„Heinz Erhardt war meine Witzvorlage“

VON RICK FRHNERTBad Hersfeld. Johann Knig eskaliert, heit es am 14. November in der Stadthalle Bad Hersfeld. De

VON RICK FRHNERT

Bad Hersfeld. Johann Knig eskaliert, heit es am 14. November in der Stadthalle Bad Hersfeld. Der Komiker, der sich selbst als sehr schchtern beschreibt, sprach mit Kreisanzeiger-Mitarbeiter Rick Frhnert.

KA: Sie sind bekannt fr ihre selbst geschriebenen Gedichte. Haben Sie ihre lyrische Ader schon als Kind entdeckt?

Nein, berhaupt nicht. Im Grunde habe ich erst mit 26 Jahren angefangen. Ich bin frher nie mit Gedichten oder Geschichten aufgefallen und ich habe auch nie etwas auf Familienfesten aufgefhrt. Ich war zu schchtern. In der Schule habe ich immer hinten gesessen, mich selten gemeldet und nie Referate gehalten. Ich habe auch nie Theater gespielt!

KA: Und dennoch das Abi bestanden?

Ohne Theater zu spielen? Ach nee, ohne sich zu melden?! Ja mndlich war ich immer gerade noch ausreichend das war wirklich ein Problem. Aber schriftlich ging es besser. Mit Ach und Krach habe ich es dann aber geschafft.

KA: Haben Sie Vorbilder?

Im Nachhinein: Ja. Ich habe frher eine Heinz Erhardt Platte geschenkt bekommen. Und da habe ich gemerkt, dass Heinz Erhardt mich in den fnfziger Jahren schon kopiert hat und zwar ohne mich zu kennen. Er machte hnliche Sachen wie ich. Er unterbrach Gedichte, kommentierte sie, ermahnte das Publikum. Da gibt es viele Parallelen zwischen uns daher nenne ich ihn als Vorbild. Man knnte als sagen: Heinz Erhardt war meine Witzvorlage.

KA: 1997 hast du deine Gedichte erstmals ffentlich vorgetragen. Nun bist du schon ein alter Hase unter den Komikern. Wie hast du diese Zeit erlebt.

Es sind ber zehn Jahre mittlerweile. Ich habe also quasi mein zehnjhriges Bhnenjubilum. Das ist schon eine lange Zeit. Es war am Anfang nur so Spa ich habe studiert und wollte Lehrer werden. Aus Spa habe ich dann immer wieder Gedichte vorgelesen und die Leute haben gelacht. Ich dachte aber nie, dass das mal mein beruf wird. Mein erstes Soloprogramm war grottenschlecht und es gab auch grottenschlechte Kritiken. Jetzt ist es besser, ich habe mich immer irgendwie durchgeklmpft. Bei Kayar Yanar, mit dem ich angefangen habe, ging pltzlich alles sehr schnell auch durch dessen TV-Serie Was guckst du. Bei mir ging das alles eher gemchlich zu. Aber in einem guten Tempo sehr gesund im Nachhinein betrachtet. Bei meinen Anfngen war ich schon ein ganz anderer. Und wirklich zu schchtern. Aber das hat sich jetzt ein bisschen gelegt.

KA: Mit 10 Jahren Bhnenerfahrung haben Sie schon viel erlebt. Gibt es bestimmte Momente, an die Sie sich besonders gern erinnern?

Pannen! Ich bin in einer alter Fabrikhalle aufgetreten und der komplette Strom fiel aus. Licht und Sound. Man sah nichts und hrte nichts ber die Mikros. Dann habe ich mit den Leuten im dunkeln ein Kanon gesungen Bruder Jakob. Das war echt sehr lustig. Die ganzen Techniker liefen hektisch mit ihren Taschenlampen herum. Die Leute haben danach gesagt: Das war ja super, die Idee mit dem Stromausfall. Und auch mit den Leuten mit den Taschenlampen. Es ist immer ein bisschen schade, wenn die Zuschauer nicht glauben, das es wirklich eine Panne ist. Das liegt aber auch daran, dass sie durch das Fernsehn sehr versaut sind. Sie glauben immer alles ist inszeniert. Mir ist auch schon mal die Hose auf der Bhne komplett aufgerissen das war auch witzig. Aber das wichtigste war eigentlich das ich mich selber endeckt habe.

KA: Lachen Sie eigentlich selber ber ihre Witze selbst wenn man sie schon oft gehrt hat?

Ich hre oft das man denkt, ich hre die Witze zum ersten Mal. Aber ich lache natrlich nicht so ber meine Witze wie zum Beispiel Oliver Pocher. Ich finde es auch eher unangenehm, wenn man sich selbst am lustigsten findet. Aber es gibt auch Momente, da kann ich mir das Grinsen nicht verkneifen. Es gibt auch Leute, die bleiben immer Ernst. Aber das gelingt mir nicht. Ich lasse es schon zu, aber man darf das Lachen nicht bertreiben.

KA: Was erwartet die Leute am 14. November in der Stadthalle in Bad Hersfeld?

Das Programm heit Johann Knig eskaliert. Ich werde oft gefragt wie man sich das vorstellen muss. Und genau darum gehts: Das man sich das nicht vorstellen kann und deswegen dann in die Vorstellung kommt darum heit es ja auch Vorstellung. Ich bin ja als depressives Wrstchen verschrien. Das ist quasi der weg aus der Depression durch die Eskalation. Es wird richtig laut ich werde richtig ausflippen. Und nachher gehts uns allen dann besser.

Der Kreisanzeiger verlost drei mal zwei Tickets fr die Vorstellung am 14.November in der Bad Hersfelder Stadthalle. Teilnehmen kann jeder, der eine Email mit der richtigen Antwort an froehnert@kreisanzeiger-online.de schickt. Einsendeschluss ist der 7. November.

Wie heit Johann Knigs aktuelles Programm?

a) Johann Knig eskaliert

b) Johann Knig deprimiert

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