Hans im Glück: Abwahlverfahren gegen Heringes Bürgermeister scheitert im Parlament

Heringen. Hans Ries kann aufatmen. Die Einleitung des Abwahlverfahren gegen den Heringer Bürgermeister scheiterte am vergangenen Mittwoch in der Stad

Heringen.Hans Ries kann aufatmen. Die Einleitung des Abwahlverfahren gegen den Heringer Bürgermeister scheiterte am vergangenen Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung. Obwohl 20 Parlamentarier (10 SPD, 6 CDU, 4 WGH) für die Einleitung stimmten fehlte zur notwendigen Zweidrittelmehrheit eine Stimme, um den Antrag, der von den Fraktionen von SPD und CDU eingereicht wurde,  durchzubringen.

Ein großes Publikum lockte das brisante Thema in das Heringer Bürgerhaus. Unter anderem sprach sich Frank Roth (SPD) für die Abwahl des Bürgermeisters aus. Als Gründe nannte er unter andrerem das unmögliche Verhalten des Bürgermeisters gegenüber der Parlamentarier. Geballter Ärger habe sich bei den Ehrenamtlichen angestaut, oft habe man versucht, die Angelegenheit auszumerzen. Viele Ehrenamtliche haben nachts keinen Schlaf mehr gefunden, hätten ihr Amt auf Grund der Streitigkeiten niedergelgt. "Das hat nichts mehr mit Ehrenamt zu tun", betonte Frank Roth.

Auch Eckhard Bock (CDU) kritisierte Ries für die Diffamierungen verschiedener Personen in der Öffentlichkeit, unter anderem gegen den ehemaligen Stadtverordnetenvorsteher Manfred Wenk. Zudem warf Bock dem Heringer Bürgermeister Haushaltstricksereien vor. Auch die des Bürgermeisters viel gelobte Tranzparenz relativierte Bock mit den Worten: "Transparenz ist in Heringen das, was der Herr Ries will."

Peter Stötter (WGH) ging sogar noch einen Schritt weiter. Er sagte über Ries: "Seine Persönlichkeit lässt für Diplomatie keinen Raum. Er verhandelt nicht, er führt Rachefeldzüge."

Nur Thomas Mötzing (WGH) setzte sich für den Bürgermeister ein. Er fragte: "Was soll der neue Bürgermeister besser machen? Alles um sonst? Wir haben uns an Gesetze zu halten!"

Dann kam die Abstimmung. Die CDU-Fraktion stand geschlossen hinter dem von ihnen eingereichten Antrag. Aus den Reihen der SPD stimmten ebenfalls alle, bis auf André Wiedemann, für die Einleitung des Abwahlverfahrens. Wiedemann betonte im Anschluss, dass er seinen Fraktionsmitgliedern bereits im Vorfeld mitgeteilt habe, dass er die Abwahl des Bürgermeisters so nicht unterstützen könne. Am Ende bedankten sich die WGHler, die hinter Ries standen, bei dem SPDler für seine Stimme. In seiner eigenen Fraktion dürfte der junge Mann allerdings nun keinen leichten Stand haben.

Und Hans Ries? Der hatte vor der Beratung und Beschlussfassung den Raum verlassen. Als er ihn wieder betrat, wurde er mit Applaus empfangen. Am Rednerpult kommentierte er. "Ich sage zu dem Abwahlverfahren jetzt mal nichts  – nur so viel: Hoffentlich findet sowas nicht alle 14 Tage statt, dann ist der Unterhaltungswert weg.

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