Hahne-Briefwechsel: „Frau Merkel, keine Zeit für eine Entschuldigung bei den Neonazi-Opfern?“

Rainer Hahne, Chefredakteur der ET-Mediengruppe...
+
Rainer Hahne, Chefredakteur der ET-Mediengruppe...

Sehr geehrte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel,in der letzten Woche waren Sie in Kassel, um die Vereinigung kommunaler Spitzenbeamter Ihrer Partei in

Sehr geehrte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel,

in der letzten Woche waren Sie in Kassel, um die Vereinigung kommunaler Spitzenbeamter Ihrer Partei in Kassel zu besuchen. Sie haben diese Gelegenheit genutzt, um diesen Beamten zu erzählen, dass Sie sich für diese unsägliche Döner-Mordserie in Deutschland schämen.

Liebe Frau Merkel, Ihren engen Terminplan in allen Ehren, meinen Sie nicht, es wäre angebracht gewesen, sich bei den Eltern des Mordopfers stellvertretend für alle zu entschuldigen?

Es ist unfassbar und wirft einen langen braunen Schatten auf Deutschland, was in den letzten Jahren passiert ist. Wahrscheinlich gedeckt, wenn nicht sogar finanziert von sogenannten V-Männern des Verfassungsschutzes, sind unschuldige Menschen in Deutschland ermordet worden.

Und nicht nur das. Da offensichtlich niemand an rassis­tisch motivierte Morde denken mochte, wurden die Opfer auch noch verdächtigt, selbst in irgend einer Form straffällig geworden zu sein.

Hier haben nicht einzelne Beamte versagt, liebe Frau Bundeskanzlerin. Hier gilt es, Strukturen zu verändern. Und das gründlich.

Die Frage muss in aller Deutlichkeit gestellt werden, warum jedes Bundesland einen Verfassungsschutz braucht. Oder noch besser: Warum braucht jedes Bundesland eine eigene Verfassung? Damit Hessen die Todesstrafe behält?Dann muss die Frage in aller Öffentlichkeit geklärt werden, warum sich nicht die Polizei mit diesen Verbrechern beschäftigt. Irgendwie erinnert mich das an den Umgang der katholischen Kirche mit Kinderschändern aus den eigenen Reihen. Da wollte man die Polizei auch gern außen vor halten. Hält es die Politik mit ihren Radikalen genauso? Motto: Na, so richtige Verbrecher sind das ja doch nicht?

Liebe Frau Dr. Merkel, räumen Sie hier auf. Es reicht ein Verfassungsschutz auf Bundes­ebene, der intensiv mit der Polizei zusammen arbeitet. Beenden Sie diesen unsäglichen V-Mann-Mist. Auf dieser braunen Schiene sind schon genug Gelder in die NPD geflossen.

Mit bombigen Grüßen

Rainer HahneChefredakteur

PS. Unser Bundespräsident wird ja die Familien der Opfer einladen. Irgendwann...

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Kasseler Oktoberspaß auf der Schwanenwiese
Kassel

Kasseler Oktoberspaß auf der Schwanenwiese

Der Kasseler Oktoberspass lockt vom 1. bis zum 24. Oktober mit vielen Attraktionen auf die Schwanenwiese Kassel.
Kasseler Oktoberspaß auf der Schwanenwiese
Cannabis legalisieren? „Müssen raus aus der Stigmatisierung“
Fulda

Cannabis legalisieren? „Müssen raus aus der Stigmatisierung“

Cannabis legalisieren? Diese Debatte hat parallel zu den politischen Gesprächen über eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP an Fahrt aufgenommen. Denn die drei …
Cannabis legalisieren? „Müssen raus aus der Stigmatisierung“
Wohnung gleicht Museum: Familie Paar sucht neues Zuhause für Teddybärensammlung
Kassel

Wohnung gleicht Museum: Familie Paar sucht neues Zuhause für Teddybärensammlung

Leicht fällt Familie Paar die Trennung nicht, aber sie sagen ganz klar: „Für einen guten Zweck fällt die Trennung leichter.“
Wohnung gleicht Museum: Familie Paar sucht neues Zuhause für Teddybärensammlung
Alkoholisierter Mercedesfahrer durchbricht Zaun von<br/>Autohandel: Rund 15.000 Euro Schaden
Kassel

Alkoholisierter Mercedesfahrer durchbricht Zaun von
Autohandel: Rund 15.000 Euro Schaden

Der Pkw, an dem rund 5.000 Euro Schaden entstanden waren, musste von einem Abschleppunternehmen geboren werden. 
Alkoholisierter Mercedesfahrer durchbricht Zaun von
Autohandel: Rund 15.000 Euro Schaden

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.