"HAIR kann man nicht auf Sparflamme spielen"

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Bettina Mönch spielt im zweiten Jahr die Sheila in Hair. Wir trafen sie zum Strandkorb-Geplauder

Musicalstar Bettina Mönch, die Sheila in "Hair", im Strandkorb-Geplauder.

Bad Hersfeld - „Bei den Festspielen in Bad Hersfeld ist jeder, wirklich jeder, mit Herzblut dabei“, sagt Bettina Mönch. Sie muss es wissen, denn mit „Hair“ in dieser Saison steht die Schauspielerin und Musicalsängerin bereits zum vierten Mal auf der Bühne in der Stiftsruine. Zwei Jahre spielte sie die Sally Bowles in „Cabaret“, 2018 und 2019 agiert(e) sie als Sheila im Musical „Hair“. „Das ist das Anstrengendste, was ich jemals gemacht habe“, sagt Mönch. „Wir rennen sehr viel – auch hinter der Bühne von Szene zu Szene“. Dazu kommen die schweißtreibenden Nummern des Hippie-Musicals, die dem Ensemble viel abfordern. „Für ,Hair‘ braucht man Energie, das kann man nicht auf Sparflamme spielen“, ist die sympathische Darstellerin mit der tollen Stimme überzeugt. Und man müsse „seine ganze Seele in dieses Stück legen.“

Aktueller denn je In diesem Jahr sei die Aussage von „Hair“ noch deutlicher: „Vielerorts drohen Politiker mit Kriegskulissen und es gibt viele aktive, junge Menschen, die sich engagieren – Stichwort ,Fridays for Future‘. Und auch die Rassismusdebatte ist leider wieder aktuell“, so Mönch über das Musical, das jetzt 51 Jahre alt ist. „Hair“ in der Regie von Gil Mehmert ist auch eine Hommage an das legendäre Woodstock-Festival, das vor 50 Jahren die Welt bewegte.

"Eine künstlerische Sprache"

Den Regisseur und die Schauspielerin verbindet nicht nur die gemeinsame Arbeit auf der Festspielbühne, denn zwischen den beiden Spielzeiten in Bad Hersfeld haben sie sich das Ja-Wort gegeben. „Wir beide leben das Theater mit jeder Faser. Wir verstehen uns sehr gut und sprechen künstlerisch eine Sprache“, sagt die Schauspielerin. Kennengelernt haben sich die beiden bei einer gemeinsamen Produktion des Musicals „Les Misérables“ bei den Domfestspielen in Magdeburg. Seitdem haben sie auch öfter zusammengearbeitet, aber: „Wir sind nicht immer an der selben Produktion beteiligt. Es muss passen“, so Mönch.

Wenn keine Proben oder Aufführungen auf dem Plan stehen, sind Mönch und Mehmert oft in Festspielstadt und Umgebung unterwegs. „Wir gehen viel spazieren, fahren mit dem Rad oder wir sitzen einfach in einem Café und genießen die gemeinsame Zeit“, sagt Mönch, denn beruflich seien sie oft getrennt. Augenzwinkernd verrät sie, dass sie und ihr Mann das Thema Yoga für sich entdeckt haben.

„Das Leben auf Reisen ist nicht immer einfach“, sagt die Schauspielerin. „Zuhause zu sein ist für mich das höchste.“ Sie hat eine Wohnung in Wien, wo die gebürtige Münchnerin auch ihr Studium absolvierte, und eine gemeinsame Wohnung mit ihrem Gatten in Essen. „Aber auch nach Bad Hersfeld zu kommen ist eine Art, nach Hause zu kommen“, sagt Mönch. „Teamspirit beschwören“ Für „Hair“ auf der Festspielbühne braucht es laut Mönch eine ganz besondere Atmosphäre zwischen den Darstellern. „Wir mögen uns alle und das ist nötig, um den Teamspirit zu beschwören“, ist sie überzeugt.

Redakteur Christopher Göbel plauderte mit Bettina Mönch über Bad Hersfeld, den Beruf und Privates.

Einheit gebildet

Acht Rollen wurden zur Spielzeit 2018 umbesetzt. „Mit Merlin Fargel, dem neuen Berger, habe ich schon zusammen auf der Bühne gestanden“, erzählt die Schauspielerin. Und auch mit den anderen „Neuen“ im Ensemble habe sich mit den „Alten“ in kürzester Zeit eine Einheit gebildet. „Es gibt weder im Stück noch außerhalb der Bühne Berührungsängste untereinander“, sagt sie.

Die Stiftsruine ist für Bettina Mönch ein ganz besonderer Ort. „Die Ruine hat einen eigenen Zauber, Look und Dramatik“, sagt sie. Es sei auch besonders, vom Wetter abhängig zu sein und das Musical im Hellen zu beginnen, um dann in der Dunkelheit zu enden. „Hair“, das gestern Abend Premiere feierte, wird bis zum 31. August insgesamt 13-mal gespielt. Wer Bettina Mönch live auf der Bühne erleben möchte, kann auf www.bad-hersfelder-festspiele.de oder unter der Telefonnummer 06621/640200 Restkarten bekommen.

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