Hein predigte in der ARD

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Waldhessen. An Heiligabend: Bischof Hein war im Fernsehgottesdienst.

Waldhessen. Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, hielt an Heiligabend in der Stadtkirche St. Marien in Gelnhausen den ARD-Fernsehgottesdienst.

In seiner Predigt betonte der Bischof, Gottes Solidarität gelte denen, die heimatlos sind, die außen stehen, den Armen und den Hilflosen. Dies zeige sich darin, wie Gott zur Welt komme und wem er als Ersten begegne. Gott komme in Gestalt eines kleinen Kindes zur Welt, "ganz nach unten", in einen Stall in eine Krippe. Damit durchbreche er unsere Erwartungen. In den Hirten begegne er ausgerechnet denen zuerst, die am Rande der Gesellschaft stehen. Alle Vorstellungen davon, was im Leben besonders wertvoll sei, brächen vor der Krippe zusammen; Erfolg, Besitz, Können, Leistung seien völlig belanglos, denn – so Hein wörtlich: "Er hat uns allen längst eine Würde geschenkt, die wir nie verlieren können – ganz gleich, wer wir sind und was wir von uns halten." Gott sehe unser Herz an. Und was unser Herz bestimme, das sei für Gott entscheidend.

Der Bischof ging in seiner Predigt besonders auf das Leid der Menschen ein, die sich in diesen Tagen auf der Flucht befinden. Er beklagte die mangelnde Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen in Deutschland ein sicheres Obdach zu bieten. Schon die Hirten an der Krippe zeigten, dass Gottes Solidarität den Heimatlosen gelte. Niemand stehe am Rand, wo Gott mitten unter den Menschen sei. "An der Krippe ist für alle Platz." so Hein wörtlich.

Der Bischof blickte in seiner Predigt auch auf die drei Weisen, die zur Krippe zogen. Die Logik ihres Lebens sei das Gesetz von Gabe und Gegengabe und die Verbindung von Macht und Geld. Im Angesicht der Krippe verlören diese Gesetze ihre Bedeutung. Macht und Reichtum zählten nicht mehr. Es gehe um die Weisen selbst als Menschen, die ebenso wie die Hirten mit leeren Händen vor der Krippe ständen. Daran zeige sich: "Gottes Liebe stellt keine Bedingungen an uns – nur diese eine: dass wir mit leeren Händen dastehen. Gottes Liebe setzt nichts voraus. Sie setzt uns frei."

Hein äußerte den Wunsch, dass zu Weihnachten nicht nur unsere Herzen, sondern die ganze Welt mit der Liebe Gottes erfüllt werde. "Wir geben das Licht der Weihnacht weiter. Wir setzen uns, wo wir sind, für Frieden und Gerechtigkeit ein. Vertrauen wir diesem Kind in der Krippe, denn es hat heute noch die Macht, unser Leben zu verändern. Es schenkt uns die Freiheit, nicht nur von uns zu reden, nur um uns selbst zu kreisen, sondern zu spüren, worauf es im Leben ankommt: auf Achtsamkeit und Sorgsamkeit füreinander und auf das Vertrauen, mit Gottes Hilfe unser Leben bewältigen zu können."

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