Bad Hersfeld hat wieder Feuer!

Große Freude über den gelungenen Rückkauf bei (v.li). Schaustellerpfarrer Volker Drewes, Heike Kopetschek, Reinhard Rauche, der ehemalige Feuermeister Hans-Jürgen Eichenauer, Stefan Kopetschek (Vorsitzender des Lullusfestvereins), Helga Völker und Wolfgang Kurth von der Sparkasse.

Der Kultlikör Lullusfeuer kehrt nach Bad Hersfeld zurück.

Bad Hersfeld. Das flüssige Lullusfeuer ist ein gern gesehener Begleiter zum Lullusfest. Nun kehrt der Kultlikör wieder in seine Heimatstadt zurück: Der Lullusfestverein hat die Eigentums- und Markenrechte sowie die Originalrezeptur zurückgekauft. Der Hersfelder Kräuterlikör hat schon eine bewegte Geschichte hinter sich. 1937 wurde die Rezeptur von Mitarbeitern der Likorfabrik der Firma G.W. Schimmelpfeng in Bad Hersfeld kreiert. 1998 ging die Marke in den Besitz der Meininger Firma Wächter, später Schüerholz Destillerie & Likörfabrik über. Letztere stellt nun auch aufgrund stark gestiegener Einkaufspreise den Betrieb ein - nicht aber ohne dem Lullusfestverein anzubieten, die Markenrechte zurückzukaufen. „Wir haben lange mit der Firma Schüerholz zusammengearbeitet - die wussten daher, wie sehr wir dran hängen“, erläutert der Vereinsvorsitzende Stefan Kopetschek. Für den Vereinsvorstand war es keine Frage, dieses Angebot anzunehmen und zu verhindern, dass das Lullusfeuer weiterverkauft wird. Dann könnte der neue Besitzer und Hersteller nämlich die Rezeptur einfach ändern - oder das Lullusfeuer ganz aus dem Sortiment nehmen, schließlich ist die Nachfrage nach diesem speziellen Getränk überschaubar. Für den Verein war dies allerdings kein leichtes Unterfangen, denn die Rechteübertragung und der Aufbau einer neuen Produktion stellen eine kostspielige Angelegenheit dar, auch wenn die Firma Schüerholz dem Verein beim Preis deutlich entgegen gekommen ist. Hier bekam der Verein Unterstützung von der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg mit einem günstigen Darlehen und einer Spende in Höhe von 1.000 Euro von der Sparkassen-Stiftung. Dabei wurde für das Lullusfeuer eine Ausnahme gemacht, denn ansonsten sehe man bei der Sparkasse Alkoholika eher kritisch, wie Vorstandssprecher Wolfgang Kurth betonte. „Aber wir sind nun seit fast 200 Jahren in Bad Hersfeld tätig und das Lullusfeuer gehört für uns zum Lullusfest dazu“, sagte er.

Für die künftige Produktion wurde mit der Schlitzer Distillerie ein neuer regionaler Partner gefunden, der bereit ist, auf die Wünsche der Hersfelder einzugehen. Die Rezeptur selbst bleibt weiterhin geheim. Daraus hatten schon die Erfinder des Likörs stets ein großes Geheimnis gemacht, erinnert sich Helga Jäger, Tochter des Lullusfeuer-Erfinders Hans Woest. Kopetschek verriet aber, dass zur Herstellung nur echte Kräuter aus der Region verwendet werden und dies auch von der Schlitzer Distille so weitergeführt werden wird. Einige Änderungen wird es allerdings beim Design geben: Die Schlitzer verwenden andere Flaschenformen und auch das Etikett soll nun etwas zeitgemäßer gestaltet werden - wobei natürlich das altbekannte Logo mit dem Lullusfeuer erhalten bleibt. Und letztlich wird es auch beim Preis eine kleine Anpassung nach oben geben, was aber selbstverständlich der Vereinskasse zugute kommen wird. Denn nach wie vor übernimmt der Verein selbst den Vertrieb in und um Bad Hersfeld, damit das Lullusfeuer ganzjährig in den Regalen und bei den örtlichen Gastronomen erhältlich ist. Wer die ehrenamtliche Arbeit des Vereins unterstützen möchte: Neue Mitglieder sind immer gerne gesehen.

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