

Nach ganz oben

Schorn gibt immer noch nicht auf. Er wendet sich an das Arbeitsministerium in Wiesbaden. Der erste Ansprechpartner wei von nichts. Ehrenfried Schorn wird aber an einen weiteren Dienstleistungsbereiten verwiesen. Hier scheint er jetzt richtig zu sein. Doch der Schein trgt. Denn solche Fragen wrden am Telefon nicht beantwortet. Dazu bruchte es eine schriftliche Eingabe, und zwar an das Referat IV 3 A, zu Hnden des Herrn Hrauf. Der Name passt zu Schorns Gemtszustand. Doch aufgeben ist seine Sache nicht. Schlielich hatte ihn die Dame in der Zentrale des Ministeriums, als er sein Anliegen vortrug, noch auf die Bundesknappschaft aufmerksam gemacht. Zur Info: die Bundesknappschaft in Essen ist die offizielle Minijob-Zentrale der Bundesrepublik. Und ein Anruf ist ja schnell gettigt. Die Antwort passte in den bisherigen Tag. Sie wusstens nicht.

Noch weiter oben

Eigentlich hatte ich die Nase voll, schildert Schorn seinen Gemtszustand nach der kurzen telfonischen Anfrage, die Klrung bringen sollte, wie lange ein Hartz IV Empfnger pro Woche arbeiten darf. Aber eine Mglichkeit bestand noch. Ein Anruf in Berlin. Schorn kontaktierte das Bundesarbeitsministerium und wurde mit dem Fachreferat fr Hartz IV Angelegenheiten verbunden. Und es gab Infos. Aus der sprudelte es nur so heraus, so Schorn. Und die Informationen, die er erhlt, klingen gut in seinen Personalleiterohren. Die auskunftsfreudige Dame teilt ihm mit, dass es keine zeitliche Arbeitsbegrenzung gbe. Man sei ja froh, wenn man die Leute in Lohn und Brot bekme.

Zu frh gefreut

Eigentlich war ich ja zufrieden, schlielich dachte ich, es ist ja die hchste Instanz, wertet Schorn die Mhen eines langen Tages. Doch zu frh gefreut. Am nchsten Tag meldete sich das Landratsamt und informierte darber, dass es nur 15 Stunden sein drfen.Und jetzt. Auf die Frage, wie lange Hatz IV Empfnger denn nun arbeiten drften, antwortet Ehrenfried Schorn mit einem Schulterzucken. Da die Anfrage aus der Zentrale noch im Raum stehe, habe er eine Arbeitsanweisung herausgegeben, die sich nach den Informationen aus Berlin richtet. Mit dem Hinweis, dass sich das stndlich ndern knne. Auch den Hausanwalt des Unternehmens hat Schorn zwischenzeitlich eingeschaltet. Dieser msse sich aber auch zunchst einmal mit dem betreffenden aktuellen SGB 4 (Sozialgesetzbuch) vertraut machen. Eigenartigerweise, so Schorn, habe er seine Informationen aus dem Landratsamt nach SGB 2 erhalten. Schorn ist versucht nach dem Warum zu fragen. Aber irgendwann braucht auch der eifrigste Fragensteller eine kleine Pause.

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