Hans Ries zu den Plänen des Landkreises, die ehemaligen Anteile am Stromnetz zurückzukaufen

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Heringens Buergermeister Hans Ries. Foto: Archiv

Heringens Bürgermeister Hans Ries zu den Plänen des Landkreises, die ehemaligen Anteile am Stromnetz zurückzukaufenDer Landkreis möchte seine ehem

Heringens Bürgermeister Hans Ries zu den Plänen des Landkreises, die ehemaligen Anteile am Stromnetz zurückzukaufen

Der Landkreis möchte seine ehemaligen Anteile am Stromnetz zurückkaufen. Als die Kreise ihre EAM-Anteile seinerzeit an die E.ON verkauften, war man noch ganz besoffen von der Privatisierungswelle. Mit dem Erlös wollte man die kreiseigenen Ferieneinrichtungen finanzieren.

Es bleibt festzustellen, dass der klamme Kreis den Rückkauf der Anteile zu 100 Prozent fremdfinanzieren muss, nachdem der seinerzeitige Erlös ebenfalls verpulvert wurde. Der notwendige Kapitaldienst und das rechtliche Korsett lassen jedoch keinerlei Verbesserung für die Kunden erwarten, zumindest wenn die Verteilung des Stromes kein weiteres Zuschussgeschäft werden soll.

Umweltpolitisch macht der Rückkauf ebenfalls keinen Sinn, da die E.ON, wie auch ein kommunaler Eigentümer, die Energie aus erneuerbaren Quellen ohnehin abnehmen müssen. In Heringen stehen die Windkraftinvestoren schon jetzt Schlange, um allein in unserer Stadt so viele Anlagen zu errichten, dass man den gesamten privaten Stromverbrauch des Kreises im Jahresschnitt locker abdecken kann.

Wenn ich die Region mit Investitionen wirklich nach vorne bringen, also für junge Menschen und innovative Betriebsansiedlungen attraktiv machen will, dann investiere ich doch in die Infrastruktur, bei der im ländlichen Raum das wesentliche Defizit herrscht und somit auch die größte Gefahr besteht, langfristig weiter abgehängt zu werden.

Das Stromnetz ist bei uns so gut wie in Frankfurt, was fehlt ist eine zukunftsfähige Breitbandanbindung mit der wir in ernsthafte Konkurrenz zu den Ballungsräumen treten können. Ein Haus mit einem 50 oder 100 Mbit Anschluss dürfte sich deutlich besser und lukrativer an junge Familien verkaufen, als ein Haus mit einem 500 Kbit Anschluss.

Allein der zu erwartende durchschnittliche Wertzuwachs bei den privaten Immobilien durch ein superschnelles Netz dürfte die Höhe der notwendigen Investitionen in diese Technik deutlich übersteigen.

Mit dem Rückkauf des Stromnetzes nimmt nicht eine Immobilie auch nur einen Cent an Wert zu. Und eine Kostendeckung kann man bei einem schnellen Datennetz außerdem erzielen.

Mit dem Rückerwerb der ehemaligen EAM-Anteile sollen Entscheidungen getroffen werden, die im Wesentlichen die nachfolgenden Generationen betreffen und belasten werden und deshalb sollte man auch entsprechend nachdenken.

Hans Ries

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