Hersfeldpreise für Katharine Mehrling und Günther Alt

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Bad Hersfeld.  Wieder einmal stand die Jury des Hersfeld-Preises vor keiner leichten Aufgabe, die diesjährigen Preisträger zu bestimmen. Wie Helgo Hahn vom Verein "Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine" berichtete, tagte die Jury bis spät in die Nacht. Am Sonntagvormittag wurde dann das Geheimnis gelüftet: Katharine Mehrling erhielt für ihre Darstellung der Fanny Brice in dem Musical "Funny Girl" den Großen Hersfeldpreis. Mit dem Hersfeldpreis wurde Günther Alt geehrt, der zwei sehr verschiedene Rollen in "Der Prozess" spielt und bereits seit dem vorigen Jahr in "Shakespeare in Love" zu sehen ist.

Zur Begründung führte Jurymitglied Hermann Diehl aus, Katharine Mehrling überzeuge in der Rolle einer Broadway-Legende und verkörpere eine selbstbewusste, starke Frau. "Katharine Mehrling begeistert als Sängerin facettenreich und mit fulminanter Stimme. Sie ist gleichermaßen sinnlich, komisch und zeigt menschliche Tiefe; eine Frau, deren Herz auf dem rechten Fleck und oft auf der Zunge sitzt", so Diehl. Bei Günther Alt lobte die Jury, dass er für die beiden sehr unterschiedlichen Rollen jeweils seinen eigenen Ton finde: "Sein Onkel ist ein boulevardesker, hilfloser Typ, als 'Mann im Dom' setzt er als messerscharfer Intellektueller einen markanten Schlusspunkt." Die beiden Geehrten, die im Vorfeld nichts von der Auswahl wussten, waren überwältigt. Günther Alt hatte kurz zuvor noch im Rahmenprogramm der Preisverleihung auf der Bühne gestanden und "Ich hab' Sex-Appeal" von Georg Danzer zum Besten gegeben. "Ich bin wirklich ganz platt", sagte er. Katharine Mehrling bedankte sich "bei den Festspielen für eine tolle Zeit und diesen wunderschönen Preis."

Mit einer besonderen lobenden Erwähnung hob die Jury außerdem den Festakt zur Eröffnung der Bad Hersfelder Festspiele 2019 hervor. Die drei außergewöhnlichen Reden von Intendant Joern Hinkel, dem Journalisten Deniz Yücel und Ministerpräsident Volker Bouffier hätten starke gesellschaftspolitische Akzente gesetzt und der auf offener Bühne ausgetragene Diskurs aus verschiedenen Blickwinkeln habe zu einem engagierten Appell für gemeinsame Werte, für Demokratie und Freiheit geführt. Auch der Erste Stadtrat Gunther Grimm ging in seiner Begrüßungsrede noch einmal auf den Festakt ein und erinnerte an 70 Jahre Frieden und Wohlstand in Deutschland dank des Grundgesetzes.

Durch das Programm mit Liedbeiträgen von Annette Lubosch, Günther Alt, Ute Reiber und Konstantin Zander führte Karsten Speck. Im Anschluss luden die Freunde der Stiftsruine Ensemble und Gäste zu einem Sommerfest im Stiftspark ein.

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