Hahne an Merkel: „Finanzblitzkrieg und Bankensturm?“

Rainer Hahne, Chefredakteur der ET-Mediengruppe.
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Rainer Hahne, Chefredakteur der ET-Mediengruppe.

Sehr geehrte Bundeskanzlerin Angela Merkel,schön, dass Sie sich am Mittwoch die Zeit genommen haben, das Hessenfest in Berlin zu besuchen. In den Stu

Sehr geehrte Bundeskanzlerin Angela Merkel,

schön, dass Sie sich am Mittwoch die Zeit genommen haben, das Hessenfest in Berlin zu besuchen. In den Stunden stand für Sie einmal nicht die Euro-Rettung auf dem Plan. Nein, Sie konnten beim hochverdienten 2:1-Sieg des deutschen Teams bei der Europameisterschaft gegen die Niederlande mal so richtig herzhaft jubeln. Es tat richtig gut zu sehen, wie bei Ihnen nach den Gomez-Toren die Anspannung  abfiel.

Geholfen hat Ihnen sicher auf die hervorragende Stimmung auf dem Hessenfest. Die Wirtschaft des Landes schaut immer noch höchst optimistisch nach vorn, und das ist für Sie natürlich wichtig. Schließlich werden wohl noch einige Belastungen auf Deutschland zukommen, die nur zu schultern sind, wenn bei uns die Räder weiter rollen.

Am Sonntag werden Sie stimmungsmäßig zwischen Baum und Borke stecken. In Griechenland wird mal wieder gewählt, und die Aasgeier kreisen schon über uns. Dubiose Anlegerberater versuchen mit aller Gewalt, die Menschen in Deutschland zu verunsichern. Tja, Frau Merkel, wenn man diesen Finanzscharlatanen glauben würde, hätten alle, die nicht am Freitag alles Geld von den Banken geholt und es bei diesen Spezialisten in Sicherheit gebracht haben, für immer und ewig verloren. Wie schön, dass es an diesem dramatischen Tag nicht nur die griechischen Wahlen gibt. Es gibt ja auch noch Fußball.

Für die Griechen allerdings kaum noch. Die sind so gut wie raus aus der Europameisterschaft. Und dabei hätten Siege in der Vorrunde so gut getan. Vielleicht hätten sie sogar die Wahl positiv beeinflusst. Schließlich reichen schon Gerüchte, dass die griechischen Konservativen die Wahl klar gewinnen werden, um die Börse in Athen zweistellig nach oben zu katapultieren. Die National Bank of Greece verbuchte gar einen Zugewinn um 25 Prozent. Schaun mer also mal, was Sonntag im Südosten Europas so passiert.

Abends ist das sowieso egal. Da müssen wir uns darauf konzentrieren, ob die orangefarbenen Freunde aus den Niederlanden endgültig das Ränzel packen müssen. Und natürlich werden nicht nur Sie, Frau Merkel, hoffen, dass unsere eigene Elf als Gruppensieger in die nächste Runde einzieht – und dort auf Griechenland trifft. Ist doch irgendwie schön, dass diese Europameisterschaft immer wieder wohltuend von den politischen Problemen ablenkt. Auch wenn Frau Timoschenko immer noch im Knast sitzt. Wer bezahlt eigentlich die deutschen Spitzenmediziner, die ihr Tag und Nacht die Händchen halten?

Mit torhungrigen Grüßen

Rainer HahneChefredakteur

PS. Fahren Sie eigentlich zum Finale in die Ukraine oder werden Sie politisch korrekt vor dem Fernseher sitzen?

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