Auf dem Weg in die Zukunft

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Thomas Fehling setzt weiterhin auf Smart City.

Bad Hersfeld baut Smart City-Konzept aus.

Bad Hersfeld.Um das Thema „Smart City“ scheint es in Bad Hersfeld ruhig geworden zu sein, doch hinter den Kulissen wird eifrig weiter getüftelt. Und außerhalb der Kreisstadt stoßen diese Bemühungen auf deutlich mehr Resonanz als vor Ort. So kommt das Parkleitsystem auf dem Marktplatz neuerdings auch im fernen Australien zur Anwendung. Bei einem Besuch in Bad Hersfeld konnten sich Vertreter der Stadt Caloundra vor Ort von den Vorteilen des Systems überzeugen. Im Gegenzug wurde Fehling als Sprecher auf einer Landeskonferenz zum Thema nach „down under“ eingeladen. Und auch im Inland ist Bad Hersfeld mittlerweile ganz selbstverständlich neben Großstädten wie Berlin, Hamburg und München vertreten, wenn es um das Thema Digitalisierung geht. „Bad Hersfeld hat ein tolles Standing“, freut sich der „Cyber-Bürgermeister“, wie Fehling bisweilen genannt wird. Denn: „Das ist jedesmal auch Werbung für Bad Hersfeld. Eine billigere PR kriegen wir nicht.“

Dabei zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass Bad Hersfeld damit im Trend liegt.Wurde die Idee autonomer Busse anfangs noch belächelt, finden mittlerweile quer durch die Bundesrepublik, von Hamburg bis Bad Birnbach (Niederbayern) die ers­ten Testfahrten statt. Und auch Bad Hersfeld bereitet sich vor: Derzeit wird an einer Software für die Verbesserung des Anruf-Sammeltaxi-Services gearbeitet. „Hier gibt es immer wieder Beschwerden“, berichtet Christian Scholz, StadtBus-Betriebsleiter. Besonders die Vorbestellzeit von einer halben Stunde sorgt oft für Verdruss. Künftig soll das AST per App gerufen werden, die Software koordiniert die Fahrten zentral, um die Wartezeiten zu verkürzen. Diese Vorarbeit könnte dann auch für den autonomen Busverkehr genutzt werden. Denn die Busse sollen natürlich ebenfalls bedarfsoptimiert – eben „smart“ – eingesetzt werden. Derzeit fahren die Stadtbusse nach festgelegtem Fahrplan allzu oft leer durch die Gegend – und kosten die Stadt jährlich rund 400.000 Euro. „Im Moment gibt es noch keine Alternative“, sagt Fehling. Aber 2021 werde das Stadtbuskonzept neu ausgeschrieben. Mal sehen, wie weit die Technik dann sei. Die Hürden für den Einsatz autonomer Busse auf dem Hessentag 2019 sind übrigens denkbar gering; Als Verkehrsbehörde kann die Stadt die entsprechende Sondergenehmigung nämlich problemlos erteilen. Der Aufbau eines kostenlosen WLAN-Netzes in der Innenstadt, den Fehling anstrebt, gehört heutzutage schon eher zum Grundstandard, doch auch hier geht Bad Hersfeld noch einen Schritt weiter. Das Bürger-WLAN der Stadtwerke wird eine zusätzliche Ebene der Gerätekommunikation bereithalten. Dieser kann für zukünftige digitale Entwicklungen genutzt werden und bietet auch Vorteile für die Bürger. Beispielsweise können damit Stromzähler und ähnliches abgelesen werden, ohne dass jemand die Wohnung betreten muss. Hierfür sind freilich die Sicherheitsanforderungen entsprechend hoch, um Missbrauch dieser Daten vorzubeugen. „Wir sind in Deutschland die ersten, die das machen“, berichtet Fehling, was Bad Hersfeld wiederum für Investoren mit entsprechenden Innovationen interessant macht.

Im Kampf um die Ressource des Informationszeitalters – digitale Daten – hat Bad Hersfeld damit die Nase vorn und behält außerdem die Kontrolle. Für die Kommunen sei es von Vorteil, diesen Markt der Zukunft aktiv mitzugestalten, ist Fehling überzeugt. Sonst droht wie allzu oft, dass die Steuerzahler zwar die benötigte Infrastruktur bezahlen dürfen, und die Unternehmen die Profite einfahren. „Wenn die Kommunen nicht aufpassen, machen sich andere die Taschen voll“, sagt Fehling.

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