Hahne-Briefwechsel zu Deutschland - Nigeria

Die Schlacht von FrankfurtSehr geehrte deutsche Fußballdamen,eigentlich wollte ich mir die Fußballweltmeisterschaft bei uns mit der gebotenen Muße

Die Schlacht von Frankfurt

Sehr geehrte deutsche Fußballdamen,

eigentlich wollte ich mir die Fußballweltmeisterschaft bei uns mit der gebotenen Muße anschauen. Schließlich stand von vorn herein fest, wer Weltmeister wird – Ihr natürlich.

Doch schon bei Eurem Spiel gegen Kanada wurde deutlich, dass auch im Damenfußball die Entwicklung nicht stehen geblieben ist. Die Kleinen mucken auf.

Afrikameister Nigeria machte das ganz besonders eindrucksvoll deutlich. Vom neuen deutschen Co-Trainer taktisch hervorragend auf Eure Knöchel, Knie und Schienbeine eingestellt, gab es mächtig auf die Socken.

Die Schiedsrichterin, die offensichtlich zu einem Bestechungspaket des senilen FIFA-Präsidenten gehört, ließ atemberaubend schöne Fouls mit breitem Grinsen durch.

Zur Halbzeit seid Ihr mit leerem Blick in die Katakomben des Waldstadions gehumpelt – wie kürzlich noch die Eintracht aus Frankfurt. Und da geschah das Wunder. Für die Fußballdeutschen spielte auf einmal die Politik keine Rolle mehr.

Straßenschlachten in Athen? Na und?

Der gerissene Deutsche-Bank-Chef und seine räuberischen Kumpane haben Bundesfinanzminister Schäuble mit einer lachhaften Griechenlandhilfe so schnell über den Tisch gezogen, dass der die Reibungshitze mit Nestwärme verwechselt hat? Ach ja?

Atomausstieg? Wenn wir in der zweiten Halbzeit gegen Nigeria verlieren und in der Vorrunde ausscheiden, gehen eh die Lichter aus.

Doch eine hatte noch nicht aufgegeben. Eure wutschnaubende Trainerin, die Euch mit wuchtigen Fußtritten in der Kabine aus allen Nutella-Karriere-Träumen gerissen hat. Und schon drehte sich das Blatt. Jetzt knackten auch die nigerianischen Knochen. Die Schmerzen wurden gerecht verteilt. Doch erst nachdem eine nigerianische Möbelpackerin Deutschlands Fußballdenkmal Birgit Prinz zerlegt hatte, kam der entscheidende Kick und das Tor. Die Welt war wieder in Ordnung.

Da waren sie wieder, die deutschen Tugenden, in einem Spiel, wie es der Damenfußball wohl selten gesehen hat. Eine Delikatesse für Freunde der knüppelharten Gangart.

Mit markigen Grüßen

Rainer HahneChefredakteur

PS. Wer solche Spiele überlebt, der hat alle Chancen, Weltmeister zu werden.

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