Schuldenschock in Heringen: DAS ist eine absolute Frechheit!

Redakteur Rick Fröhnert zur verschuldeten Gemeinde Heringen und der Kritik von Ex-Bürgermeister an der geplanten Gebührenerhöhung.

Redakteur Rick Fröhnert zur verschuldeten Gemeinde Heringen und der Kritik von Ex-Bürgermeister an der geplanten Gebührenerhöhung

Heringen.  Mit satten 102 Mio. Euro Schulden hat Bürgermeister Daniel Iliev in ­Heringen eine wahre Mammutaufgabe vor sich, die man allein kaum stemmen kann. Umso ­besser, dass der Rathaus-Chef, der seit 2016 im Amt ist, genau das erkannt hat. Der Weg, sich auf die Stärken zu besinnen und gemeinsam an einem Strang zu ­ziehen, ist richtig. Eine Sache, die in Heringen – vor allem unter dem vorherigen ­Bürgermeister Hans Ries – so nicht möglich gewesen wäre. Doch statt Streit, Zwietracht und Un­einigkeit muss nun jeder die ­Zeichen der Zeit erkennen und das Richtige für Heringen tun. Mit ­einem Mann wie Daniel Iliev an der Spitze ist das eine Aufgabe, die machbar ist.

Schade nur, dass ausgerechnet Hans Ries und die WGH eben dies scheinbar nicht erkennen (wollen). In einer Pressemitteilung vom Donnerstag gibt Ries klar zu verstehen, dass die geplante Gebühren­erhöhung in Sachen Kita mit der WGH nicht zu vereinbaren sei. Nun hat der Bürgermeister a.D. natürlich leicht reden – nachdem er Heringen in den letzten Jahren allem Anschein nach finanziell an die Wand gefahren hat. Sich nun aber hinzusetzen und statt aktiv an einer Lösung mitzu­arbeiten, weiterhin alles was sein Nach­folger macht, zu kritisieren, ist für mich eine absolute Frechheit. Statt mit weiteren Lösungsvorschlägen punktet die WGH hier mit demonstrativem „Da­gegensein“.

Natürlich muss jedem spätestens jetzt klar sein, dass die Sparmaß­nahmen eben fast jeden treffen werden. Das ist natürlich ärgerlich, doch leider die einzige Möglichkeit, wenn man einen solchen Schuldenberg im Nacken hat. Wahrscheinlich wird es vielen übel aufstoßen, dass möglicherweise das fritz-kunze-bad bald die Gebühren leicht erhöhen muss. Doch am Ende ist das immer noch besser, als gar kein Bad zu haben. Gleiches gilt für die Kita-Gebühren – die wohlgemerkt immer noch deutlich unter dem Schnitt im Landkreis liegen. In Zukunft muss man in Heringen vor allem besser kommunizieren und die Bürger früh und vorausschauend über steigende Gebühren informieren.

Wenn man weiß, dass in den kommenden Jahren Kosten nach und nach angehoben werden, ist das besser als wenn plötzlich mit der Gebührenkeule geschwungen wird. Dass das nun der Fall ist, müssen die aktuellen Verantwortlichen ausbaden – auch wenn sie es womöglich gar nicht zu verantworten haben. Dass Daniel Iliev seine Arbeit ­als Bürgermeister weiterhin als „Traumjob“ bezeichnet, zeigt mir aber, dass er lang­fristig mit ­Heringen plant – und keine Luftschlösser bauen ­möchte. Und mal ehrlich: Wie viele Menschen ­kennen Sie, die mit 102 Mio. Euro Schulden auf dem ­Konto dennoch jeden Tag gerne zur ­Arbeit ­kommen?

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